
Toxinbildende Blaualgen in der Ostsee vor Rostock bestätigt
Das Gesundheitsamt Rostock hat toxinbildende Cyanobakterien in der Ostsee bei Warnemünde bestätigt und warnt Schwimmer davor, verfärbtes Wasser zu meiden, ohne jedoch ein Badeverbot auszusprechen.
Bestätigung und Umfang
Das Gesundheitsamt Rostock hat das Vorkommen toxinbildender Cyanobakterien, allgemein als Blaualgen bekannt, in der Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern bestätigt. Die Bestätigung erfolgte nach einem ersten Verdacht, der am Wochenende aufgekommen war, als das Rostocker Gesundheitsamt bereits einen Algenteppich westlich von Warnemünde gemeldet hatte. Das betroffene Gebiet liegt laut NDR-Bericht hauptsächlich zwischen den Strandabschnitten 30 und 36 bei Warnemünde. Ein Stadtsprecher erklärte, dass nicht nur die Ostsee vor Rostock einschließlich Warnemünde, sondern weite Teile der Küste potenziell betroffen seien. Wohin die Organismen letztlich treiben, hänge stark von den Wetterbedingungen ab. Es wurde kein Badeverbot ausgesprochen.
Gesundheitsrisiken und offizielle Hinweise
Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) gibt an, dass Cyanobakterien Giftstoffe produzieren können, die bei Kontakt allergische Reaktionen, Haut- und Schleimhautreizungen sowie bei Verschlucken größerer Mengen verunreinigten Wassers Übelkeit und Erbrechen auslösen können. Der NDR-Bericht ergänzt, dass der Kontakt auch Bindehautentzündung, Ohrenschmerzen sowie Entzündungen des Rachens und der oberen Atemwege durch eingeatmete Tröpfchen verursachen kann. In hohen Konzentrationen können die Toxine zu akuten Leberschäden führen. Tödliche Vergiftungen wurden bei Fischen, Vögeln sowie Haus- und Nutztieren registriert.
Die Stadt gab spezifische Hinweise zur Erkennung von verunreinigtem Wasser.
Wenn das Wasser so trüb ist, dass die Füße in Kniehöhe nicht mehr zu sehen sind, oder wenn Schlieren oder auffällige Verfärbungen im oder auf dem Wasser sichtbar sind, sollte dort das Schwimmen vermieden werden.
Auch Hautkontakt mit solchen Ansammlungen sollte vermieden werden. Anweisungen und Warnungen von Rettungsschwimmern, Strandwarten und der örtlichen Tourist-Information sollten beachtet werden.
Gefährdete Gruppen und Haustiere
Besondere Vorsicht gilt für Kinder, Menschen mit chronischen Erkrankungen, geschwächtem Immunsystem, Kleinkinder und Schwangere, so das Gesundheitsamt und der NDR-Bericht.
Besonders Kinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten vorsichtig sein und auf das Schwimmen verzichten, wenn das Wasser auffällig ungewöhnlich ist.
Hunde sind einer erhöhten Gefahr ausgesetzt, da sie häufig aus Gewässern trinken. Die Stadt warnte davor, dass Hunde niemals auffällig verfärbtes oder mit Cyanobakterien verunreinigtes Wasser trinken sollten, da das Verschlucken größerer Mengen erhebliche Gesundheitsrisiken für die Tiere darstellen kann. Halter sollten Hunde von potenziell verunreinigten Seen und Teichen fernhalten und den Kontakt mit Blaualgen vermeiden.
Warum Blaualgen jetzt gedeihen
Das Sommerwetter an der Ostseeküste bietet ideale Bedingungen für Blaualgen. Kristin Beck vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde erklärte, dass es sich trotz des Namens nicht um klassische Algen, sondern um Cyanobakterien handelt. Diese Organismen vermehren sich besonders gut bei warmem, sonnigem Wetter und nährstoffreichem Wasser der Ostsee und sammeln sich als sichtbare Teppiche an der Wasseroberfläche. Wind und Strömungen können die Ansammlungen kurzfristig verschieben oder auflösen, sodass sich die betroffenen Gebiete schnell ändern können. Einzelne Cyanobakterien sind mit bloßem Auge nicht sichtbar, aber wenn sie massenhaft auftreten, werden sie als Schlieren oder Verfärbungen im Wasser sichtbar. Die Stadt stellte fest, dass je nach Windrichtung und Strömungen Ansammlungen in Badebereichen entstehen oder sich wieder auflösen können, was die Situation sehr variabel macht.


