
Mindestens 25 Tote, 100 Verletzte bei Zusammenstößen rivalisierender Banden im Gefängnis Negombo in Sri Lanka
Gewalt zwischen rivalisierenden Häftlingsgruppen im Gefängnis Negombo in Sri Lanka hat mindestens 25 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt. Die Behörden machen einen Streit über Drogenhandel dafür verantwortlich.
Was geschah
Am Sonntagabend brachen Zusammenstöße zwischen zwei Häftlingsgruppen im Hochsicherheitsgefängnis Negombo aus, etwa 35 Kilometer nördlich von Colombo. Die Gewalt dauerte bis Montag an, wobei Häftlinge Berichten zufolge Gefängniswaffen an sich rissen und später versuchten, das Haupttor zu stürmen. Sicherheitskräfte wurden eingesetzt und aus dem Inneren der Anlage waren Schüsse zu hören. Die Behörden erklärten, die Lage sei bis Montagnachmittag unter Kontrolle gebracht worden.
- Zusammenstöße zwischen zwei Häftlingsgruppen brechen aus.
- Zwei Tote, Dutzende Verletzte; Häftlinge beschlagnahmen Gefängniswaffen.
- Häftlinge klettern aufs Dach und fordern Freilassung; Teil des Daches stürzt ein.
- Häftlinge versuchen, Haupttor zu stürmen; Sicherheitskräfte werden eingesetzt, Schüsse sind zu hören.
- Lage laut Behörden unter Kontrolle gebracht.
Opfer und Verletzte
Die Zahl der Todesopfer variierte je nach offiziellen und Medienquellen. Polizei- und Krankenhausquellen teilten Reuters mit, dass 25 Menschen getötet und etwa 100 verletzt wurden. Spiegel Online berief sich auf offizielle Zahlen von mindestens 26 Toten, darunter 19 Häftlinge und sieben Wärter. Le Monde berichtete von mindestens 23 Toten, darunter sechs Wärter. BBC und Deutsche Welle gaben die Zahl mit 25 Toten an, darunter vier Wärter. ČT24 und Niezalezna.pl meldeten 19 Tote, darunter 15 Häftlinge und vier Wärter. Die Zahl der Verletzten überstieg in den meisten Berichten 100.
Einige hatten Schusswunden, andere Schnittwunden und schwere Prellungen erlitten.
Ursache und Hintergrund
Erste Ermittlungen deuteten auf einen Zusammenstoß rivalisierender Banden hin, die in organisierte Kriminalität und Drogenhandel verwickelt sind. Lokale Medien berichteten, dass die Gewalt möglicherweise durch einen Häftling ausgelöst wurde, der einen Drogenbetrieb im Gefängnis verriet. Eine anonyme Polizeiquelle teilte AFP mit, die Situation sei „völlig außer Kontrolle geraten“ und vier Wärter seien getötet worden, als sie versuchten, die Unruhen zu stoppen.
Die Situation ist völlig außer Kontrolle geraten. Vier Wärter wurden getötet, als sie versuchten, die Unruhen zu stoppen.
Sicherheitsreaktion und Dachprotest
Während der Unruhen kletterten Gruppen männlicher Gefangener und Frauen aus einer benachbarten Abteilung auf die Gefängnisdächer und forderten ihre Freilassung. Ein Teil des Daches stürzte ein, wobei mehrere Frauen verletzt wurden. Spezialeinsatzkräfte der Polizei wurden gerufen, betraten das Gefängnisgelände jedoch nicht sofort. Das Militär wurde außerhalb der Anlage in Bereitschaft versetzt. Aufnahmen zeigten eine große Polizeipräsenz und verletzte Häftlinge, die mit Bussen ins Krankenhaus gebracht wurden.
Überbelegung und frühere Warnungen
Die Gefängnisse in Sri Lanka sind stark überbelegt. Offizielle Zahlen, die von Spiegel zitiert werden, beziffern die Gesamtzahl der Häftlinge auf 41.250, etwa das Vierfache der Auslegungskapazität des Systems. Amnesty International hatte zuvor vor Folter durch Mithäftlinge im Gefängnis Negombo gewarnt, und die Medien berichteten wiederholt über Unruhen und Überbelegung. Im Dezember 2023 gewährte der damalige Präsident Ranil Wickremesinghe über 1.000 Gefangenen eine Amnestie, nachdem fast 15.000 Menschen im Rahmen von Anti-Drogen-Operationen festgenommen worden waren.


