
Deutsche Gewerkschaften organisieren landesweite Proteste in 15 Städten gegen Sozialkürzungen
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) veranstaltete am 26. September 2026 Demonstrationen in 15 Städten gegen Bundesvorschläge zur Kürzung von Sozialleistungen, Änderung der Arbeitszeiten und Anhebung des Rentenalters.
Koordinierte landesweite Demonstrationen
Am 26. September 2026 versammelten sich Demonstranten in 15 deutschen Städten unter dem gemeinsamen Motto „Schwer erarbeitet. Ihre Arbeit. Ihre Gesundheit. Ihre Rente“. Organisiert vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zusammen mit Wohlfahrts-, Sozial- und Umweltverbänden, richteten sich die landesweiten Kundgebungen gegen geplante Bundeskürzungen im Sozialstaat. Gewerkschaftsvertreter konzentrierten ihren Widerstand auf vorgeschlagene Kürzungen der Sozialleistungen, Anhebungen des gesetzlichen Rentenalters und Schritte hin zu flexibleren Arbeitszeiten. Der organisierende Dachverband vertritt acht Mitgliedsgewerkschaften und rund 5,4 Millionen Beschäftigte in ganz Deutschland. Auch politische Parteien wie Die Linke kündigten ihre Teilnahme an den Demonstrationen in mehreren Landeshauptstädten an.
Teilnehmerzahlen in Frankfurt und Saarbrücken
In Frankfurt am Main versammelten sich Demonstranten zu einer Auftaktkundgebung, bevor sie mit Transparenten mit der Aufschrift „#nichtamMenschensparen“ und Sprüchen, die besagten, dass Armut nicht wegsparen werden könne, durch die Innenstadt zogen. Die Frankfurter Polizei meldete eine geschätzte Menge von 15.000 Menschen und erklärte, die Veranstaltung sei ohne Zwischenfälle verlaufen, während die organisierenden Gewerkschaften die Teilnehmerzahl auf über 30.000 schätzten. Der DGB-Bezirksvorsitzende Michael Rudolph erklärte, dass Arbeitnehmer, die jeden Morgen aufstehen und Steuern zahlen, nicht am Ende die Rechnung für Haushaltsdefizite begleichen dürften. In Saarbrücken meldeten sowohl die örtliche Polizei als auch der DGB eine identische Schätzung von rund 12.000 Teilnehmern in der Landeshauptstadt.
Gute Arbeit, ein starker Sozialstaat und eine verlässliche Rente sind keine Last, sondern die Grundlage für eine gerechte Gesellschaft und eine starke Wirtschaft.
Kundgebungen in Berlin, Hamburg und Erfurt
Auch in anderen Landeshauptstädten versammelten sich Menschen, um gegen die bundesweite Sozialgesetzgebung zu protestieren. In Berlin versammelten sich zwischen 5.500 Demonstranten (nach Polizeischätzung) und 12.000 (nach Gewerkschaftsangaben) vor dem Roten Rathaus. In Hamburg versammelten sich Mitglieder der Gewerkschaft ver.di und des Bündnisses „unkürzbar Hamburg“ um 10:00 Uhr am Besenbinderhof, bevor sie über die Kurt-Schumacher-Allee und die Mönckebergstraße zum Rathausmarkt zogen, wo um 11:55 Uhr eine Kundgebung stattfand, die nach Polizeiangaben rund 2.000 Menschen anzog. In Erfurt marschierten 1.900 Teilnehmer bei Spitzenbelastung (nach Polizeiangaben) und 4.000 (nach DGB-Angaben) vom Hauptbahnhof über den Juri-Gagarin-Ring und den Hirschgarten zum Anger.
- Frankfurt
- 15000
- Saarbrücken
- 12000
- Berlin
- 5500
- Hamburg
- 2000
- Erfurt
- 1900
Gewerkschaftsführung fordert wirtschaftliche Alternativen
Gewerkschaftsführer bestanden darauf, dass wirtschaftliche Schwierigkeiten nicht durch Kürzungen bei Sozialprogrammen und Arbeitnehmerschutz gelöst werden können. Susanne Wingertszahn, DGB-Landeschefin für Rheinland-Pfalz und Saarland, erklärte, die soziale Sicherung sei eine Versicherung für Krisenzeiten und keine staatliche Wohltätigkeit, und kündigte weitere politische Aktionen an. Der stellvertretende DGB-Bundesvorsitzende Stefan Körzell rief die Bundesregierung auf, die Energiepreise zu senken und in industrielle Innovationen zu investieren, anstatt den Arbeitnehmern Austerität aufzuerlegen.
Sozialer Kahlschlag ist die falsche Therapie für die wirtschaftlichen Herausforderungen unseres Landes.
Das IG-Metall-Vorstandsmitglied Ralf Reinstädtler argumentierte, dass die Bundesregierung zwischen der Bereitstellung von Stabilität während des industriellen Wandels oder der Schädigung des sozialen Zusammenhalts wählen müsse. Die Gewerkschaften formulierten konkrete Forderungen, darunter die Beibehaltung des Renteneintritts nach 45 Beitragsjahren, den Schutz von Altersteilzeitregelungen, die Erhaltung des Acht-Stunden-Arbeitstags, die Festlegung eines gesetzlichen Rentenniveaus von mindestens 50% und eine effizientere Finanzierung des Gesundheitssystems.


