
Frankreich erhebt Öko-Strafabgaben von bis zu 12 Euro auf Shein- und Temu-Kleidung
Frankreich erhebt ab dem 1. September 2026 Zuschläge von bis zu 12 Euro pro Kleidungsstück auf Ultra-Fast-Fashion-Plattformen wie Shein und Temu, um die Textilüberproduktion einzudämmen.
Das Strafabgaben-System
Am 1. September 2026 führte Frankreich ein System finanzieller Strafabgaben auf importierte Ultra-Fast-Fashion-Artikel ein und setzte damit ein Gesetz um, das das französische Parlament zu Beginn des Sommers verabschiedet hatte. Die vom staatlich beauftragten Textilrecycling-Verband Refashion verwaltete Abgabe gilt für preiswerte Kleidung, die online von Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress verkauft wird. Die Gebührenstruktur basiert auf einer ökologischen Formel, die Produktmengen, Verkaufspreise und Reparaturkosten im Verhältnis zum Kleidungswert berücksichtigt. Für 2026 liegen die Strafabgaben zwischen 0,50 Euro für Unterwäsche und Socken, 2 Euro für T-Shirts, 9 Euro für Jeans und 12 Euro für Jacken, gedeckelt bei 50 % des Verkaufspreises vor Steuern. Gemäß dem im Gesetz festgelegten Zeitplan werden die Höchststrafen bis 2030 auf 19,50 Euro pro Kleidungsstück steigen.
- Unterwäsche und Socken
- 0.5 €
- T-Shirt
- 2 €
- Jeans
- 9 €
- Jacke
- 12 €
Kriterien für das Produktionsvolumen
Die Verordnung legt eine Schwelle fest, die traditionelle Fast-Fashion-Händler von rein digitalen Ultra-Fast-Fashion-Plattformen anhand des Umfangs des Katalogumsatzes trennt. Französische Regierungsvertreter wiesen darauf hin, dass der spanische Händler Zara jährlich etwa 20.000 neue Modelle einführt, der französische Händler Kiabi 17.400 und die französische Marke ba&sh 300, während Shein 1,7 Millionen Referenzen pro Jahr listet und täglich 4.700 neue Styles hinzufügt. Da traditionelle Filialketten über physische Ladenflächen und kleinere Gesamtkataloge verfügen, bleiben Marken wie H&M und Zara von den Gebühren ausgenommen. Der französische Handelsminister Serge Papin verteidigte die Unterscheidung in Äußerungen gegenüber Ouest-France.
Europäische Marken haben Geschäfte, schaffen Arbeitsplätze und zahlen Steuern.
- ba&sh
- 300
- Kiabi
- 17400
- Zara
- 20000
- Shein
- 1700000
Reaktionen aus Industrie und Ausland
Die Umsetzung stieß sofort auf Widerstand von chinesischen Beamten und Vertretern des E-Commerce. Quentin Ruffat, Sprecher von Shein in Frankreich, erklärte, die Strafabgaben würden die Verbraucher bestrafen, indem sie die Einzelhandelspreise in die Höhe trieben. Das chinesische Handelsministerium bezeichnete das französische Gesetz als ein diskriminierendes Handelshemmnis, das möglicherweise gegen die Regeln der Welthandelsorganisation verstößt. Auch inländische Interessengruppen äußerten aus der entgegengesetzten Richtung Vorbehalte; der Verein Stop Fast Fashion kritisierte die Ausnahmegenehmigung für europäische Bekleidungsketten und forderte die Behörden auf, die Strafabgaben auf alle Fast-Fashion-Hersteller auszuweiten. In der Zwischenzeit forderten französische Textilindustrie-Vertreter strengere Maßnahmen gegen Billigplattformen.
Der einzige Weg, den wir bisher gefunden haben, ist die Einführung einer Strafabgabe, die den Preis erhöht und so den Verbraucher ein wenig bremst.
Umweltbilanz und EU-Maßnahmen
Die französische Maßnahme kommt parallel zu breiteren europäischen Bemühungen, Textilabfälle zu reduzieren und die Paketmengen aus Asien zu kontrollieren. Frankreich entsorgt schätzungsweise 600.000 Tonnen Textilien pro Jahr, während die europäische Paketeingangsmenge im Jahr 2025 fast 6 Milliarden kleine Pakete erreichte, das Vierfache des Volumens von 2022, wobei 93 % aus China stammten. Auf der Textilmesse Première Vision baten europäische Textilverbände die Europäische Kommission, eine Bearbeitungsgebühr von 10 Euro auf kleine Pakete aus Asien zu erheben, zusätzlich zu der von der Europäischen Union am 1. Juli 2026 eingeführten Kategorieseteuer von 3 Euro. Frankreich wird 2027 auch ein Werbeverbot für Einwegmode erlassen, um die Wiederverwendung von Produkten und die Reparatur von Kleidungsstücken zu fördern.


