
Großbritannien gibt grünes Licht für Paramounts Übernahme von Warner Bros. Discovery nach Zugeständnissen zur redaktionellen Unabhängigkeit
Die britischen Regulierungsbehörden haben die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance genehmigt, nachdem das Unternehmen rechtlich bindende Zusagen zu Channel 5, redaktioneller Unabhängigkeit und Kinderinhalten gemacht hatte. Damit bleibt eine US-Kartellrechtsklage mehrerer Bundesstaaten als letzte Hürde.
Genehmigung durch Großbritannien
Am Donnerstag, den 6. August, hat die britische Regierung die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance aus wettbewerbs- und öffentlich-rechtlichen Gründen genehmigt und damit eine der letzten regulatorischen Hürden außerhalb der USA beseitigt. Die Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) entschied, dass der Deal den Wettbewerb bei Filmverleih, Kinderfernsehsendern oder Streamingdiensten nicht wesentlich beeinträchtigen würde. Kulturministerin Lisa Nandy, die im Juni erklärt hatte, sie sei „geneigt, einzugreifen“, lenkte ein, nachdem sie rechtlich bindende Zusagen von Paramount erhalten hatte. Der Wert des Deals wird von der Associated Press und dem Wall Street Journal mit 81 Milliarden Dollar angegeben, von Reuters, dem Guardian, der Financial Times und RTE mit 110 Milliarden Dollar (85 Milliarden Pfund). Paramount, das vor einem Jahr von Skydance übernommen wurde, bezeichnete die britische Genehmigung als „wichtigen Meilenstein“.
Zugeständnisse vereinbart
Paramount stimmte einem Paket von Garantien zu, die britische Rundfunk- und On-Demand-Inhalte abdecken. Channel 5 bleibt bis Ende 2034 als öffentlich-rechtlicher Sender bestehen, wobei die Channel-5-Nachrichten redaktionell unabhängig bleiben und von CBS News und CNN International getrennt sind. Laut Financial Times verpflichtete sich Paramount zu zusätzlichen Investitionen in Höhe von 80 Millionen Pfund über drei Jahre. Lineare Sender und Streaming-Plattformen wie HBO Max und Paramount+ behalten für fünf Jahre unterschiedliche redaktionelle Identitäten, und Kindersender wie Nickelodeon und Cartoon Network bleiben getrennt. CNN International wird weiterhin als eigenständiger Nachrichtendienst in Großbritannien verfügbar sein. Paramount wird jährliche Compliance-Berichte vorlegen, die von der Regierung überwacht werden. Nandys Ministerium sicherte außerdem die Zusage zu, dass der Deal die Zahl der in Großbritannien mit der Beauftragung von Inhalten betrauten Personen nicht reduzieren wird und dass Channel 5 weiterhin britische Eigenproduktionen in den Bereichen Drama, Dokumentation und Unterhaltung unterstützen wird. Nandy wird sich in den kommenden Wochen mit Paramount treffen, um die Auswirkungen des Deals auf die britische Kreativwirtschaft zu erörtern.
- Kulturministerin Lisa Nandy erklärt, sie sei geneigt, in den Deal einzugreifen
- Europäische Union genehmigt den Zusammenschluss
- Bundesrichter in Kalifornien setzt 12-tägigen Prozess für den 2. März 2027 an
- Britische CMA und Regierung genehmigen den Deal mit rechtlich bindenden Zusagen von Paramount
Weltweite Genehmigungen und US-Hindernis
Paramount gibt an, in 66 Rechtsordnungen weltweit wettbewerbsrechtliche Genehmigungen erhalten zu haben, darunter die EU, Australien, Brasilien, Kanada, China und die US-Bundesregierung. Die EU hatte den Zusammenschluss im Juli genehmigt. Die verbleibende Herausforderung ist eine Klage von 12 US-Generalstaatsanwälten unter der Führung von Rob Bonta aus Kalifornien, die den Deal aus kartellrechtlichen Gründen blockieren wollen. Am Dienstag, den 4. August, setzte ein Bundesrichter in Kalifornien einen 12-tägigen Prozess an, der am 2. März 2027 beginnen soll. Paramount erklärte sich bereit, den Abschluss der Fusion bis fünf Tage nach der Entscheidung des Bundesstaatsverfahrens oder bis zum Auslaufen der Fusionsvereinbarung im Juni 2027 zu verschieben. Laut Vulture bzw. Financial Times wird Paramount ab dem 1. Oktober etwa 7 Millionen Dollar pro Tag zahlen, das sind etwa 650 Millionen Dollar pro Quartal nach Ende September.
Reaktionen und Bedenken
Paramount-Vorsitzender David Ellison argumentierte in einem Gastbeitrag, dass die Klage der Bundesstaaten nicht auf kartellrechtlichen Bedenken beruhe, sondern darauf, „ob mir als Hüter von Warners CNN vertraut werden kann“. Ein Paramount-Sprecher sagte, die Klage „habe keine Grundlage in Tatsachen, Wirtschaftlichkeit oder Kartellrecht“.
Wir respektieren die Entscheidung des Gerichts und glauben weiterhin, dass ein Prozess in der Sache der beste und direkteste Weg ist, um zu beweisen, was wir von Anfang an gesagt haben – diese Transaktion ist rechtmäßig, wettbewerbsfördernd und wirft keine kartellrechtlichen Bedenken auf.
Letzten Monat veröffentlichten die Schauspieler Alan Cumming, Benedict Cumberbatch und Benedict Wong einen gemeinsamen Gastbeitrag im Guardian, in dem sie Nandy zum Eingreifen aufforderten. Es bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der redaktionellen Unabhängigkeit von CNN unter der neuen Gruppe, insbesondere angesichts der jüngsten Umwälzungen bei CBS News unter Paramount, das mit Stellenabbau und Vorwürfen politischer Einflussnahme konfrontiert war, um die Berichterstattung in Richtung von Donald Trumps Agenda zu lenken. Ellison ist der Sohn von Tech-Mogul und Trump-Verbündetem Larry Ellison.


