
Gericht hebt Geldstrafe von 10.001 Euro gegen Sílvia Orriols auf, Aliança Catalana benennt Kandidaten für 2027
Ein katalanisches Gericht hat eine von der Regierung verhängte Geldstrafe in Höhe von 10.001 Euro gegen die Bürgermeisterin von Ripoll, Sílvia Orriols, aufgehoben, während ihre Partei Aliança Catalana auf ihrem Parteitag in Ripoll acht neue Kandidaten für die Kommunalwahlen 2027 bekannt gab.
Aufhebung der Verwaltungsstrafe
Ein Gericht hat eine von der Generalitat Kataloniens gegen die Vorsitzende von Aliança Catalana, Sílvia Orriols, verhängte Geldstrafe von 10.001 Euro aufgehoben. Die Sanktion resultierte aus Äußerungen zur Einwanderungspolitik, die Orriols 2022 in einem Interview des Fernsehsenders 8TV machte. In der Sendung argumentierte Orriols gegen die ihrer Ansicht nach massive Einwanderung von Muslimen und erklärte, der Islam sei mit westlichen Werten unvereinbar. Sie behauptete weiter, dass das Bevölkerungswachstum unter Anhängern islamischer Traditionen zur Einführung von Religionsgesetzen, Frauenfeindlichkeit und Homophobie in Katalonien führen könnte. Nach diesen Äußerungen leitete das Amt für Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung der katalanischen Regierung ein Disziplinarverfahren gegen sie ein.
Rechtsstreit und Gerichtsentscheidung
Die damalige Regionalregierung unter dem katalanischen Präsidenten Pere Aragonès (ERC) verhängte die 10.001-Euro-Strafe im April 2024 endgültig. Nachdem Orriols den regionalen Verwaltungsrechtsweg ausgeschöpft hatte, legte sie vor Gericht eine verwaltungsrechtliche Klage ein und argumentierte, ihre Aussagen seien als politische Vertreterin durch das Recht auf Meinungsfreiheit geschützt. Das Gericht gab ihrer Klage statt und hob die Geldstrafe auf, da die Regionalregierung nicht nachweisen konnte, dass ihre Äußerungen eine rechtswidrige Diskriminierung darstellten. Jordi Coma, Anwalt und Mitglied des Rechtssekretariats von Aliança Catalana, begrüßte das Urteil.
- Sílvia Orriols äußert sich in einem Interview auf 8TV zur Einwanderung.
- Die katalanische Regierung verhängt eine Verwaltungsstrafe von 10.001 Euro gegen Sílvia Orriols.
- Aliança Catalana gibt die gerichtliche Aufhebung der Geldstrafe auf ihrem Parteitag bekannt.
Zweiter Kommunalparteitag in Ripoll
Orriols gab die Gerichtsentscheidung am 19. September 2026 während des zweiten Kommunalparteitags von Aliança Catalana im Teatre Comtal in Ripoll öffentlich bekannt, wo sie als Bürgermeisterin amtiert. Nach der Versammlung äußerte sie sich auf ihren Social-Media-Kanälen zu dem Ergebnis.
Ich habe den Prozess gegen die Generalitat und das Ministerium für Gleichstellung und Feminismen gewonnen.
In ihren Ausführungen erklärte Orriols, der Versuch der Regionalregierung, ihre Rede durch Geldstrafen einzuschränken, sei gescheitert. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen von Parteitagssitzungen, die darauf abzielten, angehende Gemeinderatskandidaten auf Debatten im Gemeinderat, strategische Wahlkampfplanung und öffentliche Reden vorzubereiten.
Kandidatenankündigungen für 2027
Auf dem Parteitag stellte Aliança Catalana acht neue Kandidaten für die Kommunalwahlen 2027 vor, womit die Gesamtzahl der bestätigten lokalen Kandidaten der Partei auf 51 stieg. In der Provinz Girona nominierte die Partei Àlex Fernández für Sant Feliu de Guíxols und Aleix Boix für Roses. In der Provinz Lleida wurde Josep Juanola für Biosca ausgewählt. In der Provinz Barcelona nominierte die Partei Ester Hosta in Navàs, Josep Valls in Rajadell, Miquel Santiago in Tiana, Jaume Valls in Vilassar de Mar und Xavier Merlos in Alella. In ihrer Rede an die Teilnehmer forderte Orriols die Kandidaten auf, angesichts öffentlicher Kritik und Konfrontation während des Wahlkampfs Entschlossenheit zu zeigen, und erklärte, die Partei wolle ihre kommunale Präsenz in ganz Katalonien ausbauen.


