Kurz gefasst
- Dezember 2020Ein mit González Amador verbundenes Unternehmen kauft die Círculo de Belleza S.L. für rund 500.000 Euro
- 10.06.Der Ermittlungsrichter genehmigt Bankauskünfte ab dem 1. Januar 2014 und stellt die Steuer- und Sozialversicherungsdaten zurück
- 7.07.Die Anwälte von González Amador erklären, sie widersetzten sich den Auskunftsersuchen zu Steuern und Sozialversicherung nicht
- 20.10.Die Audiencia Provincial ordnet an, dass die UCO Bank-, Steuer- und Sozialversicherungsdaten abgleicht
Ein Beschluss, der den Ermittlungsrichter korrigiert
Die Audiencia Provincial de Madrid hat am 20. Oktober 2026 einer Beschwerde der Madrider Staatsanwaltschaft stattgegeben und einen Beschluss des Ermittlungsgerichts Nr. 19 von Madrid aufgehoben. Jenes Gericht unter dem Vorsitz von Richter Antonio Viejo hatte der UCO-Einheit der Guardia Civil erlaubt, Bankunterlagen im Zusammenhang mit dem Fall zu erheben, die Prüfung von Steuer- und Sozialversicherungsdaten jedoch bis zum Abschluss der ersten Bankprüfungen zurückgestellt. Das dreiköpfige Richtergremium kam zu dem Schluss, dass beide Datensätze gemeinsam ausgewertet werden sollten, damit die Ermittlungen so schnell wie möglich abgeschlossen werden können. In seinem schriftlichen Beschluss heißt es:
„erforderlich, die Bankinformationen mit den Steuer- und Sozialversicherungsinformationen zu diesen natürlichen und juristischen Personen abzugleichen“
Die Richter fügten hinzu, die ursprüngliche Entscheidung habe darauf abgezielt, Eingriffe in personenbezogene Daten zu begrenzen, sie hielten es jedoch für erforderlich, dass die UCO die Unterlagen direkt abgleicht.
Was Gegenstand der Ermittlungen ist
Der Fall betrifft González Amador, den Lebensgefährten der Madrider Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso, und ist Teil eines separaten Verfahrens wegen des Verdachts der Korruption im Geschäftsverkehr und der Untreue in der Amtsführung. Im Zentrum der Ermittlungen steht eine Übernahme aus dem Jahr 2020. Im Dezember 2020 kaufte ein mit González Amador verbundenes Unternehmen die Círculo de Belleza S.L. für rund 500.000 Euro. Die Ermittler prüfen, ob diese Zahlung eine Provision an eine Führungskraft von Quirón Prevención, Fernando Camino, abdecken sollte, weil das Unternehmen seiner Lebensgefährtin gehörte, wie RTVE berichtet. Die Madrider Staatsanwaltschaft vertritt die Auffassung, das Unternehmen habe keinen echten Wert gehabt und es habe sich um ein Geschäftslokal mit drei Lasergeräten zur Haarentfernung gehandelt. Die Ermittlungen betreffen zudem die Umsätze von Maxwell Cremona, einem mit González Amador verbundenen Unternehmen; laut ABC erzielten seine Firmen zwischen 2020 und 2023 rund sechs Millionen Euro aus Verträgen, die Quirón in Rechnung gestellt wurden, darunter Verkäufe von Medizinbedarf während der Pandemie.
Zeitlicher Ablauf und Positionen der Parteien
Am 10. Juni genehmigte der Ermittlungsrichter Bankauskünfte für den Zeitraum vom 1. Januar 2014 bis heute, nicht aber die Auskünfte zu Steuern und Sozialversicherung. Am 7. Juli erklärten die Anwälte von González Amador laut ABC, sie widersetzten sich den Auskunftsersuchen an die Sozialversicherungskasse (TGSS) und die Steuerbehörde (AEAT) nicht. Die Staatsanwaltschaft legte gegen die Weigerung des Richters, diese Unterlagen einzuholen, Beschwerde ein, und Más Madrid und die PSOE, die in dem Verfahren als Popularkläger auftreten, schlossen sich der Beschwerde an. Das Gericht stellt fest, diese Parteien zeigten nun nicht nur Übereinstimmung, sondern auch Interesse daran, dass die Steuer- und Sozialversicherungsdaten erhoben werden. Die wichtigsten Daten sind im Folgenden aufgeführt.
Nächste Schritte und ein separates Verfahren
Die UCO kann nun die vollständigen Steuer- und Sozialversicherungsunterlagen der Personen und Unternehmen in dem Fall anfordern, statt das Ende der Bankprüfungen abzuwarten. Der erfasste Zeitraum entspricht dem der Bankgenehmigung und reicht von 2014 bis heute. Richter Antonio Viejo muss den Beschluss der Audiencia umsetzen. Unabhängig davon muss sich González Amador in einem anderen Verfahren vor einem Madrider Strafgericht wegen Steuerbetrugs und Urkundenfälschung verantworten, das von der Korruptionsermittlung getrennt ist.