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Heutiger Brief

Ceuta, Hormus und 23.000 Stellen

Europa verschärft Grenzen, Engpässe erschüttern Märkte, Trump testet Institutionen erneut

Die vergangenen 12 Stunden brachten eine vertraute moderne Mischung: Grenzen verhärten sich, Märkte bejubeln schwache Daten, und Gerichte erinnern mächtige Männer daran, dass Verfahren noch existieren. Die stärksten Geschichten verbindet ein roter Faden: Systeme, die für Ruhe gebaut sind, werden von Panik, Krieg, Hitze, Code und Politik getestet.

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© tagesschau.de
Regierung·24. Juni

Deutschland stoppt milliardenschweres F126-Fregattenprogramm und kauft kleinere TKMS-Schiffe

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat das über zehn Milliarden Euro teure F126-Programm gekündigt, nachdem der niederländische Auftragnehmer Kosten- und Terminvorgaben nicht eingehalten hatte. Der alternative Wechsel zu NVL hätte die Rechnung auf 18,8 Milliarden Euro steigen lassen. Stattdessen werden acht kleinere MEKO A-200-Fregatten von der Thyssenkrupp-Tochter TKMS für schätzungsweise 11,6 Milliarden Euro gekauft.

Kündigung nach jahrelangen Verzögerungen

Am 24. Juni 2026 gab der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius die Beendigung des F126-Fregattenprogramms bekannt, dem größten maritimen Beschaffungsprojekt in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands. Der ursprüngliche Auftrag für sechs Schiffe war 2020 an die niederländische Werft Damen Schelde Naval Shipbuilding (DSNS) vergeben worden, doch der Auftragnehmer hielt wiederholt Termine nicht ein und sprengte das Budget. Eine mögliche Übertragung des Projekts an die Rheinmetall-Sparte NVL hätte die Gesamtrechnung von geplanten zehn Milliarden auf 18,8 Milliarden Euro steigen lassen.

Lieber ein hartes Ende als eine permanente Hängepartie. Das können wir uns weder finanziell noch zeitlich leisten. Die Marine braucht dringend neue Fregatten, die es ihr ermöglichen, U-Boote zu jagen.

— Boris Pistorius

Finanzielles Ausmaß und Ersatzplan

Mehr als 2,3 Milliarden Euro Steuergelder waren bereits ausgegeben worden, ohne dass ein einziges Schiff ausgeliefert wurde. Das Verteidigungsministerium prüft Schadensersatzforderungen gegen DSNS, wies jedoch darauf hin, dass ein Wechsel zu NVL den Verzicht auf diese Forderungen bedeutet hätte. Stattdessen wird die Regierung acht kleinere MEKO A‑200-Fregatten von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) zu Gesamtkosten von 11,6 Milliarden Euro kaufen. Die ersten vier Schiffe sind mit 6,3 Milliarden Euro bepreist, mit einer Option auf vier weitere Rümpfe für 5,3 Milliarden Euro, falls diese bis Ende 2026 ausgeübt wird. Das im März angekündigte frühere Schema hatte nur vier Interimsschiffe vorgesehen.

Großartige Neuigkeiten, sicherlich für uns.

— Oliver Burkhard
Fregattenprogramm-Kosten (Mrd. €) · Mrd. €
F126 ursprünglicher Plan
10
F126 NVL-Übertragung
18,8
8 MEKO A-200
11,6
F126 ursprünglicher Plan
10 Mrd. €
F126 NVL-Übertragung
18.8 Mrd. €
8 MEKO A-200
11.6 Mrd. €

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Politische und regionale Folgen

Oppositionspolitiker zeigten sich scharf kritisch. Dietmar Bartsch, haushaltspolitischer Sprecher der Linken, sagte, Warnungen seien ignoriert worden, und bezeichnete die Episode als „teure Peinlichkeit“. Der Grünen-Verteidigungsexperte Robin Wagener argumentierte, der Minister habe zu lange gezögert.

Es ist eigentlich unverantwortlich, dass der Minister so lange gezögert hat, diese Entscheidung zu treffen. … Es ist sehr schmerzhaft, dass diese Milliarden jetzt weggeworfen wurden. Aber es ist besser, irgendwann einen klaren Schnitt zu machen, als weiterhin Geld in ein Projekt zu stecken, das letztlich nicht zum Ziel führt.

— Robin Wagener

Die Spitzenpolitiker Mecklenburg‑Vorpommerns forderten, dass die Peene‑Werft in Wolgast, die jetzt Rheinmetall gehört, in das neue Bauprogramm einbezogen wird. Der CDU-Landeschef Daniel Peters nannte die Absage einen harten Schlag für Vorpommern, während Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erklärte, sie stehe in direktem Gespräch mit Pistorius, um eine Rolle für die Werft zu sichern.

Marktreaktion

Die Aktien von Rheinmetall fielen am Tag um bis zu 20 % und vernichteten damit mehr als elf Milliarden Euro an Marktkapitalisierung. Der TKMS-Kurs stieg hingegen um 14 %, da die Gruppe ihre Position als dominierender Anbieter von Überwasserkampfschiffen in Deutschland festigte.

Aktienkursänderung am 24. Juni 2026 (%) · %
Rheinmetall
-19
TKMS
14
Rheinmetall
-19 %
TKMS
14 %

Programmzeitplan

Zeitplan F126 zu MEKO A-200
  1. 2020Auftrag für sechs F126-Fregatten an Damen Naval vergeben
  2. 2024-2025Erhebliche Verzögerungen und Kostenüberschreitungen treten auf
  3. 2026-03Ministerium erwägt Interimsbeschaffung von vier MEKO A-200-Schiffen
  4. 24. Juni 2026Pistorius kündigt F126, kündigt MEKO A-200-Programm an
  5. 2029-12Erste MEKO A-200-Lieferungen erwartet
Berlin · Wolgast
Boris PistoriusDietmar BartschRobin WagenerOliver BurkhardDaniel PetersManuela Schwesig
New York CityHamburgKielRostockWismar

8 Quellen

  • "Hartes Ende" - Pistorius stoppt F126-Fregatten-Pläne
    tagesschau.de·24. Juni
  • Alemanha abandona projeto bilionário de fragatas de guerra
    Deutsche Welle·24. Juni
  • Germany Scraps Plan for Biggest Military Ship Since World War II
    The Wall Street Journal·24. Juni
  • Aus für Fregatten-Projekt: "Teure Blamage" - Dietmar Bartsch geht Boris Pistorius an
    DIE WELT·24. Juni
  • Aus für die Fregatte F126: Ein Ende mit Schrecken
    DIE WELT·24. Juni
  • Rüstungsprojekte: CDU-Chef: Aus für Fregatten harter Schlag für Vorpommern
    ZEIT ONLINE·24. Juni
  • Schwesig: Peene-Werft auch am Bau neuer Fregatten beteiligen
    DIE WELT·24. Juni
  • Fregatte "F126": Ende für das größte Rüstungsprojekt der Marine
    Süddeutsche Zeitung·24. Juni

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