
Spaniens Nationalgericht stoppt Migrantenlager im Hafen von Ceuta nach Polizeigewerkschaftsklage
Die Nationale Gerichtsbarkeit in Madrid hat die Pläne zur Einrichtung einer provisorischen Migrantenaufnahmeeinrichtung im Hafen von Ceuta vorübergehend ausgesetzt. Sie ordnete an, dass das Verkehrsministerium die Bauarbeiten stoppen und nicht veröffentlichte Verwaltungsakten vorlegen muss, nachdem eine Polizeigewerkschaft rechtliche Schritte eingeleitet hatte.
Aussetzung der Hafenarbeiten
Die achte Kammer des Verwaltungsgerichtshofs des spanischen Nationalgerichts ordnete am Mittwochmorgen an, dass das Ministerium für Verkehr und nachhaltige Mobilität die Durchführung eines Beschlusses zur Einrichtung eines provisorischen Aufnahmelagers im Hafen von Ceuta einfrieren muss. Die richterliche Anordnung stoppte den Bau von Zelten, Ruhezonen und Sanitätsstationen, die für die Unterbringung von Personen vorgesehen waren, die bei Überfahrten am 30. und 31. Juli die autonome Stadt erreicht hatten.
Das Gericht entschied, dass die Regierung die Anordnung nicht vollstrecken darf, bis die Richter über einen von Polizeivertretern beantragten dringenden vorsorglichen Antrag entschieden haben. Das Tribunal forderte das Ministerium auf, die Resolution und die vollständige Verwaltungsakte mit äußerster Dringlichkeit elektronisch einzureichen, und wies darauf hin, dass die ministerielle Genehmigung nicht im Staatsanzeiger (BOE) veröffentlicht worden sei.
Sicherheitsbedenken der Gewerkschaft
Der Beschluss war die Antwort auf eine Beschwerde der Gewerkschaft Unificada de Policía (SUP), die eine sofortige Aussetzung ohne vorherige Anhörung der Verwaltung beantragt hatte. Die Gewerkschaft beanstandete die Entscheidung, eine Aufnahmeeinrichtung neben kritischer Hafeninfrastruktur zu platzieren, und wies auf die Nähe zu Treibstoff- und Energielagern hin.
Die Gewerkschaft verwies auf jüngste Brände in informellen Siedlungen in ganz Ceuta als Beleg dafür, dass vor der Eröffnung des Geländes Sicherheitsprotokolle erstellt werden müssten.
Aktuelle Brände in verschiedenen Siedlungen in Ceuta zeigen auch, dass die Risiken von Feuer, Evakuierung und Notfallmaßnahmen im Voraus bewertet werden müssen – sowohl für die untergebrachten Personen und die Hafenarbeiter als auch für die Polizisten, die eingreifen müssen.
Die Gewerkschaft plädierte für alternative Lösungen zur Entlastung der autonomen Stadt, darunter die Charter eines Wohnschiffs zur vorübergehenden Unterbringung der Ankommenden.
Wir stellen die humanitäre Hilfe nicht infrage. Wir stellen die Improvisation eines Standorts dieser Art infrage, ohne vorher alle Sicherheitsgarantien nachzuweisen.
Zeitplan und Kapazität der Verlegung
Der umstrittene Plan sah etwa 16.000 Quadratmeter in der westlichen Erweiterung des Hafens vor, basierend auf einer am 5. September von Verkehrsminister Óscar Puente unterzeichneten Resolution. Diese Vereinbarung ermächtigte das Ministerium für Integration, soziale Sicherheit und Migration, das Gelände mindestens bis Jahresende zu betreiben. Die Kapazitätsschätzungen beliefen sich je nach Schätzung auf 700 bis 1.700 Plätze.
- Ankünfte am 30. und 31. Juli in Ceuta von Marokko aus nach Überfahrten
- Verkehrsminister Óscar Puente unterzeichnet Beschluss zur Bereitstellung von 16.000 Quadratmetern Hafenfläche
- Gewerkschaft Unificada de Policía reicht dringende Beschwerde gegen unveröffentlichte Hafenlager-Anordnung ein
- Nationalgericht setzt Durchführung der Ministerialverfügung aus und fordert Verwaltungsakten an
- Geplanter Starttermin für die Verlegung der ersten 800 Migranten von den Strandlagern in die Hafenbehausungen
Die Zentralregierung plante, am Donnerstagmorgen mit der Verlegung der ersten 800 Migranten aus improvisierten Lagern am Strand El Trampolín zu beginnen. Die Lage im Hafen stieß auf Widerstand von Geschäftsinhabern, Anwohnern und der autonomen Regierung von Ceuta, die argumentierten, dass die Nutzung des Hafengebiets ein strategisches wirtschaftliches Gut beeinträchtige.


