
Grönlands Parlament stimmt einstimmig für ein Tiefseebergbau-Verbot bis Ende 2029 – einen Tag nach Trumps Äußerungen
Die Regierung muss nun ein Gesetz ausarbeiten, das in der ersten Hälfte des Jahres 2027 vorliegen soll, während Trumps Vorstoß für die Erkundung von Öl, Gas und Mineralien auf der Insel mehr als nur den Meeresboden betrifft.
Ein einstimmiger Beschluss einen Tag nach Trumps Äußerungen
Das Parlament Grönlands verabschiedete am Donnerstag, dem 15. Oktober 2026, einstimmig eine Resolution, die die Regierung verpflichtet, ein Verbot des Bergbaus und der Erkundung in tiefen Gewässern auszuarbeiten, einschließlich der Förderung von Mineralien vom Meeresboden. Der Abstimmung vorausgegangen war ein Beitrag von US-Präsident Donald Trump am Mittwoch, dem 14. Oktober, auf Truth Social, in dem er erklärte, auf der Insel würden großflächige Suchaktionen nach Öl und Gas vorbereitet, ohne Details zu nennen. Unklar bleibt, ob Trump auch die Förderung von Mineralien vom Meeresboden meinte, da sein Beitrag den Tiefseebergbau nicht erwähnte. Die grönländischen Abgeordneten bezeichneten die Resolution als Schutz für eine wertvolle Meeresumwelt und für das Wohlergehen der Fischbestände. Die Fischerei ist das Rückgrat der Wirtschaft der Insel, und die Jagd ist für viele Gemeinden für den Lebensunterhalt entscheidend.
Sicherheitsabkommen und Grenzen der Förderung
Im September unterzeichneten die Vereinigten Staaten, Dänemark und Grönland in New York ein Sicherheitsabkommen, das von Trump, der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen ausgehandelt worden war. Es sollte Spannungen abbauen, die aus früheren Drohungen Washingtons resultierten, die Kontrolle über die Insel zu übernehmen. Das Abkommen akzeptiert den Bau von zwei Militärstützpunkten, umfasst jedoch nicht die Rohstoffförderung. Die Rohstoffrechte blieben außerhalb des Abkommens, das ausschließlich Sicherheitsvereinbarungen betrifft. Das dänische Außenministerium erklärte, das Dokument räume den Vereinigten Staaten keine Sonderrechte ein und der Bergbau falle unter grönländisches Recht.
Bislang kaum Förderung
Mineralische Ressourcen wurden wegen der rauen arktischen Bedingungen und fehlender Infrastruktur, Straßen und Häfen nicht in großem Umfang gefördert. Es gibt kleine Gold- und Rubinminen. Die grönländische Regierung hat seit 2021 keine neuen Lizenzen erteilt. Das US-Unternehmen Greenland Energy besitzt eine Genehmigung zur Ölförderung an der Ostküste, hat jedoch nicht mit Bohrungen begonnen, weil die endgültigen Genehmigungen der grönländischen Behörden noch fehlen. Das Projekt wartet daher auf Genehmigungen, die die grönländischen Behörden noch nicht erteilt haben. Bohrungen nach Öl oder Gas im industriellen Maßstab wurden auf der Insel nicht durchgeführt.
Umweltbedenken und der Zeitplan
Der WWF begrüßte die Resolution als wichtigen Schritt in die richtige Richtung und wies zugleich darauf hin, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Umweltauswirkungen des Tiefseebergbaus nach wie vor relativ begrenzt sind. Die Bewohner fürchten die Folgen einer Industrialisierung der Tiefsee. Manche sehen in den unerschlossenen Mineralien ein mögliches Sprungbrett zur Unabhängigkeit, die sich laut Berichten eine Mehrheit der 57.000 Einwohner der Insel wünscht. Das Memorandum zum Tiefseebergbau läuft bis Ende 2029, und die Regierung kann es in Zweijahreszeiträumen verlängern, sodass der Zeitplan die seit 2021 eingefrorenen Öl- und Gaslizenzen nicht berührt. Das Gesetz selbst soll in der ersten Hälfte des Jahres 2027 verabschiedet werden, wenn das Parlament zu seiner Frühjahrssitzung zusammenkommt.
- Grönlands Regierung stellt die Vergabe neuer Öl- und Gaslizenzen ein
- Die Vereinigten Staaten, Dänemark und Grönland unterzeichnen in New York ein Sicherheitsabkommen
- Trump veröffentlicht einen Beitrag über geplante Suchaktionen nach Öl und Gas auf Grönland
- Grönlands Parlament verabschiedet einstimmig eine Resolution zum Verbot des Tiefseebergbaus
- Gesetz zum Verbot des Tiefseebergbaus wird zur Frühjahrssitzung des Parlaments erwartet
- Das Memorandum zum Tiefseebergbau läuft aus, sofern es nicht in Zweijahreszeiträumen verlängert wird

