
Ehemaliger irischer Olympia-Trainer George Gibney wegen sexuellen Missbrauchs junger Schwimmerinnen in den 1970er- und 1980er-Jahren verurteilt
Eine Dubliner Jury befand den ehemaligen Nationaltrainer George Gibney des unsittlichen Angriffs und des versuchten Vergewaltigung von vier jungen Mädchen zwischen 1971 und 1981 für schuldig und beendete damit eine jahrzehntelange Wartezeit auf Gerechtigkeit.
Das Urteil
Am Montag befand eine Jury am Central Criminal Court George Gibney (77) in mehreren Anklagepunkten des unsittlichen Angriffs und in einem Fall des versuchten Vergewaltigung gegen vier Mädchen, die zwischen 1971 und 1981 seine Schwimmschülerinnen waren, für schuldig. Er hatte sich bereits zu Beginn des Prozesses in fünf weiteren Fällen des unsittlichen Angriffs schuldig bekannt. Das Strafmaß wird noch in diesem Monat erwartet.
Ein Trainer im Verborgenen
Gibney war eine dominante Figur im irischen Schwimmsport, stieg zum Olympia-Trainer Irlands für die Spiele von Los Angeles 1984 auf und wurde später nationaler Schwimmdirektor. 1976 gründete er den Schwimmclub Trojan in Blackrock. Die Übergriffe fanden im Glenalbyn Schwimmbad, im Newpark Sports Centre, in seinem Zuhause und in seinem Auto statt, während er Fahrten zum Training anbot.
Jahrzehnte der Flucht
Die ersten Anklagen wurden 1993 erhoben, doch der Oberste Gerichtshof stoppte das Verfahren 1994 nach einer richterlichen Überprüfung, die Verzögerung und mangelnde Konkretheit bemängelte. Gibney floh nach Schottland, dann in die USA und ließ sich in Orlando, Florida, nieder. Er wurde 2025 nach Irland ausgeliefert. Der BBC-Podcast „Where Is George Gibney?“ (2020) trug dazu bei, die öffentliche Aufmerksamkeit zu erneuern und brachte einige Betroffene dazu, sich zu melden.
Betroffene sprechen
Der ehemalige nationale Meister Chalkie White, der als Kind von Gibney missbraucht wurde, sagte im Indo Daily Podcast, er habe nach dem Urteil „gemischte Gefühle“.
Es ist eine gewisse Erleichterung, dass es so weit gekommen ist, aber es hat unheimlich viel gebraucht, um hierher zu kommen, und unheimlich viele Menschen waren betroffen.
Die Geschäftsführerin des Dublin Rape Crisis Centre, Rachel Morrogh, lobte den „langen, schmerzhaften und unglaublich mutigen Weg der Betroffenen zur Gerechtigkeit.“ Sie stellte fest, Gibney habe „Kinder, die sportliche Höchstleistungen zeigten, ausgebeutet“ und sei „im Verborgenen in aller Öffentlichkeit“ gewesen.
George Gibney hat Kinder ausgebeutet, die sportliche Höchstleistungen zeigten. Er hat sie missbraucht, bedroht und erniedrigt. Wie so viele Täter von sexuellem Kindesmissbrauch war er im Verborgenen in aller Öffentlichkeit, und dennoch hat es über 50 Jahre gedauert, bis er sich der Justiz stellen musste.
Der Prozess
Gibney erschien im Rollstuhl vor Gericht und hielt oft einen Rosenkranz in der Hand. Die Jury, bestehend aus sechs Männern und sechs Frauen, hörte erschütternde Aussagen der vier Betroffenen, die heute erwachsen sind. Der Prozess begann im Juni 2026 nach seiner Auslieferung. Am ersten Tag bekannte er sich unerwartet in fünf Fällen schuldig, nachdem er in anderen zunächst auf „nicht schuldig“ plädiert hatte.
- Gibney missbraucht vier junge Schwimmerinnen sexuell in Schwimmbädern im Süden Dublins.
- Gibney sieht sich 27 Anklagen wegen unsittlichen Angriffs vor dem Dún Laoghaire Bezirksgericht gegenüber.
- Der Oberste Gerichtshof stoppt das Verfahren; Gibney flieht nach Schottland und dann in die USA.
- Die Produktionsfirma Second Captains beginnt mit Ermittlungen zu Gibneys Aufenthaltsort.
- Der BBC-Podcast 'Where Is George Gibney?' wird ausgestrahlt und veranlasst neue Betroffene, sich zu melden.
- Gibney wird von Florida nach Irland ausgeliefert, um sich vor Gericht zu verantworten.
- Prozessbeginn am Central Criminal Court; Gibney bekennt sich in fünf Fällen schuldig.
- Die Jury spricht Gibney mehrfach des unsittlichen Angriffs und des versuchten Missbrauchs schuldig.
- Strafmaßverkündung erwartet.


