
Solstice und Element Solutions erwägen 27-Milliarden-Dollar-Fusion – KI-Nachfrage verändert Spezialchemie
Die Honeywell-Ausgründung Solstice Advanced Materials führt Gespräche über einen Zusammenschluss mit Element Solutions. Der Deal würde einen Spezialchemie-Riesen mit einem Wert von rund 27 Milliarden Dollar inklusive Schulden schaffen. Einigen Berichten zufolge wurde bereits eine Einigung erzielt, eine offizielle Ankündigung steht jedoch noch aus.
Der Deal
Solstice Advanced Materials, das im Oktober 2025 von Honeywell abgespaltene Spezialchemiegeschäft, führt Gespräche über eine Fusion mit Element Solutions. Die Financial Times berichtete am Montag erstmals über die Gespräche und erklärte, eine Ankündigung könnte bereits in dieser Woche erfolgen. Einige Medien, darunter das Wall Street Journal und Bloomberg, berichteten jedoch, dass bereits eine Einigung erzielt worden sei, wonach Solstice Element für mehr als 12 Milliarden Dollar in bar und Aktien übernehmen würde. Eine offizielle Ankündigung steht noch aus, und mit der Angelegenheit vertraute Personen warnten, dass die Gespräche noch scheitern könnten.
Strategische Begründung
Beide Unternehmen liefern Materialien, die für die Elektronik- und Halbleiterindustrie von entscheidender Bedeutung sind, und die Nachfrage ist mit dem Ausbau von KI-Rechenzentren sprunghaft gestiegen. Solstice stellt Kältemittel mit geringer Erwärmung her, die in Kühlsystemen für Rechenzentren und Elektrofahrzeuge eingesetzt werden, sowie Elektronikmaterialien für die Chipfertigung. Element Solutions konzentriert sich auf Lote, Beschichtungen und Oberflächenbehandlungen für die Elektronikmontage. Eine Fusion würde einen kombinierten Konzern mit größerer Größe schaffen, um große Chip-Hersteller und Produzenten zu bedienen – zu einer Zeit, in der die Lieferkette angesichts des KI-getriebenen Wachstums unter Druck steht.
Finanzielle Details
Die potenzielle Transaktion ist als Fusion unter Gleichen strukturiert, die wahrscheinlich größtenteils aus Aktien mit einer Barkomponente bestehen wird. Bloomberg berichtete, dass die Aktionäre von Element Solutions 10 Dollar in bar und eine halbe Solstice-Aktie pro Aktie erhalten würden, was den Deal auf rund 14,5 Milliarden Dollar bewertet. Das Wall Street Journal bezifferte den Wert pro Aktie auf 50,10 Dollar, ein Aufschlag von 15 % auf den Schlusskurs von 43,64 Dollar am Donnerstag. Der kombinierte Unternehmenswert inklusive Schulden würde rund 27 Milliarden Dollar betragen. Solstice hatte laut LSEG-Daten zum Donnersagsschluss eine Marktkapitalisierung von 12,73 Milliarden Dollar, Element Solutions von 10,63 Milliarden Dollar.
- Solstice
- 12.73 Mrd. USD
- Element Solutions
- 10.63 Mrd. USD
Marktkontext
Beide Aktien sind im vergangenen Jahr stark gestiegen. Die Solstice-Aktie hat seit der Abspaltung um rund 75 % zugelegt, während Element Solutions um 77 % gestiegen ist. Element meldete im ersten Quartal einen Umsatzsprung von 41 % auf 840 Millionen Dollar, angetrieben durch eine robuste Nachfrage aus dem High-End-Elektronikmarkt. Der Deal würde in eine breitere M&A-Hochphase fallen: LSEG-Daten zeigen im ersten Halbjahr 2026 mit 47 Transaktionen über 10 Milliarden Dollar einen Rekordwert, der das globale Deal-Volumen auf 2,8 Billionen Dollar steigen ließ.
Führung und nächste Schritte
Solstice-CEO David Sewell hatte bereits früher in diesem Jahr seine Offenheit für Übernahmen signalisiert.
Er fügte hinzu, dass künftige Deals „definitiv auf dem Tisch“ lägen. Keines der Unternehmen hat sich offiziell zu den Gesprächen geäußert. Sollte die Fusion zustande kommen, wäre dies ein rasanter zweiter Akt für Solstice, das erst seit acht Monaten unabhängig ist.Wir sind wirklich dankbar für eine so starke Bilanz, und seit unserer Abspaltung haben wir begonnen, eine robuste M&A-Pipeline aufzubauen.
- Solstice Advanced Materials wird von Honeywell abgespalten und an der Nasdaq notiert.
- CEO David Sewell erklärt Investoren, dass M&A 'definitiv auf dem Tisch' liege.
- Financial Times berichtet über Fusionsgespräche; einige Medien sagen, ein Deal sei bereits zustande gekommen.
- Eine mögliche Einigung könnte bereits in dieser Woche bekannt gegeben werden, obwohl noch kein formeller Deal vorliegt.


