
ZEW-Index: Anlegererwartungen in Deutschland springen dank Iran-Friedenshoffnungen auf 10,5
Der ZEW-Indikator für die deutsche Wirtschaftsstimmung stieg im Juni um 20,7 Punkte auf 10,5 und übertraf damit die Erwartungen der Ökonomen deutlich, da die Aussicht auf ein Ende des Iran-Konflikts die Hoffnungen auf sinkende Energiepreise und eine geringere Inflation beflügelte.
Die Zuversicht deutscher Anleger hat sich im Juni weit stärker verbessert als erwartet. Der ZEW-Index der Wirtschaftsstimmung sprang auf plus 10,5 Punkte, nach minus 10,2 im Mai. Die Umfrage unter 190 Finanzanalysten und institutionellen Investoren, die zwischen dem 8. und 15. Juni durchgeführt wurde, zeigt einen Optimismus, der fast ausschließlich auf Signale zurückgeht, dass der Krieg zwischen den USA und dem Iran bald enden könnte.
Umfrageergebnisse und Erwartungen
Die von verschiedenen Nachrichtenagenturen befragten Ökonomen hatten mit einer weitaus geringeren Verbesserung gerechnet; die Medianprognosen lagen zwischen minus 8,0 und minus 5,5. Der tatsächliche Sprung um 20,7 Punkte brachte den Index zum ersten Mal seit drei Monaten wieder in den positiven Bereich. Im Februar, vor der Eskalation des Konflikts, hatte der Indikator noch bei plus 58,3 gelegen.
Die Experten setzen darauf, dass der Iran-Konflikt sich dem Ende zuneigt.
Die aktuelle Lageeinschätzung schwächte sich jedoch weiter ab. Dieser Teilindex fiel um 3,2 Punkte auf minus 81,0 und lag damit schlechter als die von Ökonomen erwarteten minus 78,0 sowie deutlich unter dem bereits gedrückten Mai-Niveau.
Iran-Konflikt als entscheidender Faktor
ZEW-Präsident Achim Wambach führte die Erholung der Erwartungen direkt auf die Geopolitik zurück und sagte, der massive Druck auf Energiepreise und Inflation dürfte nachlassen, wenn der Krieg endet, was energieintensive Industrien und private Haushalte entlasten würde.
Die Konjunkturerwartungen der befragten Analysten sind mit 10,5 Punkten erstmals seit drei Monaten wieder im positiven Bereich, angetrieben von der Hoffnung auf eine Beilegung des Konflikts im Persischen Golf.
Henze, Volkswirtin bei der Deutsche Bank Research, warnte jedoch, dass die erneute Eintrübung der aktuellen Lageeinschätzung ein Wermutstropfen sei, und fügte hinzu, dass selbst eine günstige geopolitische Entwicklung Zeit brauchen würde, um die Gegenwinde für die deutsche Wirtschaft zu verringern.
Konjunkturelles Umfeld und Wachstumsprognosen
Das deutsche BIP wuchs im ersten Quartal um 0,3 Prozent, gestützt durch steigenden privaten und staatlichen Konsum. Dennoch bleibt der Gesamtausblick verhalten. Das RWI-Wirtschaftsinstitut senkte seine Wachstumsprognosen und erwartet nun für 2026 und 2027 ein BIP-Wachstum von jeweils 0,8 Prozent, gegenüber 0,9 Prozent bzw. 1,2 Prozent in seinen März-Prognosen. Das Institut nannte den Iran-Krieg und die damit verbundenen Energiepreissteigerungen als Bremsen für die Erholung.
- 2026 (März)
- 0.9 %
- 2026 (Juni)
- 0.8 %
- 2027 (März)
- 1.2 %
- 2027 (Juni)
- 0.8 %
Parallelen im Euroraum
Die ZEW-Umfrage für den gesamten Euroraum zeigte ein ähnliches Bild: Der Erwartungsindikator stieg um 18,6 Punkte auf plus 9,5, während der Indikator für die aktuelle Lage um 2,0 Punkte auf minus 43,4 fiel.


