
Griechischer Premier beruft Dringlichkeitssitzung zu Lebensmittelpreisen ein, während Gewinnspannebegrenzung ausläuft
Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis führt heute ein hochrangiges Treffen mit Vertretern der Lebensmittelindustrie und der Supermärkte, um sofortige, flächendeckende Preissenkungen für Grundnahrungsmittel zu erreichen, während die staatliche Gewinnspannebegrenzung kurz vor dem Auslaufen steht.
Treffen im Maximos-Palast
Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis berief am Montag, den 29. Juni, ein Treffen im Maximos-Palast mit wichtigen Marktvertretern ein, um die anhaltend hohen Verbraucherpreise zu thematisieren. Zu den Teilnehmern gehörten Entwicklungsminister Takis Theodorikakos, SEV-Präsident Spyros Theodoropoulos, der Präsident des griechischen Lebensmittelverbands (SEVT) Ioannis Giotis und der Präsident des griechischen Supermarktverbands Ioannis Masoutis. Die Leiterin der unabhängigen Behörde für Marktkontrolle und Verbraucherschutz, Despina Tsangari, sollte ebenfalls teilnehmen.
Ziel der Regierung ist nicht der Austausch von Ansichten, sondern eine verbindliche Vereinbarung über sofortige, horizontale Preissenkungen bei Grundnahrungsmitteln. Das Treffen stellt eine Eskalation des Themas auf die höchste politische Ebene dar, wobei der Premier persönlich die Verhandlungen überwacht.
Die Gewinnspannebegrenzung und der vorgeschlagene Pakt
Das Treffen findet einen Tag vor dem Auslaufen der Gewinnspannebegrenzung am 30. Juni statt. Die Begrenzung, die die Bruttogewinnmarge von Unternehmen im Vergleich zu einem Referenzzeitraum einschränkte, war ein wichtiges Instrument zur Eindämmung von Preissteigerungen. Minister Theodorikakos hat ihre Aufhebung mit einer freiwilligen „Gentlemen's Agreement“ mit Industrie und Einzelhändlern verknüpft, um sichtbare Preissenkungen bei wichtigen Gütern zu erreichen.
Berichten zufolge wünscht sich die Regierung eine Liste von Grundnahrungsmitteln, deren Preise ab dem 1. September bis Jahresende gesenkt werden sollen, einschließlich der Weihnachtseinkaufszeit. Die Industrie hatte Berichten zufolge bereits im März einen ähnlichen Pakt vorgeschlagen, als eine neue Inflationswelle begann. Marktteilnehmer bevorzugen jedoch eine kürzere Laufzeit, insbesondere falls die Wahlen wie geplant im Frühjahr 2027 stattfinden.
Wirtschaftlicher Druck
Die Inflation bleibt die größte Sorge der griechischen Haushalte. Analysten der Europäischen Kommission und der EZB prognostizieren Inflationsdruck mindestens bis Jahresende, wobei ungünstige Szenarien die Rate nahe oder über 4% bringen. Der anhaltende Krieg im Persischen Golf hat die Rohstoff- und Transportkosten in die Höhe getrieben, die Lieferkette erschwert und langfristige Preisverpflichtungen erschwert.
Frühere Maßnahmen wie der „Haushaltswarenkorb“ und Preissenkungen bei über 2.000 Produktcodes haben die Erwartungen der Verbraucher nicht erfüllt. Viele Rabatte betrafen Nebenartikel oder waren nicht einheitlich in allen Supermärkten verfügbar. Das durchschnittliche reale Jahresgehalt lag 2025 bei 14.998 €, nur 1,3% höher als 2024, aber 31% niedriger als 2009, was die Belastung der Haushaltsbudgets unterstreicht.
Politische Risiken
Die Lebenshaltungskostenkrise ist eine große politische Belastung für die Regierung vor den nächsten Wahlen, wann auch immer sie ausgerufen werden. Indem Mitsotakis die Gespräche persönlich leitet, signalisiert er, dass die Bekämpfung hoher Preise oberste Priorität hat. Das Ergebnis wird entscheiden, ob die Gewinnbegrenzung durch einen kooperativen Rahmen ersetzt wird oder ob die Regierung zu neuen verbindlichen Eingriffen greift.
- Premierminister Mitsotakis leitet Treffen mit Industrie- und Supermarktvertretern im Maximos-Palast.
- Die Gewinnspannebegrenzung der Regierung läuft aus.
- Vorgeschlagenes Startdatum für Preissenkungen bei wichtigen Gütern, gültig bis Jahresende.

