Regierung · Berlin und Wolgast

Deutschland stoppt milliardenschweres F126-Fregattenprogramm und kauft kleinere TKMS-Schiffe

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat das über zehn Milliarden Euro teure F126-Programm gekündigt, nachdem der niederländische Auftragnehmer Kosten- und Terminvorgaben nicht eingehalten hatte. Der alternative Wechsel zu NVL hätte die Rechnung auf 18,8 Milliarden Euro steigen lassen. Stattdessen werden acht kleinere MEKO A-200-Fregatten von der Thyssenkrupp-Tochter TKMS für schätzungsweise 11,6 Milliarden Euro gekauft.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von tagesschau.de, Deutsche Welle, The Wall Street Journal und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

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Kurz gefasst

Berlin, Wolgast · Deutschland
Wie es dazu kam
  1. März 2026Ministerium erwägt Interimsbeschaffung von vier MEKO A-200-Schiffen
  2. 24.06.Pistorius kündigt F126, kündigt MEKO A-200-Programm an
  3. Dezember 2029Erste MEKO A-200-Lieferungen erwartet

Kündigung nach jahrelangen Verzögerungen

Am 24. Juni 2026 gab der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius die Beendigung des F126-Fregattenprogramms bekannt, dem größten maritimen Beschaffungsprojekt in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands. Der ursprüngliche Auftrag für sechs Schiffe war 2020 an die niederländische Werft Damen Schelde Naval Shipbuilding (DSNS) vergeben worden, doch der Auftragnehmer hielt wiederholt Termine nicht ein und sprengte das Budget. Eine mögliche Übertragung des Projekts an die Rheinmetall-Sparte NVL hätte die Gesamtrechnung von geplanten zehn Milliarden auf 18,8 Milliarden Euro steigen lassen.

„Lieber ein hartes Ende als eine permanente Hängepartie. Das können wir uns weder finanziell noch zeitlich leisten. Die Marine braucht dringend neue Fregatten, die es ihr ermöglichen, U-Boote zu jagen.“

Boris Pistorius, Deutscher Verteidigungsminister

Finanzielles Ausmaß und Ersatzplan

Mehr als 2,3 Milliarden Euro Steuergelder waren bereits ausgegeben worden, ohne dass ein einziges Schiff ausgeliefert wurde. Das Verteidigungsministerium prüft Schadensersatzforderungen gegen DSNS, wies jedoch darauf hin, dass ein Wechsel zu NVL den Verzicht auf diese Forderungen bedeutet hätte. Stattdessen wird die Regierung acht kleinere MEKO A‑200-Fregatten von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) zu Gesamtkosten von 11,6 Milliarden Euro kaufen. Die ersten vier Schiffe sind mit 6,3 Milliarden Euro bepreist, mit einer Option auf vier weitere Rümpfe für 5,3 Milliarden Euro, falls diese bis Ende 2026 ausgeübt wird. Das im März angekündigte frühere Schema hatte nur vier Interimsschiffe vorgesehen.

„Großartige Neuigkeiten, sicherlich für uns.“

Oliver Burkhard, CEO von ThyssenKrupp Marine Systems
Fregattenprogramm-KostenMrd. €
F126 ursprünglicher Plan
10 Mrd. €
F126 NVL-Übertragung
18.8 Mrd. €
8 MEKO A-200
11.6 Mrd. €

Daten aus dem Artikeltext

Politische und regionale Folgen

Oppositionspolitiker zeigten sich scharf kritisch. Dietmar Bartsch, haushaltspolitischer Sprecher der Linken, sagte, Warnungen seien ignoriert worden, und bezeichnete die Episode als „teure Peinlichkeit“. Der Grünen-Verteidigungsexperte Robin Wagener argumentierte, der Minister habe zu lange gezögert.

„Es ist eigentlich unverantwortlich, dass der Minister so lange gezögert hat, diese Entscheidung zu treffen. … Es ist sehr schmerzhaft, dass diese Milliarden jetzt weggeworfen wurden. Aber es ist besser, irgendwann einen klaren Schnitt zu machen, als weiterhin Geld in ein Projekt zu stecken, das letztlich nicht zum Ziel führt.“

Robin Wagener, Verteidigungspolitischer Sprecher

Die Spitzenpolitiker Mecklenburg‑Vorpommerns forderten, dass die Peene‑Werft in Wolgast, die jetzt Rheinmetall gehört, in das neue Bauprogramm einbezogen wird. Der CDU-Landeschef Daniel Peters nannte die Absage einen harten Schlag für Vorpommern, während Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erklärte, sie stehe in direktem Gespräch mit Pistorius, um eine Rolle für die Werft zu sichern.

Marktreaktion

Die Aktien von Rheinmetall fielen am Tag um bis zu 20 % und vernichteten damit mehr als elf Milliarden Euro an Marktkapitalisierung. Der TKMS-Kurs stieg hingegen um 14 %, da die Gruppe ihre Position als dominierender Anbieter von Überwasserkampfschiffen in Deutschland festigte.

Aktienkursänderung am 24. Juni 2026%
Rheinmetall
-19 %
TKMS
14 %

Daten aus dem Artikeltext

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