
Südafrikanische Richterin Navi Pillay gewinnt Friedensnobelpreis 2026 für Einsatz für das Völkerrecht
Das Norwegische Nobelkomitee hat am Freitag, dem 9. Oktober, die frühere UN-Menschenrechtschefin und Richterin am Internationalen Strafgerichtshof zur Preisträgerin ernannt. Es war der fünfte Nobelpreis, der in dieser Woche bekannt gegeben wurde; die Verleihung findet am 10. Dezember in Oslo statt.
Die Auszeichnung
Das Norwegische Nobelkomitee gab am Freitag, dem 9. Oktober 2026, bekannt, dass die südafrikanische Richterin Navanethem „Navi" Pillay den Friedensnobelpreis „für ihre Bemühungen zur Förderung des Friedens und des Völkerrechts" erhält. Es war der fünfte Nobelpreis, der in dieser Woche vergeben wurde, nach Literatur, Chemie, Physik und Medizin. Berichte in mehreren Sprachen bezeichnen Pillay als frühere UN-Menschenrechtschefin. Das Komitee zog in seiner Begründung eine Linie durch ihre Laufbahn.
Ein roter Faden zieht sich von ihrer frühen Arbeit als Verteidigerin von Nelson Mandela und anderen, die sich gegen die Apartheid stellten, bis zu ihrer Tätigkeit als Richterin in einigen der wichtigsten internationalen Gerichtsverfahren unserer Zeit.
Laufbahn in der Justiz und bei den Vereinten Nationen
Pillays Laufbahn, wie sie in italienischen Berichten dargestellt wird, begann 1967, als sie als erste Frau eine Anwaltskanzlei in der Provinz Natal eröffnete und als erste nicht-weiße Frau Anti-Apartheid-Aktivisten verteidigte, darunter politische Gefangene auf Robben Island. 1995 ernannte Nelson Mandela sie zur ersten nicht-weißen Richterin am Obersten Gerichtshof Südafrikas. Von 1999 bis 2003 war sie am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda tätig, zunächst als Richterin und dann als dessen Präsidentin, wo sie den Fall Akayesu leitete. Dieses Urteil erkannte Vergewaltigung und sexuelle Gewalt erstmals als Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit an. Von 2003 bis 2008 gehörte sie der Berufungskammer des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag an, und von 2008 bis 2014 war sie UN-Hochkommissarin für Menschenrechte. Italienische Berichte verbinden diese letzte Phase mit dem Arabischen Frühling und dem syrischen Bürgerkrieg. Im April 2015 wurde sie die sechzehnte Kommissarin der Internationalen Kommission gegen die Todesstrafe.
- Erste Frau, die eine Anwaltskanzlei in der Provinz Natal eröffnete
- Nelson Mandela ernennt sie zur ersten nicht-weißen Richterin am Obersten Gerichtshof Südafrikas
- Richterin und dann Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda
- Richterin in der Berufungskammer des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag
- UN-Hochkommissarin für Menschenrechte
- Wird sechzehnte Kommissarin der Internationalen Kommission gegen die Todesstrafe
Das Nominierungsfeld
Das Komitee erhielt in diesem Jahr 287 Nominierungen, wie Deutsche Welle, de Volkskrant und Het Parool berichten. Het Parool meldet, dass 208 der Nominierten Einzelpersonen waren. Das Komitee veröffentlicht die Namen der Nominierten nicht, doch die Nominierung Donald Trumps durch Pakistan, Kambodscha und Israel wurde bekannt, weil diese Länder sie offenlegten. Trump sagte in dieser Woche, er verdiene den Preis, räumte aber ein, dass seine Chancen unsicher seien. Experten hielten diese Chancen wegen des Krieges im Iran für gering.
Die Preisträgerin des vergangenen Jahres, die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado, wurde für ihr „unermüdliches Engagement für die Förderung demokratischer Rechte für die Menschen in Venezuela" geehrt. Machado übergab ihre Medaille später an Trump. Auch der Internationale Strafgerichtshof und der Internationale Gerichtshof waren als mögliche kollektive Preisträger genannt worden. Pillays Sieg ist ein Schub für den Internationalen Strafgerichtshof, den Trump kürzlich als „unrechtmäßiges anti-amerikanisches Tribunal" bezeichnete, das mit „bösartigen Menschen" besetzt sei.
Preisgeld und Zeremonie
Der Preis ist 12 Millionen schwedische Kronen wert, was Reuters mit etwa 1,2 Millionen Dollar und die BBC mit etwa 1,3 Millionen US-Dollar beziffert. Deutsche Welle berichtet, dass in diesem Jahr jeder Nobelpreis umgerechnet etwas mehr als eine Million Euro wert ist. Der Friedensnobelpreis soll am 10. Dezember in Oslo verliehen werden, dem Todestag von Alfred Nobel, dem Stifter der Auszeichnungen. Er ist der einzige Nobelpreis, der nicht in Stockholm verliehen wird. Der Wirtschaftspreis, der 1968 im Gedenken an Nobel hinzugefügt wurde, wird am kommenden Montag vergeben.


