
Schwedischer Hersteller SKF nutzt KI-Ebenbild von Greta Garbo in Wälzlager-Werbespot
Der schwedische Industriehersteller SKF hat einen 99-sekündigen Werbespot veröffentlicht, in dem ein KI-Ebenbild der Hollywood-Schauspielerin Greta Garbo zu sehen ist – genehmigt von ihrem Nachlass.
Veröffentlichung des Spots und Freigabe durch den Nachlass
Die schwedische Industriegruppe SKF hat am 30. September 2026 einen 99-sekündigen Werbespot veröffentlicht, in dem eine digitale Nachbildung der Schauspielerin Greta Garbo zu sehen ist. Der Hollywood-Star, der sich 1941 zurückzog und 1990 starb, tritt darin als digitale Werbebotschafterin auf und wirbt für reibungsfreie Magnetlager, die in Rechenzentren, Kühlsystemen und Halbleiteranwendungen zum Einsatz kommen. Die Produktion wurde von ihrem Nachlass und der Lizenzfirma Harriet Brown & Company Inc. genehmigt, die von drei noch lebenden Verwandten verwaltet wird.
Craig Reisfield, Nachlassverwalter und Großneffe der Schauspielerin, befürwortete die digitale Nachbildung, nachdem er den fertigen Werbespot gesichtet hatte.
Ich war völlig beeindruckt: die Gesten, die sie einfangen und steuern konnten, ihre Kleidung, ihre Mimik und sogar ihre Stimme.
Generative Produktion und technischer Workflow
Um Urheberrechtsverletzungen im Zusammenhang mit Archivmaterial der Studios zu vermeiden, verzichtete das Produktionsteam darauf, vorhandene Fotografien oder Filme direkt in generative Werkzeuge hochzuladen. Stattdessen arbeiteten die Animatoren mit beschreibenden Textvorgaben, die Merkmale wie Garbos welliges blondes Haar und ihre Gesichtsstruktur beschrieben, und nutzten dabei generative Systeme wie Seedream 5 Pro und Googles Nano Banana Pro. Die Bewegungsdynamik wurde mit Seedance und Kling erzeugt, während ein leibhaftiges Double die physischen Bewegungen per Motion Capture aufzeichnete.
Die Stimme wurde aus einer Archivaufnahme aus einem von Garbos frühen Filmen geklont. Gemäß den digitalen Vorschriften der Europäischen Union beginnt der Werbespot mit einem eingeblendeten Hinweis, dass der Inhalt mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt wurde. SKF-Sprecher Carl Bjernstam bestätigte, dass die Kampagne darauf abzielte, die Kommunikation des Unternehmens an moderne technische Mittel anzupassen.
Bei SKF wollen wir, dass unsere Kommunikation so innovativ ist wie unsere Technologie.
Historische Verbindungen und filmisches Erbe
Die Marketingkampagne nimmt ein frühes Kapitel in Garbos Schauspielkarriere auf. 1921 trat die Schauspielerin in einem Werbefilm von SKF auf – es war ihre zweite Filmrolle, bevor sie zu Hollywood-Stummfilmen und später zu Tonproduktionen wie Grand Hotel (1932) und Camille (1936) wechselte.
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Reisfield wies darauf hin, dass Garbo in ihrer Karriere frühere technologische Umbrüche des Kinos gemeistert habe, und deutete an, dass ihr Nachlass möglichen Filmrollen mit künstlicher Intelligenz offen gegenübersteht.
Sie gehörte in der Stummfilmära zur Avantgarde des Kinos. Sie vollzog den Übergang zum Tonfilm und dominierte die Kinokassen. Es ist daher nicht unvorstellbar, sie sich als KI-gestützte Schauspielerin vorzustellen.
Rechtliche und brancheninterne Reaktionen
Der Werbespot rief bei Zuschauern und Rechtsexperten gemischte Reaktionen hervor. Während einige Zuschauer die technische Genauigkeit lobten, kritisierten andere das Drehbuch und bezeichneten die digitale Nachbildung als wenig überzeugend. Claire Poirson, Gründerin der Kanzlei Firsh, merkte an, dass die Erben zwar moralische und vermögensrechtliche Ansprüche besitzen, um Nachbildungen des Ebenbilds zu genehmigen, doch die Nachbildung einer durch Studioarbeit geprägten Ikone komplexe Fragen des digitalen Nachlassmanagements aufwerfe. Zu ähnlichen Vereinbarungen über posthume digitale Ebenbilder zählt der Schauspieler Val Kilmer, der im April 2025 starb und dessen Familie eine KI-Nachbildung für den Film As Deep as the Grave genehmigte.


