
G7-Staaten legen Obergrenze von 60 % für Seltene-Erden-Importe fest und gründen Mineralienallianz zur Verringerung der Abhängigkeit von China
Am letzten Tag des Evian-Gipfels verabschiedeten die G7-Staaten eine Obergrenze von 60 % für Importe Seltener Erden und Permanentmagnete aus einem einzigen Lieferanten außerhalb der Gruppe, um die Abhängigkeit von China zu verringern, nachdem dessen Exportbeschränkungen im vergangenen Jahr die globalen Lieferketten erschüttert hatten.
Gipfelkontext
Die G7-Staaten trafen sich zu ihrem jährlichen Gipfel in Évian-les-Bains, wobei Frankreich die Sicherheit der Versorgung mit kritischen Mineralien als zentrales Thema vorantrieb. Die gemeinsame Erklärung entstand nach monatelangen Verhandlungen zwischen Verbündeten, die durch Pekings Waffenexporte verunsichert waren.
Importobergrenzen und -ziele
Die Kernverpflichtung: Bis 2030 soll kein einziger Lieferant außerhalb der G7 und der Partnerländer mehr als 60 % der Importe Seltener Erden und Permanentmagnete ausmachen. Das ultimative Ziel ist eine Obergrenze von 50 % „so bald wie möglich“. Für andere kritische Rohstoffe sollen die Minister bis Jahresende konkrete Ziele festlegen. Australien als G7-Partner unterstützte die Erklärung. Die Ziele sind unverbindliche politische Vorgaben, keine rechtlichen Obergrenzen.
Es wurde in verschiedenen Formaten vereinbart, bei kritischen Rohstoffen noch enger zusammenzuarbeiten.
- China verhängt Exportkontrollen für Permanentmagnete und stört die globalen Lieferketten
- G7-Staaten einigen sich auf eine Importobergrenze von 60 % pro externem Lieferanten und gründen die Critical Minerals Resilience and Production Alliance
- G7-Minister legen konkrete Ziele für andere kritische Rohstoffe fest
- Ziel: Verringerung der Abhängigkeit von externen Lieferanten auf unter 60 %
Allianz, Plattform und Rolle der IEA
Um diese Ziele umsetzbar zu machen, gründeten die G7 die Critical Minerals Resilience and Production Alliance, die als informelles Koordinierungsinstrument dient. Eine gemeinsame Plattform soll Daten bündeln, Politiken abstimmen und Krisenreaktionen koordinieren, wobei sie auf die Internationale Energieagentur für Marktanalysen und Frühwarnungen vor Versorgungsstörungen zurückgreift. Pilotprojekte für Lithium und Nickel werden harmonisierte Mechanismen einleiten, danach kommen jährlich fünf weitere Mineralien hinzu.
Chinas Dominanz und der Schock von 2025
China kontrolliert laut IEA rund 60 % der weltweiten Förderung Seltener Erden und mehr als 90 % der Raffineriekapazitäten. Die Dringlichkeit westlichen Handelns wurde im April 2025 deutlich, als Peking weitreichende Exportkontrollen für Permanentmagnete verhängte – ein Schritt, der weithin als Vergeltung für die US-Zollpolitik angesehen wurde. Die Unterbrechungen legten Produktionslinien in der Verteidigungs-, Automobil- und sauberen Energiewirtschaft lahm und offenbarten die Anfälligkeit von Lieferketten, die auf einem einzigen dominanten Verarbeiter beruhen.
Die G7-Erklärung ist ein wichtiges Signal der Absicht, aber das Tempo der Diversifizierung wird letztlich davon abhängen, ob die politische Unterstützung in Investitionen entlang der mittleren und unteren Wertschöpfungskette umgesetzt wird.
Investitionsschub und EU-Kontext
Seit Januar 2026 haben die G7-Staaten und ihre Partner 195 Projekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 64 Milliarden Euro (74 Milliarden US-Dollar) entlang der Wertschöpfungskette für kritische Mineralien angekündigt. Die Staats- und Regierungschefs riefen Entwicklungsfinanzierungsinstitute und Exportkreditagenturen dazu auf, privates Kapital zu mobilisieren. Die EU hat bereits ihren Critical Raw Materials Act, der bis 2030 eine Importobergrenze von 65 % aus einem einzigen Nicht-EU-Land vorsieht, aber Beamte sagten, das G7-Abkommen konzentriere sich auf eine viel engere Gruppe von Materialien und erfordere wahrscheinlich keine Gesetzesänderung.

