
Griechenland überführt Hunderte gerettete Asylsuchende von Kreta nach Lesbos und Samos
Das griechische Migrationsministerium wird Hunderte vor Kreta gerettete Asylsuchende zu Aufnahmezentren auf Lesbos und Samos überführen, um administrative Überprüfungen und Identifikationen durchzuführen.
Überführungspläne in die nördliche Ägäis
Das griechische Migrationsministerium gab am 23. August 2026 bekannt, dass Hunderte vor Kreta gerettete Asylsuchende in Aufnahmeeinrichtungen auf den nördlichen Ägäisinseln Lesbos und Samos überführt werden. Die griechische Polizei hatte die Personen in den vergangenen Tagen bei Such- und Rettungseinsätzen entlang der südlichen Mittelmeer-Seewege auf See aufgegriffen. Laut Ministeriumserklärungen dient die Verlegung ausschließlich administrativen Zwecken, um den Behörden die erforderliche Identifizierung, Überprüfung und Sicherheitskontrollen zu ermöglichen. Regierungsvertreter erklärten, dass das Verfahren keine dauerhafte Belastung für die aufnehmenden Inseln darstellen werde, da die Antragsteller entweder in Unterbringungszentren auf dem griechischen Festland verlegt werden oder bei Ablehnung ihrer Anträge in formelle Ausweisungsverfahren einleiten.
Die Überführung von Migranten von Kreta auf diese Inseln in der nördlichen Ägäis erfolgt in streng proportionaler Weise.
Lokaler Widerstand auf Lesbos und Samos
Die lokalen Behörden auf Lesbos und Samos äußerten Bedenken, dass die Neuankömmlinge die Kapazitäten der Aufnahmezentren übersteigen und die lokalen Gemeinschaften auf dem Höhepunkt der touristischen Sommersaison stören könnten. In Mytilene, der Hauptstadt von Lesbos, berief der Inselbürgermeister am Sonntag ein Treffen hinter verschlossenen Türen mit dem Vorsitzenden der örtlichen Hoteliersvereinigung ein, um die logistischen Auswirkungen des Regierungsplans zu bewerten. Berichte des regionalen Nachrichtenportals Sto Nissi zufolge werden auf Lesbos etwa 200 Asylsuchende erwartet, weitere 200 sind für Samos vorgesehen. Die Gemeindeführer stellten Fragen zur Dauer des Überprüfungsprozesses und ob die Inseln die Antragsteller über längere Zeiträume beherbergen müssten. Die Zentralregierung wiederholte ihre Zusicherung, dass die Aufenthalte vorübergehend und ausschließlich auf die Bearbeitung beschränkt seien.
- Lesbos
- 200 Personen
- Samos
- 200 Personen
Kreta als primärer Ankunftskorridor
Seit über einem Jahr sind Kreta und die benachbarte Insel Gavdos, die direkt gegenüber der libyschen Küste liegt, zur Haupteinreisroute für Asylsuchende nach Griechenland geworden. Trotz des stetigen Zustroms von Ankömmlingen über die südliche Seegrenze verfügt Kreta derzeit nur über eine einzige provisorische Unterkunftsstätte. Dieser Mangel an vollständiger Aufnahmeinfrastruktur hat die Behörden wiederholt gezwungen, aufgegriffene Gruppen über die Ägäis zu etablierten Bearbeitungseinrichtungen auf Lesbos und Samos zu verlegen. Um diese wiederkehrenden logistischen Engpässe zu beheben, bestätigte das Migrationsministerium, dass es in naher Zukunft ein dauerhaftes Aufnahmezentrum auf Kreta einrichten will.
Nationale Zahlen und europäische Rückführungsgespräche
Die Überführungsoperation findet im Rahmen der umfassenderen Einwanderungspolitik statt, die von Migrationsminister Thanos Plevris geleitet wird, der sich für eine strenge Grenzsicherung in ganz Griechenland einsetzt. Offizielle Ministeriumszahlen zeigen, dass die Zahl der in Griechenland ankommenden Asylsuchenden in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 um mehr als 35 % zurückgegangen ist. Neben innerstaatlichen Durchsetzungsmaßnahmen beteiligt sich Plevris an gemeinsamen diplomatischen Bemühungen mit mehreren Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Griechenland arbeitet derzeit mit seinen Ministerkollegen aus Deutschland, Österreich, Dänemark und den Niederlanden zusammen, um Rückführungszentren außerhalb der EU einzurichten. Diese externen Einrichtungen sollen die Rückführung von Personen abwickeln, deren Asylanträge offiziell abgelehnt wurden.


