Gose holt drittes Silber bei Schwimm-EM, während Quadarella auf der letzten Bahn erneut zuschlägt
Isabel Gose wurde bei den Schwimm-Europameisterschaften in Paris zum dritten Mal Zweite hinter Simona Quadarella, während Lukas Märtens sich über 400 m Freistil der Männer mit Bronze zurückkämpfte.
Gose holt drittes Silber hinter Quadarella
Isabel Gose sicherte sich am letzten Wettkampftag der Schwimm-Europameisterschaften in Paris ihre fünfte Medaille, als sie im Finale über 400 m Freistil in 4:02,41 Minuten Zweite wurde. Die 24-jährige Olympia-Bronzemedaillengewinnerin der Spiele 2024 über 1500 m Freistil führte das Rennen vor der letzten Bahn an und schwamm an der Spitze eines Trios zusammen mit Werner und Quadarella. Auf der letzten Länge zog die Italienerin (27) an Gose vorbei und gewann Gold in 4:01,34, ein Vorsprung von 1,07 Sekunden. Goses Trainingspartnerin Maya Werner (21) holte Bronze in persönlicher Bestzeit von 4:03,73, 2,39 Sekunden hinter der Siegerin. Das Ergebnis ergab dieselbe Podestreihenfolge wie über 800 m und 1500 m Freistil: Quadarella vor Gose vor Werner in allen drei Wettbewerben.
Gose hatte bereits zwei Goldmedaillen im Freiwasserschwimmen in der Seine gewonnen, im Knockout-Sprint und in der Mixed-Staffel. Außerdem holte sie Silber über 800 m und 1500 m Freistil, beide Male hinter Quadarella. Ihre Zeit von 4:02,41 über 400 m kam nahe an ihren eigenen deutschen Rekord von 4:02,14 aus dem Jahr 2024 heran. Sie hatte den Europameistertitel über diese Distanz 2022 in Rom gewonnen, ihren ersten internationalen Titel.
- Simona Quadarella (ITA)
- 241.34 Sekunden
- Isabel Gose (GER)
- 242.41 Sekunden
- Maya Werner (GER)
- 243.73 Sekunden
„Das kratzt wirklich am Ego“
Gose zeigte sich frustriert, zum dritten Mal Gold gegen dieselbe Gegnerin verloren zu haben. In einem Interview mit der ARD würdigte sie zunächst ihre Gesamtausbeute, bevor sie auf den erneuten Silber-Schmerz einging.
Fünf Wettbewerbe, fünf Medaillen, ich kann mich wirklich nicht beschweren.
Dann fügte sie über die dritte Niederlage gegen Quadarella hinzu:
Das kratzt wirklich am Ego, muss ich sagen.
Die 24-Jährige sagte auch, die dritte Niederlage „tut wirklich weh“. Mit fünf Podestplätzen ist Gose die erste deutsche Schwimmerin seit 20 Jahren, die bei einer einzigen Europameisterschaft fünfmal auf dem Podium stand. Die zweifache Olympiasiegerin und zweifache Weltmeisterin Britta Steffen gelang dies zuletzt 2006 in Budapest mit fünf Medaillen. Die 21-jährige Werner verlässt Paris mit drei Bronzemedaillen über 400 m, 800 m und 1500 m Freistil.
Märtens kämpft sich zu Bronze zurück
Olympiasieger und Weltrekordhalter Lukas Märtens (24) gewann Bronze über 400 m Freistil der Männer im Centre Aquatique Olympique in 3:44,57. Er lag auf dem fünften Platz, bevor er sich auf den letzten 50 Metern mit einem starken Endspurt auf den dritten Platz katapultierte. Der Franzose Léon Marchand holte Gold in 3:43,14, der Ungar Oliver Papai wurde Zweiter in 3:44,46. Der Deutsche Oliver Klemet, der als schnellster Qualifikant aus den Vorläufen ins Finale eingezogen war, wurde Fünfter in 3:45,16 und ging ohne Medaille aus.
Märtens hatte sich nur knapp für das Finale qualifiziert, als Achter der Morgenvorläufe mit 3:46,33. Bronze war seine dritte Medaille der Meisterschaften und die erste Einzelmedaille, zusätzlich zu Silber in der Mixed-4x200-m-Freistilstaffel und Bronze in der 4x200-m-Freistilstaffel der Männer. Er hatte 2022 in Rom Gold über 400 m gewonnen.
- Léon Marchand (FRA)
- 223.14 Sekunden
- Oliver Papai (HUN)
- 224.46 Sekunden
- Lukas Märtens (GER)
- 224.57 Sekunden
- Oliver Klemet (GER, 5.)
- 225.16 Sekunden
Weitere Ergebnisse
Klemet, der am Samstag im Weltrekordrennen von Johannes Liebmann Bronze über 1500 m Freistil gewonnen hatte, verpasste eine zweite Beckenmedaille. Er holte außerdem Gold und Bronze in den Freiwasserwettbewerben in der Seine. Die 100-m-Weltmeisterin Anna Elendt wurde Fünfte über 50 m Brust in 30,35 Sekunden und verpasste das Podest.


