
Fünf Bergsteigerleichen am Yalung Ri in Nepal neun Monate nach Lawine entdeckt
Fünf Leichen wurden nahe dem Basislager des Yalung Ri in Nepal gefunden, neun Monate nachdem eine Lawine im November 2025 eine Gruppe von fünfzehn Bergsteigern verschüttet hatte. Die Bergung wird durch schlechtes Wetter behindert.
Entdeckung nach neun Monaten
Fünf Leichen wurden nahe dem Basislager des Yalung Ri entdeckt, einem 5.630 Meter hohen Gipfel in Nepals Rolwaling-Region nahe der Grenze zu Tibet, neun Monate nachdem eine Lawine im November 2025 eine Gruppe von fünfzehn Bergsteigern erfasst hatte. Einheimische und Rettungskräfte fanden die Überreste am Donnerstag, dem 6. August, auf etwa 4.900 Metern Höhe, nachdem sommerliche Schneeschmelze die Leichen freigelegt hatte, die seit dem Unfall unter dickem Schnee und Eis begraben waren. Biswash Karki, Bürgermeister der Gemeinde Gaurishankar, gab die Entdeckung am Samstag, dem 8. August, gegenüber AFP bekannt. Die Leichen wurden noch nicht geborgen oder formell identifiziert.
Die Lawine vom November 2025
Die Gruppe von fünfzehn Bergsteigern hatte versucht, den Gipfel des Yalung Ri zu erreichen, als eine Lawine die unteren Hänge traf und ihr Basislager auf fast 5.000 Metern Höhe verschüttete. Das Team war nach einer kurzen Wetterbesserung nach tagelangem Schneefall vom Dorf Na aus zum Basislager aufgebrochen. Die Polizei teilte dem Kathmandu Post mit, dass die Schneedecke instabil geblieben sei. Der Unfall fiel mit einem größeren Wettersystem zusammen; die Medien berichteten damals auch über eine zweite Lawine am Panbari Hill.
Unmittelbar danach wurden die Leichen zweier nepalesischer Führer geborgen und acht Personen aus der Gruppe gerettet. Fünf Bergsteiger blieben vermisst. Armee, Polizei und örtliche Rettungsteams suchten in den folgenden Monaten wiederholt, aber die Leichen blieben unter tiefem Schnee begraben.
- Lawine erfasst Gruppe von 15 Bergsteigern am Yalung Ri; 2 nepalesische Führer tot geborgen, 8 gerettet, 5 vermisst
- Einheimische und Rettungskräfte entdecken fünf Leichen nahe dem Basislager auf etwa 4.900 Metern
- Hubschrauber mit Polizeiteam kehrt wegen verschlechternden Wetters um, kann Ort nicht erreichen
- Bürgermeister Biswash Karki gibt Entdeckung gegenüber AFP bekannt; Bergungsteam bleibt in Bereitschaft
Widersprüchliche Angaben zu den Nationalitäten der Opfer
Die Artikel geben unterschiedliche Angaben darüber, wer die fünf vermissten Bergsteiger waren. Spiegel Online nennt unter Berufung auf den ursprünglichen Vermisstenbericht einen Deutschen, zwei Italiener, einen französischen Bergsteiger und einen Kanadier. Artikel von tagesschau.de, Berliner Zeitung, RP Online und Der Tagesspiegel identifizieren unter Berufung auf AFP und Bürgermeister Karki die Toten als einen Deutschen, einen Italiener, einen Italo-Kanadier und zwei Nepalesen. Die Identitäten der Vermissten waren nach dem Unfall im November vom nepalesischen Tourismusministerium und Expeditionsagenturen bestätigt worden, aber die Polizei erklärte, dass die endgültige Identifizierung der geborgenen Leichen erst erfolgen werde, nachdem sie vom Berg gebracht worden seien.
Bergung durch Wetter behindert
Ein Hubschrauber mit einem Polizeiteam an Bord wurde am Freitag, dem 7. August, losgeschickt, musste aber wegen schnell verschlechternden Wetters umkehren, ohne den Ort zu erreichen. Manoj Kumar Lama, stellvertretender Polizeichef des Distrikts Dolakha, sagte dem Kathmandu Post, dass die Leichen aufgrund der schlechten Bedingungen nicht geborgen werden konnten.
Die Leichen konnten wegen der schlechten Wetterbedingungen nicht zurückgebracht werden. Sie werden geborgen, sobald sich das Wetter bessert.
Ein Bergungsteam bleibt in Bereitschaft. Karki sagte, die Leichen würden ausgeflogen, sobald es die Bedingungen zuließen.
Todesfälle beim Bergsteigen in Nepal
Nepal beherbergt acht der weltweit vierzehn Gipfel über 8.000 Meter, darunter den 8.849 Meter hohen Mount Everest. Laut dem Expeditionsarchiv der Himalayan Database sind seit 1950 mehr als 1.000 Menschen auf Nepals Gipfeln gestorben, wobei Lawinen fast ein Drittel dieser Todesfälle verursachen. Die Gipfel ziehen jedes Jahr Hunderte von Bergsteigern und Trekkingtouristen an.


