Sports-Direct-Eigentümer Frasers startet 1,98-Milliarden-Euro-Übernahmeangebot für Hugo Boss
Die britische Einzelhandelsgruppe, die bereits 26 Prozent hält, bietet 38 Euro je Aktie in bar für den Kauf des restlichen deutschen Luxusmodeunternehmens und bewertet die Transaktion auf rund 1,98 Milliarden Euro für die verbleibenden Anteile.
Das Angebot
Die Frasers Group, Muttergesellschaft von Sports Direct, hat am Mittwoch ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien von Hugo Boss angekündigt. Sie bietet 38 Euro je Aktie in bar, womit das verbleibende Eigenkapital, das noch nicht im Besitz ist, auf rund 1,98 Milliarden Euro (1,73 Milliarden Pfund) geschätzt wird. Das Angebot bewertet das gesamte deutsche Herrenmodeunternehmen mit rund 2,7 Milliarden Euro (3,1 Milliarden US-Dollar), einschließlich des Anteils, den Frasers bereits hält.
Hugo Boss ist ein wichtiger Markenpartner für Frasers und eine der fünf wichtigsten Marken der Frasers Group.
Das Gebot folgt auf Jahre des Anteilsaufbaus. Frasers investierte erstmals 2020 in Hugo Boss und hat seitdem rund 26 Prozent der Aktien angesammelt. Das Unternehmen hält zudem eine beträchtliche Anzahl von Aktienoptionen, die, wenn sie ausgeübt werden, seinen Anteil über die 30-Prozent-Schwelle drücken würden, die ein vollständiges Übernahmeangebot erforderlich macht.
Aufschlag und Marktreaktion
Das Angebot von 38 Euro stellt nur einen geringen Aufschlag zum Schlusskurs von Hugo Boss von 36,44–36,46 Euro an der Frankfurter Börse am selben Tag dar. Die Aktien des Unternehmens wurden einen Großteil des Jahres 2023 über 60 Euro gehandelt, bevor sie fielen. Eine Empfehlung der Aktionäre liegt noch nicht vor.
Governance und Unterstützung des Managements
Michael Murray, Vorstandsvorsitzender von Frasers, ist Mitglied des Aufsichtsrats von Hugo Boss. Frasers erklärte, dass Murray nicht an der Diskussion des Vorstands über das Angebot oder der Entscheidung darüber teilgenommen habe. Die britische Gruppe sprach der aktuellen Führung von Hugo Boss, einschließlich des Aufsichtsratsvorsitzenden Stephan Sturm und des Vorstandsvorsitzenden Daniel Grieder, ihre Unterstützung aus und erklärte, dass sie weiterhin in die nachhaltige Wachstumsstrategie der Marke investieren werde.
- Frasers tätigt erste Investition in Hugo Boss
- Frasers kündigt freiwilliges Übernahmeangebot zu 38 Euro pro Aktie an
- Voraussichtlicher Abschlusstermin, vorbehaltlich Genehmigungen
Finanzieller Hintergrund
Hugo Boss meldete im Jahr 2025 einen Nettogewinn von 249 Millionen Euro. Frasers, dessen Geschäftsjahr am 30. April endete, verzeichnete einen Nettogewinn von 292,1 Millionen Pfund (339 Millionen Euro). Das Angebot unterliegt behördlichen Genehmigungen, und Frasers rechnet mit einem Abschluss in der zweiten Jahreshälfte 2026. Die Marktkapitalisierung von Frasers beträgt rund 3,45 Milliarden Pfund.
- Frasers Group
- 339 Mio. €
- Hugo Boss
- 249 Mio. €


