
Bank von Frankreich hebt BIP-Wachstumsprognose für Q2 auf 0,2 % an – Industrie und Dienstleistungen halten sich
Die Zentralbank rechnet nun für das zweite Quartal mit einem Wirtschaftswachstum von 0,2 %, gegenüber der vorherigen Schätzung einer Stagnation, da sich die Aktivität im Juni trotz einer Hitzewelle als widerstandsfähig erwies.
Prognosekorrektur
Die Bank von Frankreich hob am Donnerstag ihre BIP-Wachstumsprognose für das zweite Quartal auf 0,2 % an, nachdem sie zuvor von Null ausgegangen war. Die Korrektur folgt auf eine monatliche Unternehmensumfrage unter 8.500 Unternehmen, die zwischen dem 26. Juni und dem 3. Juli durchgeführt wurde und eine Verbesserung der Aktivität in allen Sektoren zeigte. Chefvolkswirt Xavier Debrun bezeichnete die Anhebung als „insgesamt gute Nachricht“ und sagte, sie könnte das Jahreswachstum näher an das Regierungsziel bringen.
Insgesamt gute Nachrichten, da wir für das zweite Quartal ein Nullwachstum des BIP erwartet hatten.
Die Regierung senkte am Dienstag ihre eigene Jahresprognose für 2026 von 0,9 % auf 0,7 %, während die Bank von Frankreich an ihrer Gesamtjahresprognose von 0,5 % festhält.
- Regierung (bisher)
- 0.9 %
- Regierung (aktuell)
- 0.7 %
- Banque de France
- 0.5 %
Branchenentwicklung
Die Industrie legte im Juni deutlich zu, angeführt von den Bereichen Verteidigung, Technologie, Automobil und Agrar- und Ernährungswirtschaft. Von der Hitzewelle Ende Juni betroffene Unternehmen passten die Arbeitszeiten an und hielten die Produktion weitgehend aufrecht. Die Umsätze der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit Frischprodukten, Eiscreme und Getränken stiegen, während die Chemiebranche von Bestellungen profitierte, die in Erwartung künftiger Preiserhöhungen aufgegeben wurden.
Auch die Marktdienstleistungen erholten sich. Unterkünfte mit klimatisierten Zimmern profitierten vom heißen Wetter, während Restaurants darunter litten. Die Bautätigkeit nahm sowohl bei Rohbau- als auch bei Ausbauarbeiten zu, wobei die Installation von Klimaanlagen beschleunigt wurde.
Angebot und Preise
Die Angebotsschwierigkeiten in der Industrie gingen leicht zurück: 11 % der Unternehmen meldeten Probleme, gegenüber 13 % im Mai. Allerdings blieben Engpässe in der IT- und Elektronikbranche (18 %) sowie in der Luftfahrt (36 %) akut. Die Verkaufspreise stiegen im Juni weniger stark, da die Kosten für Rohstoffe und Energie nachließen.
Unsicherheit nimmt ab
Der Unsicherheitsindikator der Bank von Frankreich, der auf einer Textanalyse von Unternehmenskommentaren basiert, ging weiter zurück. Er liegt nun wieder auf dem Niveau, das zuletzt vor dem Ausbruch des Nahostkonflikts Ende Februar zu beobachten war.


