
Griechenland eilt, um invasive Kaninchenfische einzudämmen – nach Kannibalen-Video und steigenden Schäden für die Fischerei
Ein virales Video, das zeigt, wie Kaninchenfische einen Artgenossen in Sekunden verschlingen, ist das jüngste Anzeichen dafür, wie die giftige und netzzerstörende Art die griechischen Gewässer überwältigt. Fischer berichten von 100–200 Fängen pro Tag; die Regierung startet ein subventioniertes Ausrottungsprogramm.
Das Kannibalen-Experiment
Ein griechischer Fischer setzte einen ganzen Kaninchenfisch als Köder aus und filmte die Reaktion. Innerhalb von Sekunden griff ein Schwarm derselben Art an, riss den Fisch in Stücke und hinterließ nur die Gräten. Das im Internet weit verbreitete Video bestätigt Berichte von Fischern und Wissenschaftlern, dass die Fische kannibalistisches Verhalten zeigen, besonders wenn ein Artgenosse verletzt, geschwächt oder am Haken gefangen ist.
Fischer an vorderster Front
Stathis Evangelou, ein 29-jähriger Fischer von Astypalea, sagte gegenüber Kathimerini, dass er und seine Kollegen mittlerweile zwischen 100 und 200 Kaninchenfische pro Tag fangen. „Sie zerreißen unsere Netze, zerstören unser Gerät, fressen die Fische, die wir verkaufen müssen, und greifen sie manchmal am Meeresboden an, bevor wir sie überhaupt einholen können.“ Er identifizierte mehrere Stellen um die Dodekanes-Insel, an denen sich „Tausende“ der Fische sammeln.
Wir wollen sie ausrotten. Wir wollen sie loswerden.
Die Art, ein lessepsischer Einwanderer, der über den Suezkanal aus dem Roten Meer ins Mittelmeer gelangte, wird seit 2005 in Griechenland nachgewiesen. Ihre kräftigen Zähne können Netze, Langleinen und andere Ausrüstung durchtrennen und verursachen schwere wirtschaftliche Verluste.
Eine subventionierte Ausrottung nimmt Gestalt an
Das Ministerium für landwirtschaftliche Entwicklung und Ernährung hat ein Pilotprogramm zur gezielten Befischung durch Küstenberufsfischer mit finanziellen Anreizen ausgearbeitet. Der Plan, der einem langjährigen zypriotischen Programm nachempfunden ist, das rund 100 Tonnen Kaninchenfische eingebracht hat, wurde der Europäischen Kommission zur Genehmigung und Verhandlung vorgelegt.
Generalsekretär Spyros Protopsaltis erklärte, es gebe „keine Zauberlösungen“ und die Art werde nicht verschwinden. Er stellte fest, dass die zypriotische Fangprämie (über 4,73 € pro Kilo) allein nicht attraktiv genug sei und der griechische Preis höher ausgehandelt werden müsse.
Der Kaninchenfisch ist kein einfaches Fischereiproblem. Es ist ein Problem, das das Einkommen der Berufsfischer, die Meeresbiodiversität und die öffentliche Gesundheit betrifft.
Gefangene Kaninchenfische können nicht einfach entsorgt werden; EU-Vorschriften erfordern eine spezielle Kühllagerung und zertifizierte Hochtemperaturverbrennung aufgrund des starken Neurotoxins Tetrodotoxin, für das es kein bekanntes Gegenmittel gibt und dessen Verzehr tödlich ist.
Nationaler Wettbewerb startet
Am Samstag, dem 20. Juni, begann ein panhellenischer offener Angelwettbewerb, organisiert von Michalis Karpodinis, einem Fischer von Rhodos. Er läuft bis zum 30. August und lädt sowohl Berufsfischer als auch normale Bürger mit Angelausrüstung zur Teilnahme ein. Die Teilnehmer posten Fotos ihrer Fänge unter einem wöchentlichen Facebook-Beitrag, um symbolische Preise von Angelgeschäften zu gewinnen.
Die Gewinner werden wir alle sein.
Die Organisatoren hoffen, dass das 40-tägige Event auch eine informelle Karte erstellen wird, wo der invasive Fisch am stärksten konzentriert ist.
Was die Wissenschaft sagt
Das Griechische Zentrum für Meeresforschung (ELKETHE) warnt, dass der Kaninchenfisch im Mittelmeer kaum natürliche Feinde hat, mit einheimischen Arten um Nahrung konkurriert und kommerzielle Bestände frisst. Es fordert eine Kombination aus wissenschaftlicher Überwachung, Erfassung der Fänge, Identifizierung von Laich-Hotspots und sicheren Entsorgungsprotokollen. Das Zentrum betonte auch, dass die jüngste Medienberichterstattung manchmal unnötige Angst in der Bevölkerung ausgelöst habe.
- Erster dokumentierter Nachweis von Lagocephalus sceleratus in griechischen Gewässern.
- Treffen im Ministerium für landwirtschaftliche Entwicklung zum Abschluss eines subventionierten Ausrottungspilotprojekts.
- 1. Panhellenischer offener Angelwettbewerb auf Kaninchenfische beginnt.
- Wettbewerb endet nach mehr als 40 Tagen landesweiten Angelns.


