
Griechische Polizei nimmt acht Personen bei Razzia gegen Kfz-Diebstahlring in Attika mit 350.000 Euro Beute fest
Die griechische Polizei hat ein kriminelles Netzwerk zerschlagen, das mit 23 Fahrzeugdiebstählen in der Region Attika in Verbindung steht; dabei wurden 13 manipulierte Fahrzeuge, Peilsender und Frequenzstörgeräte sichergestellt.
Koordinierte Polizeiaktion in Westattika
Die Unterdirektion für die Verfolgung und Ermittlung von Straftaten Westattikas, die der Generalpolizeidirektion Attika untersteht, zerschlug am Abend des 29. September 2026 bei einer gezielten Aktion ein Syndikat für Fahrzeugdiebstähle. Taktische Unterstützung leistete die Spezialeinheit für Polizeieinsätze, bekannt als OPKE, die in Wohngebieten von Kamatero, Peristeri und Acharnes im Einsatz war. Der Razzia waren wochenlange verdeckte physische und technische Überwachungsmaßnahmen vorausgegangen, die eingeleitet wurden, nachdem die Behörden Hinweise auf Personen erhalten hatten, die es auf Motorräder mit großem Hubraum und hochwertige Autos abgesehen hatten. Bei der ersten Bodenrazzia nahmen die Beamten sechs Mitglieder im Alter von 18, 19, 23, 24, 45 und 55 Jahren fest. Ermittler vollstreckten anschließend richterliche Haftbefehle gegen zwei weitere Verdächtige im Alter von 22 und 60 Jahren und nahmen dabei den Rädelsführer fest, der das Netzwerk steuerte.
Spezialisierte Diebstahlmethoden und Umgehung der Überwachung
Erste Ermittlungsergebnisse zeigen, dass die kriminelle Organisation mindestens seit Ende 2025 durchgehend aktiv war. Die Verdächtigen verfügten über einschlägige Erfahrung im Bereich Fahrzeugkriminalität und nutzten die Nachtstunden, um in verschiedenen Gemeinden der Region Attika nach bestimmten Marken und Modellen Ausschau zu halten. Durch unauffälliges Bewegen in den Wohnstraßen konnten die Mitglieder Ziele auswählen, ohne bei Anwohnern Verdacht zu erregen. Bei Motorraddiebstählen umgingen oder zerstörten die Täter auf der Straße die installierten Diebstahlsicherungen und Zündsysteme. Um gestohlene Motorräder schnell wegzubringen, nutzten sie eigene Einsatzmotorräder, um sie mithilfe einer als „Fußrasten-Methode“ bekannten Transporttechnik anzuschieben und wegzulenken. Die Täter brachten die Fahrzeuge unmittelbar vom Tatort weg zu öffentlichen Gemeinschaftsflächen und stellten sie dort vorübergehend ab, um versteckte GPS-Ortungsgeräte zu erkennen und eine Echtzeit-Standortbestimmung zu vermeiden.
- Die kriminelle Organisation beginnt mit Auto- und Motorraddiebstählen in ganz Attika.
- Polizeirazzia in Kamatero, Peristeri und Acharnes; sechs Mitglieder werden festgenommen.
- Die Behörden geben die Zerschlagung des Rings und 23 aufgeklärte Fahrzeugdiebstähle bekannt.
Operative Struktur und sichergestellte Ausrüstung
Das Netzwerk verfügte über eine klare interne Hierarchie, die darauf ausgelegt war, das Entdeckungsrisiko bei den Straftaten zu minimieren. Der Anführer der Gruppe übte die Leitung aus, verteilte finanzielle Belohnungen, motivierte die Mitglieder und berief Planungssitzungen vor der Ausführung jedes Diebstahls ein. Die einzelnen Beteiligten wechselten sich bei den Aufgaben ab: physischer Abtransport, Transport, Veränderung von Fahrzeugidentifikationsmerkmalen und Übergabe der Objekte an Abnehmer auf dem Schwarzmarkt. Bei umfassenden Durchsuchungen der Wohnungen der Verdächtigen stellte die griechische Polizei 13 gestohlene und gefälschte Fahrzeuge sowie drei bei den Taten verwendete Einsatzfahrzeuge sicher. Die Beamten fanden zudem abmontierte Fahrzeugteile, Kennzeichen, spezielles mechanisches Werkzeug, Mobiltelefone, Frequenzstörgeräte und GPS-Detektoren, mit denen Ortungssignale unterdrückt werden können.
- Aufgeklärte Fahrzeugdiebstähle
- 23
- Sichergestellte manipulierte Fahrzeuge
- 13
- Festgenommene Bandenmitglieder
- 8
- Sichergestellte Einsatzfahrzeuge
- 3
Geografische Reichweite, finanzieller Schaden und formelle Anklagen
Die Polizeiakten weisen der Organisation 23 einzelne Fahrzeugdiebstähle in sieben Gemeinden Attikas förmlich zu. Die bestätigten Fälle ereigneten sich in Chaidari, Peristeri, Agioi Anargyroi, Ilion, Nikaia, Acharnes und Palaio Faliro. Die Behörden schätzen den finanziellen Gewinn und die materielle Beute der Bande auf mehr als 350.000 Euro. Die griechische Polizei übergab die abgeschlossene Ermittlungsakte an die griechischen Justizbehörden. Den acht Verdächtigen droht die Strafverfolgung wegen Bildung einer kriminellen Organisation, wiederholten schweren Fahrzeugdiebstählen, fortgesetzten Betrugs, Urkundenfälschung zur Veränderung von Fahrgestellnummern und Kennzeichen sowie Verstößen gegen die griechische Betäubungsmittelgesetzgebung.


