
Posen: 60-Jähriger geschlagen, nachdem er ukrainischen Jugendlichen in Straßenbahn verteidigt hatte; Polizei sucht Verdächtige
Ein 60-jähriger Mann wurde am 17. Juli in Posen geschlagen und getreten, nachdem er eingegriffen hatte, als drei Männer einen ukrainischen Jugendlichen in einer Straßenbahn verbal angriffen. Die Polizei hat Videoaufnahmen gesichert und arbeitet daran, die Verdächtigen zu identifizieren.
Der Vorfall
Am Freitag, dem 17. Juli, fuhr ein 60-jähriger Mann mit der Straßenbahnlinie 16 von Dębiec in Richtung Osiedle Sobieskiego in Posen. Er wurde Zeuge, wie drei Männer einen ukrainischen Jugendlichen verbal angriffen. Der Junge reagierte nicht, aber der 60-Jährige versuchte, die Situation zu beruhigen. Daraufhin richteten die Männer ihre Aggression gegen ihn. Nachdem die Gruppe an der ul. Kurpińskiego ausgestiegen war, schlug einer der Angreifer dem Opfer mehrmals mit der Faust ins Gesicht und versetzte ihm einen Kniestoß gegen Brust und Kopf. Der Mann stürzte. Eine Frau an der Haltestelle trennte sie, und die Angreifer flohen.
Der Mann begann, das Opfer mit den Fäusten ins Gesicht zu schlagen, dann versetzte er ihm einen Kniestoß gegen Brust und Kopf. Der gesamte Vorfall dauerte weniger als eine Minute.
- Drei Männer beschimpfen einen ukrainischen Jugendlichen in der Straßenbahnlinie 16 in Posen; ein 60-jähriger Fahrgast greift ein.
- Nach dem Ausstieg an der ul. Kurpińskiego schlägt einer der Angreifer dem 60-Jährigen ins Gesicht und kniet ihm gegen Brust und Kopf; eine Frau trennt sie, die Angreifer fliehen.
- Das Opfer, das unter Gedächtnisverlust leidet, erstattet gemeinsam mit seiner Ehefrau Anzeige bei der Polizei.
- Die Polizei erhält Videoaufnahmen aus der Straßenbahn und von der Haltestelle; die Ermittlungen zur Identifizierung der Verdächtigen dauern an.
Zustand des Opfers und Polizeibericht
Das Opfer erlitt Gedächtnisverlust und begab sich ins Krankenhaus. Es erstattete am nächsten Tag, Samstag, dem 18. Juli, gemeinsam mit seiner Frau Anzeige bei der Polizei. Da es sich weder an die Straßenbahnfahrt noch an den Angriff selbst erinnern konnte, mussten die Beamten den Hergang anhand von Zeugenaussagen und Videoaufnahmen rekonstruieren.
Wir begannen, den Ort des Vorfalls zu ermitteln, weil der Mann unter Gedächtnisverlust leidet. Er wusste nicht mehr, in welcher Straßenbahn er saß, wo er ein- oder ausstieg, noch den Vorfall selbst.
## Ermittlungen Die Polizei sicherte Videoaufnahmen aus der Straßenbahn und von der Haltestelle, befragte Augenzeugen und beschaffte ein Video, das in sozialen Medien zu kursieren begann. Die Aufnahmen bestätigten die Schilderung des Opfers. Am Montag, dem 20. Juli, sollten weitere Aufnahmen vom städtischen Verkehrsbetrieb geliefert werden. Die Beamten arbeiten daran, die Verdächtigen zu identifizieren, die als Männer zwischen 25 und 30 Jahren beschrieben werden. Ein Polizeisprecher erklärte, dass, falls die Männer nicht schnell gefunden würden, ihre Bilder möglicherweise veröffentlicht würden.
Die MPK stellte uns Aufnahmen aus dem Fahrzeug zur Verfügung. Wir identifizierten und befragten auch Augenzeugen. Wir haben auch Aufnahmen, die im Internet zu kursieren begannen. Wir haben also alles Material. Jetzt gilt es herauszufinden, wer diese Personen sind.
Weiterer Kontext zu Hassverbrechen
Der Angriff ist Teil eines dokumentierten Anstiegs von Hassverbrechen in Polen. Vize-Innenminister Czesław Mroczek berichtete von einem Anstieg um 30 %, von 760 Vorfällen im Jahr 2024 auf 1.200 im Jahr 2025. Ein Bericht vom Juni 2026 mit dem Titel „Nie jesteśmy w domu. Ukraińscy migranci i uchodźcy o relacjach z Polakami“ von Dr. Olena Babakova und Prof. Przemysław Sadura dokumentierte eine wachsende anti-ukrainische Stimmung. Zudem untersuchte das Analysezentrum Res Futura knapp 520.000 Social-Media-Beiträge vom Mai 2026 und stellte eine zunehmend verbreitete anti-ukrainische Haltung online fest.
- 2024
- 760 Vorfälle
- 2025
- 1200 Vorfälle


