
Hitzewelle in Frankreich: RN schlägt 40-Milliarden-Euro-Klimaanlagenplan vor, während Rekorde fallen
Während Frankreich seinen heißesten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt, bereitet der rechtsextreme Rassemblement National ein 40 Milliarden Euro schweres Nullzins-Darlehensprogramm zur Klimatisierung öffentlicher Gebäude und Wohnungen vor, während die Linke ihre langjährige Ablehnung von Klimaanlagen aufweicht.
Rekordhitzewelle
Frankreich erlebte am Mittwoch seinen heißesten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1947, mit einem nationalen thermischen Indikator von 30 °C, der den Wert vom Dienstag (29,9 °C) übertraf. In Paris wurden 40,3 °C gemessen, erst das vierte Mal in 150 Jahren, dass die Hauptstadt diese Schwelle überschritten hat. Bis Donnerstag standen 72 Departements unter roter Alarmstufe, was drei Viertel der Bevölkerung betrifft. Die Hitzewelle wird voraussichtlich mindestens bis zum 14. Juli andauern, so die Ministerin für ökologischen Wandel, Monique Barbut.
- Frankreich verzeichnet heißesten Tag seit 1947 mit nationalem thermischen Indikator von 29,9 °C
- Neuer Rekord bei 30 °C; Paris erreicht 40,3 °C; 58 Departements unter roter Alarmstufe
- 72 Departements unter roter Alarmstufe, die drei Viertel der Bevölkerung abdecken
- Hitzewelle wird voraussichtlich bis zu diesem Datum andauern, so die Ministerin für ökologischen Wandel
Politischer Druck wächst
Die extremen Temperaturen haben Klimaanlagen zu einem politischen Zankapfel gemacht. Regierungssprecherin Maud Bregeon erklärte:
Oppositionsabgeordnete warfen der Exekutive jedoch Untätigkeit vor. Der Kommunist Stéphane Peu bezeichnete die Antwort der Ministerin als unzureichend, während der Sozialist Philippe Nallet sagte, die Regierung habe es versäumt, die Krise vorherzusehen. Der rechte Abgeordnete Jérôme End forderte eine langfristige Strategie und warnte davor, „in permanenter Emotionalität zu reagieren“.Wir befürworten Klimaanlagen, wo immer sie nötig sind. Ich sage nur, dass sie nicht die einzige Antwort sein können.
RNs 40-Milliarden-Euro-Plan
Der Rassemblement National wird nach Angaben von franceinfo Anfang nächster Woche einen „Plan clim“ vorstellen. Der Vorschlag, unterstützt von den Abgeordneten Thomas Ménagé und Jean-Philippe Tanguy, würde 40 Milliarden Euro an zinslosen Darlehen bereitstellen: 20 Milliarden Euro für Klimaanlagen in Krankenhäusern, Schulen und Pflegeheimen und weitere 20 Milliarden Euro für private Wohnungen. Um die Staatsverschuldung nicht zu erhöhen, will der RN die Europäische Zentralbank an der Finanzierung beteiligen, ein Mechanismus, den die EZB noch nie für solche Zwecke genutzt hat.
Wir können ältere Menschen in Pflegeheimen, Kinder in Schulen oder Kranke in Krankenhäusern nicht verdammen.
Linke und Grüne ändern ihre Haltung
Teile der Linken, die Klimaanlagen lange als „Fehlanpassung“ kritisiert hatten, zeigen sich nun kompromissbereiter. La France Insoumise forderte am Mittwoch die dringende Klimatisierung von Krankenhäusern, Pflegeheimen und Schulen, obwohl der Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon kürzlich gesagt hatte, er würde seine Familie nicht den ganzen Tag in klimatisierten Räumen unterbringen. Marine Tondelier von den Grünen bezeichnete Klimaanlagen als Notlösung, warnte aber:
Sie heizen die Straße auf, sie heizen Ihre Nachbarn auf. Wenn also alle das tun, verschärft das das Problem der Wärmeinseln.
Umwelt- und praktische Hürden
Klimaanlagen verursachen derzeit etwa 1 % der Treibhausgasemissionen Frankreichs, aber ihr Energieverbrauch belastet das Stromnetz während der sommerlichen Spitzenzeiten. Nur 7 % der Schulgebäude, zwei Drittel der Büros und ein Viertel der Wohnungen sind damit ausgestattet. Eine IPSOS-Umfrage vom Juni 2026 ergab, dass nur 21 % der Franzosen Klimaanlagen für umweltfreundlich halten und 8 von 10 sie als nicht umweltverträglich ansehen. Weltweit retten Klimaanlagen jedoch schätzungsweise 200.000 Menschenleben pro Jahr.
- Schulen
- 7 %
- Büros
- 66 %
- Wohnungen
- 25 %
Die Regierung plant, Anpassungsmaßnahmen an Hitzewellen in ein Wohnungsbaugesetz aufzunehmen, aber die Finanzierung bleibt nach Kürzungen des Fonds für den grünen Wandel unsicher.

