
Mindestens 19 Tote, über 100 Verletzte bei Zusammenstößen rivalisierender Drogenbanden in Gefängnis in Sri Lanka
Die Gewalt brach am Sonntagabend im Gefängnis von Negombo nördlich von Colombo aus, als zwei Gruppen von Häftlingen aneinandergerieten. Dabei kamen mindestens 19 Menschen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt.
Was geschah
Am Sonntagabend brachen im Gefängnis von Negombo, etwa 35 km nördlich der Hauptstadt Colombo, Zusammenstöße zwischen zwei Häftlingsgruppen aus. Die Gewalt dauerte bis Montag an; lokale Medien zeigten verletzte Insassen, die in Busse in Richtung Krankenhäuser verladen wurden. Das sri-lankische Militär wurde in Bereitschaft vor der Anlage versetzt, um die Polizei bei Bedarf zu unterstützen.
Die Situation ist völlig außer Kontrolle geraten.
Opfer
Der Krankenhausdirektor Pushpa Gamlath teilte AFP mit, dass die Leichen von vier Gefängniswärtern und 15 Häftlingen im Krankenhaus von Negombo eingetroffen seien und mehr als 100 verletzte Insassen aufgenommen wurden. Einige der Verletzten wiesen Schusswunden auf. Zwei Polizeiquellen und eine Krankenhausquelle teilten Reuters mit, dass 25 Menschen getötet und etwa 100 verletzt worden seien – eine höhere Zahl als die vom Krankenhausdirektor bestätigten 19. Die Diskrepanz ist nicht geklärt.
Wir haben die Leichen von vier Gefängniswärtern und 15 Häftlingen erhalten.
Ursache und Hintergrund
Die beiden beteiligten Gruppen werden von den Ermittlern als rivalisierende Banden beschrieben, die im Drogenhandel tätig sind. Das Gefängnis von Negombo beherbergt rund 10.000 Insassen. Das sri-lankische Gefängnissystem beherbergt etwa 41.200 Menschen, fast das Vierfache seiner geplanten Kapazität – ein chronisches Überbelegungsproblem, das seit langem als Faktor für Gefängnisgewalt angeführt wird.
Reaktion
Spezialeinsatzkräfte der Polizei wurden entsandt, drangen aber nicht in das Gefängnisgelände ein, vor dem sich Angehörige der Insassen versammelt hatten. Das Militär blieb in Bereitschaft. Der Vorfall erinnert an eine Gefängnisrebellion im Dezember 2020 während der Coronavirus-Pandemie, bei der 11 Menschen starben und 117 verletzt wurden, was die Regierung zur Freilassung Hunderter Häftlinge veranlasste.

