
Französische Polizei nimmt über 5.000 Menschen fest – Schulproteste und Blockaden fordern Hunderte Verletzte
Die französischen Behörden haben im Verlauf einer Woche voller Gymnasialblockaden mehr als 5.000 Menschen festgenommen. Die Schülergewerkschaften fordern mehr Geld für Bildung und distanzieren sich zugleich von den eskalierenden Auseinandersetzungen.
Ausmaß der Proteste und Schulblockaden
Gymnasiasten in ganz Frankreich haben im Laufe der Woche landesweit demonstriert und Schulen blockiert und damit Hunderte weiterführende Schulen lahmgelegt. Ihren Höhepunkt erreichten die Mobilisierungen am Donnerstag, als an mehr als 1.000 Schulen protestiert wurde und 222 vollständig blockiert waren. Auch am Freitag, dem 2. Oktober, gingen die Störungen weiter: 735 Einrichtungen waren betroffen, ein Rückgang um 30 Prozent gegenüber den Vortagen. Die örtlichen Präfekten reagierten auf die Unruhen mit einem Versammlungsverbot im unmittelbaren Umfeld der geschlossenen Einrichtungen. Die Proteste erfassten Städte und Gemeinden im ganzen Land, darunter Nantes, Belfort, Aubervilliers und Niort, wo Schüler versuchten, das Lycée Paul-Guérin zu blockieren.
- An mehr als 1.000 Schulen wird mobilisiert, 222 sind blockiert, 305 Polizisten werden verletzt
- Proteste betreffen 735 Schulen, die Polizei nimmt 1.747 Menschen fest, nachdem die Gewerkschaften mit dem Bildungsminister gesprochen haben
- Schülerorganisationen rufen zu einer landesweiten Mobilisierung an weiterführenden Schulen auf
Zusammenstöße, Verletzte und Polizeikontrolle
Die Eskalation der Proteste führte zu Zusammenstößen, Sachbeschädigungen und Hunderten Verletzten unter Demonstranten wie Sicherheitskräften. Innenminister Laurent Nuñez erklärte, in der Nähe von 158 weiterführenden Schulen sei es zu urbaner Gewalt gekommen, mit Wurfgeschossen und Angriffen auf Polizisten, Lehrer, Journalisten und Passanten. Allein am Donnerstag wurden 305 Polizisten und Gendarmen verletzt; die Behörden in Belfort leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes an einem Beamten ein. Bildungsminister Édouard Geffray berichtete, im Laufe der Woche seien 170 Schüler und 65 Beschäftigte der Schulen verletzt worden; mehr als 100 Gymnasien hätten schwere Sachschäden erlitten, darunter ein Brandanschlag auf ein Gymnasium in Nantes.
- Polizisten am Donnerstag
- 305 Personen
- Schüler
- 170 Personen
- Schulbeschäftigte
- 65 Personen
Die Polizei registrierte seit Beginn der Proteste mehr als 5.000 Festnahmen, allein am Freitag wurden 1.747 Menschen in Gewahrsam genommen. Die Nationalpolizei verteidigte ihr Vorgehen und erklärte, die Beamten seien gegen mobile Personen vorgegangen, die behelfsmäßige Waffen wie Gerüststangen, Äxte und Molotowcocktails mit sich geführt hätten. Die Polizeiaufsichtsbehörde IGPN leitete fünf Untersuchungen zu Verletzungen ein, die durch Verteidigungsschusswaffen (LBD) und Granaten verursacht wurden; der Menschenrechtsbeauftragte (Défenseur des droits) eröffnete ein Verfahren in Saint-Ouen-l'Aumône. Die Sprecherin der Nationalpolizei, Agathe Foucault, verteidigte das Verhalten der Einsatzkräfte in einem Fernsehinterview.
Fünf IGPN-Untersuchungen bei 5.000 Festnahmen – das ist eine sehr niedrige Quote.
Forderungen der Gewerkschaften und Reaktion der Regierung
Die Schülergewerkschaften, die die Blockaden organisieren, betonten, dass gewalttätige Einzelpersonen außerhalb der organisierten Jugendbewegung agierten, und riefen zu friedlichen Aktionen auf. Vertreter der Gewerkschaften trafen am Freitag mit Bildungsminister Édouard Geffray zusammen, um Forderungen nach höheren Bildungsbudgets, regionalen Sofortinvestitionsprogrammen, strukturellen Sanierungen der Schulgebäude und garantierten Lehrerstellen vorzulegen. Die Gewerkschaftsvertreter verließen die Gespräche unzufrieden; das Ministerium habe nur vage Zusagen für eine langfristige Prüfung gemacht, ohne unmittelbare Garantien für Lehrressourcen. Louis Letoublon, Vizepräsident der Gewerkschaft Les Lycéens!, kritisierte, dass die Gewalt die öffentliche Aufmerksamkeit von den Bedingungen im Klassenzimmer ablenke.
Wir verurteilen die Gewalt und finden es bedauerlich, dass sie unsere Forderungen in den Schatten stellt.
Nächste Schritte und geplante Mobilisierungen
Schülerkomitees und lokale Versammlungen haben begonnen, sich zu organisieren, um Aktionen über die Departements hinweg zu koordinieren, insbesondere im Département Seine-Saint-Denis. Schüler des Lycée Le Corbusier in Aubervilliers hielten Koordinierungstreffen ab, um gemeinsame Blockaden vorzubereiten und den Druck sechs Monate vor der französischen Präsidentschaftswahl aufrechtzuerhalten. Die Anführer der Gymnasialgewerkschaften kündigten für Dienstag, den 6. Oktober, einen erneuten landesweiten Mobilisierungstag an und riefen die Schüler auf, Vollversammlungen zu organisieren und friedliche Mahnwachen vor den Bildungseinrichtungen im ganzen Land aufrechtzuerhalten.

