
Sieben Festnahmen in Bari wegen paramilitärischer Überfallbande auf Geldtransporter; auch Ex-Bürgermeister wird ermittelt
Die Carabinieri haben am 10. Juli sieben Männer aus Cerignola festgenommen. Sie stehen im Verdacht, Teil einer kriminellen Organisation zu sein, die mit Sturmgewehren, Sprengstoff und gestohlenen Fahrzeugen Geldtransporter überfiel. Ein ehemaliger Bürgermeister gehört zu den 16 Beschuldigten.
Die Festnahmen
Sieben Männer aus Cerignola in der Provinz Foggia wurden am 10. Juli im Rahmen einer großen Anti-Mafia-Operation festgenommen. Die vom Ermittlungsrichter in Bari auf Antrag der dortigen Antimafia-Bezirksdirektion (DDA) angeordneten Vorsichtsmaßnahmen richten sich insgesamt gegen 16 Personen. Neun weitere stehen noch unter Verdacht, sind aber nicht in Haft; darunter der ehemalige Bürgermeister von Cerignola, Antonio Giannatempo, ein pensionierter Gynäkologe, dem Beihilfe (favoreggiamento) vorgeworfen wird. Die DDA von Bari hat für den 10. Juli um 10.30 Uhr eine Pressekonferenz anberaumt, um weitere Einzelheiten zu nennen.
Der Überfall vom November 2024
Im Zentrum des Falles steht ein gewaltsamer Angriff am 6. November 2024 auf der Staatsstraße 96 nahe Toritto in der Gegend von Bari. Ein Kommando stoppte einen Geldtransporter mit rund 1 Million Euro Bargeld. Die Räuber feuerten zahlreiche Schüsse aus Kalaschnikow-Sturmgewehren auf die Sicherheitskräfte ab, zündeten Sprengsätze, die den hinteren Teil des Fahrzeugs aufsprengten, und setzten mehrere Autos in Brand, um Fluchtwege zu blockieren und die Strafverfolgung zu behindern. Ein Teil des Geldes wurde sichergestellt; die Ermittler konnten die genaue Beutesumme nicht ermitteln, da ein Teil des Bargelds bei dem Überfall zerstört wurde.
Mafia-Methode und kriminelle Struktur
Die DDA von Bari hat erstmals den erschwerenden Umstand der Mafia-Methode auf eine derartige bewaffnete Raubbande angewandt. Die Staatsanwaltschaft verwies auf die Identität der Beteiligten, die mutmaßlich Verbindungen zu organisierte-Kriminalität-Netzwerken haben, sowie auf die systematische Planung: Beschaffung von Kriegswaffen, Sprengstoff und gestohlenen Fahrzeugen, minutiöse operative Vorbereitung und eine paramilitärisch durchgeführte Tat. Die Ermittler beschrieben die Gruppe als einen der gefährlichsten Ableger des kriminellen Milieus von Cerignola, das seit langem als nationaler Bezugspunkt für Angriffe auf gepanzerte Geldtransporter gilt.
Weitere Straftaten
Der Organisation wird außerdem vorgeworfen, am 15. April 2025 vier Linienbusse in Ostuni in der Provinz Brindisi gestohlen zu haben. Laut Anklage sollten die Busse für zukünftige Überfälle verwendet werden, einem taktischen Muster folgend, das bereits von Banden aus Cerignola angewandt wurde. Bei Durchsuchungen entdeckten und beschlagnahmten die Carabinieri sieben gestohlene Autos in einem Depot in Trinitapoli.
Der Polizeieinsatz
Über 100 Militärangehörige des Provinzkommandos Bari waren an der Vollstreckung der Haftbefehle beteiligt, unterstützt von einem Hubschrauber, Spezialeinheiten sowie Ersteingreifteams und operativen Unterstützungsgruppen, die normalerweise für Anti-Terror-Einsätze vorgesehen sind. Die von der DDA Bari koordinierte Ermittlung rekonstruierte eine kriminelle Vereinigung, die sich auf spektakuläre Überfälle auf Geldtransporter spezialisiert hatte, die nach den Worten des Haftbefehls von rücksichtsloser Wildheit geprägt waren.
- Bewaffneter Überfall auf einen Geldtransporter auf der SS96 nahe Toritto; Einsatz von Kalaschnikows und Sprengstoff, rund 1 Million Euro Bargeld an Bord.
- Diebstahl von vier Linienbussen in Ostuni, angeblich für künftige Überfälle bestimmt.
- Sieben Männer festgenommen; Vorsichtsmaßnahmen gegen insgesamt 16 Personen vollstreckt; Pressekonferenz in Bari abgehalten.


