
Bayerischer Justizminister Georg Eisenreich kündigt Rücktritt an – geplanter schrittweiser Ausstieg aus der Politik
Georg Eisenreich wird am 30. September 2026 als bayerischer Justizminister zurücktreten und damit einen schrittweisen Rückzug aus der Landespolitik einleiten, der mit dem Ende seiner Parlamentszeit 2028 abgeschlossen sein wird.
Schrittweiser Ausstieg aus der bayerischen Politik
Der bayerische Justizminister Georg Eisenreich gab am 17. September 2026 bekannt, dass er sein Kabinettsamt am 30. September 2026 niederlegen wird. Der 55-jährige Politiker der Christlich-Sozialen Union (CSU) informierte Ministerpräsident Markus Söder in einem privaten Gespräch über seine Entscheidung, bevor er in München eine Pressekonferenz abhielt. Eisenreich plant einen dreistufigen Rückzug aus öffentlichen Ämtern: Ende September verlässt er die Landesregierung, im Sommer 2027 gibt er den Vorsitz des CSU-Bezirksverbands München ab, und im Herbst 2028 scheidet er aus dem Bayerischen Landtag aus, wenn die laufende Legislaturperiode endet.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bedauerte den Weggang persönlich und bestätigte, dass der Übergang zügig erfolgen werde.
Georg Eisenreich hat eine bewusst private Entscheidung getroffen, die ich zutiefst bedaure.
Motive und Zukunftspläne
Eisenreich erklärte, er habe nie vorgehabt, sein gesamtes Berufsleben in der Politik zu verbringen. Mit 32 Jahren zog er 2003 in den Bayerischen Landtag ein und absolvierte 13 Jahre in Landesregierungsämtern, darunter als Staatssekretär und Digitalminister, bevor er das Justizressort übernahm.
Ich habe mich entschieden, zu einem Zeitpunkt zurückzutreten, an dem ich jung genug für neue berufliche Aufgaben bin.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Kabinett plant Eisenreich, als Rechtsanwalt in die juristische Praxis zurückzukehren, mit Schwerpunkt auf Digitalisierung, Legal Tech, Künstlicher Intelligenz und Start-up-Beratung. Er beabsichtigt zudem, einen wissenschaftlichen Kommentar zur Bayerischen Verfassung mitzuverfassen und ohne ministerielle Einschränkungen Kabaretttexte zu schreiben, und verwies dabei auf seinen Auftritt bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung im Juni gemeinsam mit den Kabarettisten Django Asül und Luise Kinseher. Er betonte, dass das Verlassen des Exekutivamts ihn von ständigem Personenschutz befreien und ihm mehr Zeit für seine Familie verschaffen werde.
Achtjährige Amtszeit im Justizministerium
Eisenreich übernahm im November 2018 die Leitung des Bayerischen Justizministeriums und war damit der am längsten amtierende Justizminister eines Bundeslandes in Deutschland. Während seiner Amtszeit richtete das Ministerium 2020 Bayerns ersten eigenen Hate-Speech-Beauftragten ein, um Online-Hetze zu verfolgen. Eisenreich bewältigte zudem die politischen Folgen von Vorwürfen der Misshandlung von Gefangenen in der Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen und brachte später einen präventiven Strafvollzugsreformgesetzentwurf durch den Landtag, der noch vor der Sommerpause einstimmig verabschiedet wurde.
- Im Alter von 32 Jahren in den Bayerischen Landtag gewählt
- Unter Horst Seehofer zum Staatssekretär in der bayerischen Landesregierung ernannt
- Von Markus Söder zum bayerischen Justizminister ernannt
- Richtet Bayerns ersten eigenen Hate-Speech-Beauftragten ein
- Tritt als bayerischer Justizminister zurück
- Plangemäßer Rücktritt als Vorsitzender des CSU-Bezirksverbands München
- Verlässt den Bayerischen Landtag nach 25 Jahren als gewähltes Mitglied
Nachfolgeprozess im CSU-Kabinett
Söder kündigte an, dass er Eisenreichs Nachfolger während der Klausurtagung der CSU-Landtagsfraktion im Kloster Banz in der kommenden Woche vorstellen werde. Die Vereidigung des neuen Justizministers ist für den 30. September 2026 im Landtag vorgesehen. Die Ernennung erfordert von Söder, die regionale Vertretung innerhalb der CSU-Koalition zu berücksichtigen. München ist derzeit mit Eisenreich und Wissenschaftsminister Markus Blume stark vertreten, wobei der frühere Staatsanwalt Alexander Dietrich und der Abgeordnete Josef Schmid zu den theoretischen lokalen Kandidaten gehören. Abgeordnete aus Oberfranken, die derzeit nur einen Staatssekretärsposten mit Martin Schöffel besetzen, haben den parlamentarischen Geschäftsführer Michael Hofmann als Kandidaten aufgestellt, während der frühere Justizminister Winfried Bausback aus Unterfranken und Landtagsvizepräsident Tobias Reiß aus der Oberpfalz weitere potenzielle Optionen bleiben.


