
Sicherheitschef des französischen Fußballs Mohamed Sanhadji wegen 60.300-Euro-Geschenks von Mbappé angeklagt
Mohamed Sanhadji wird in Paris wegen Korruptionsvorwürfen angeklagt und muss eine Kaution in Höhe von 80.000 Euro hinterlegen, nachdem er nicht deklarierte Gelder aus Kylian Mbappés WM-Prämien erhalten hatte.
Anklage und Bedingungen der gerichtlichen Überwachung
Mohamed Sanhadji, der Logistik- und Sicherheitsmanager der französischen Fußballnationalmannschaft der Herren, wurde am Mittwoch in Paris wegen Korruption im Zusammenhang mit einer Person mit öffentlicher Autorität formell unter Untersuchung gestellt. Die Pariser Staatsanwaltschaft gab die Anklage am Freitag nach Sanhadjis Polizeigewahrsam bekannt. Die gerichtliche Untersuchung konzentriert sich auf eine finanzielle Überweisung in Höhe von 60.300 Euro, die Sanhadji im Juni 2023 vom französischen Nationalstürmer Kylian Mbappé erhalten hatte.
Im Rahmen der vom Richter angeordneten gerichtlichen Überwachung muss Sanhadji eine Kaution in Höhe von 80.000 Euro hinterlegen. Die gerichtliche Verfügung erlegt seinen beruflichen Tätigkeiten strenge Beschränkungen auf, die es ihm untersagen, nationale Polizeiaufgaben auszuüben und ihn vom professionellen Sportsektor ausschließen. Diese Einschränkung umfasst jede bezahlte Arbeit mit französischen oder ausländischen Fußballvereinen, dem französischen Fußballverband (FFF) und internationalen Sportverbänden.
Umfassende Kontakt- und Ortsverbote
Die gerichtlichen Kontrollmaßnahmen verbieten Sanhadji ausdrücklich, den Kontakt zu mehreren Gruppen aufrechtzuerhalten, die mit dem französischen Fußball und der Staatssicherheit verbunden sind. Es ist ihm untersagt, mit ehemaligen und aktuellen Spielern der französischen Nationalmannschaften, dem derzeitigen technischen Stab, ehemaligen und aktuellen Nationaltrainern sowie ehemaligen oder aktuellen Präsidenten und Angestellten des FFF zu sprechen. Die Beschränkung erstreckt sich auf Direktoren und stellvertretende Direktoren der DCCRS (Direction centrale des compagnies républicaines de sécurité), die ab 2011 im Amt waren.
Sanhadji ist es auch untersagt, wichtige französische Fußballstätten ohne ausdrückliche richterliche Genehmigung zu betreten. Die eingeschränkten Orte umfassen den Sitz des FFF in Paris, das nationale Fußballtrainingszentrum in Clairefontaine, das Stade de France in Saint-Denis und den Parc des Princes.
- Sanhadji beginnt als Polizeibeamter mit der Leitung der Sicherheit für die französische Fußballnationalmannschaft
- Mbappé stellt Sanhadji einen Scheck über 60.300 Euro aus seinen WM-Prämien 2022 aus
- Sanhadji tritt vorzeitig aus dem Polizeidienst aus und wird direkt vom FFF eingestellt
- Pariser Staatsanwalt bestätigt Anklage gegen Sanhadji wegen Korruption eines Amtsträgers
Ursprünge der WM-Prämienzahlung
Sanhadji arbeitete von 2004 bis Dezember 2025 als Polizeibeamter, der für die Sicherheit der französischen Nationalmannschaft zuständig war. Die finanzielle Transaktion erfolgte im Juni 2023, nach der WM 2022 in Katar. Mbappé stellte Sanhadji einen Scheck über 60.300 Euro aus seinen Turnierprämien aus. Die Transaktion wurde von einem Bankangestellten als übliches Geschenk gemeldet, aber Sanhadji hatte seine Polizeiführung nicht über die Gelder informiert.
Interne Polizeisanktionen folgten auf die Nichtdeklaration der Gelder, was Sanhadji dazu veranlasste, im Dezember 2025 vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Trotz der Disziplinarmaßnahmen blieb Sanhadji bei den Nationalspielern und im Verband hoch angesehen. Der FFF stellte ihn direkt als zivilen Mitarbeiter ein, um die Logistik und Sicherheit der Mannschaft auf dem Weg zur WM 2026 zu verwalten.
Auswirkungen auf Zinédine Zidanes Stab
Die rechtlichen Schritte stellen eine unmittelbare betriebliche Herausforderung für den französischen Fußballverband und den neu ernannten Nationaltrainer Zinédine Zidane dar. Sanhadji hatte über zwei Jahrzehnte Seite an Seite mit der Mannschaft gedient und enge Beziehungen zu Generationen von Spielern und Funktionären aufgebaut, bevor er formell in Zidanes Stab integriert wurde. Da das Gericht Sanhadji den Zugang zu Clairefontaine, den Spielstätten und allen sportlichen Aktivitäten untersagt, muss der FFF seine Sicherheitsmaßnahmen neu organisieren, während die Ermittlungen voranschreiten.


