
Französischer Staat wird mit 500 Millionen Euro Kapitalerhöhung größter Aktionär von Eramet
Der Élysée-Palast hat am Montag, dem 12. Oktober, angekündigt, dass der Staat seinen Anteil an dem Bergbaukonzern erhöhen und den Großteil einer geplanten Kapitalerhöhung übernehmen wird. Hintergrund sind ein Nettoverlust von 477 Millionen Euro im Jahr 2025 und die hohe Verschuldung von Eramet.
Ein Staatsportfolio, das weiter wächst
Das Portfolio der Agence des participations de l'État (APE) war laut dem Tätigkeitsbericht der Behörde Ende Juni 229,6 Milliarden Euro wert, 20,5 Milliarden Euro mehr als ein Jahr zuvor. France 24 beziffert den Anstieg auf knapp 10 Prozent binnen eines Jahres und zählt 87 Unternehmen oder Einrichtungen, an denen der Staat beteiligt ist. Einige Unternehmen gehören dem Staat vollständig, darunter EDF, SNCF, RATP, France Télévisions und Bpifrance, während seine Beteiligungen an Airbus, Thales, Renault und Orange Minderheitsanteile sind. Ein Teil des Zuwachses stammt aus Kursgewinnen bei Engie, Orange und Airbus sowie aus erhaltenen Dividenden. Im Jahr 2017 lag das Portfolio bei etwa 100 Milliarden Euro, wobei sich seine Zusammensetzung seither verändert hat.
- 2017 (ungefähr)
- 100 Mrd. Euro
- 30. Juni 2026
- 229.6 Mrd. Euro
Beteiligungen in strategischen Sektoren
Die Behörde investiert in Energie, Verkehr, Verteidigung und Digitales mit dem erklärten Ziel, Kompetenzen und industrielle Kapazitäten in Frankreich zu halten. In den vergangenen zwölf Monaten wurde der Staat laut Le Figaro größter Aktionär von Eutelsat und übernahm die Kontrolle über Bull. Zudem hält er 80 Prozent an Alcatel Submarine Networks, einem Spezialisten für Unterseekabel. Gleichzeitig verkauft der Staat Anteile an Unternehmen, die er als weniger strategisch einstuft. Im Ausland listet der deutsche Bundesstaat 119 direkte Beteiligungen, und die Vereinigten Staaten haben kürzlich Anteile an Intel und am Seltene-Erden-Produzenten MP Materials erworben.
Eramet: Der Staat rückt an die Spitze
Am Montag, dem 12. Oktober, kündigte der Élysée-Palast an, dass der Staat seinen Anteil an Eramet, dem in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Bergbaukonzern, deutlich erhöhen und damit mit Abstand größter Aktionär werden wird. Ende 2025 hielt der Staat knapp über 27 Prozent des Kapitals und wird nun die Familie Duval überholen, die zum selben Zeitpunkt 37,22 Prozent hielt. Der Élysée-Palast erklärte, der Staat werde nicht mehr als 50 Prozent des Kapitals übernehmen, und machte keine Angaben zur finanziellen Größe der Transaktion. Der Konzern plant eine Kapitalerhöhung von 500 Millionen Euro, bei der die APE zeichnen und die Rechte der Familie Duval erwerben wird, die bisher größter Aktionär war. Die Familie Duval war 1999 in den Aktionärskreis von Eramet eingetreten, als das Bergbauunternehmen mit Aubert & Duval fusionierte.
- Die Familie Duval tritt in den Aktionärskreis von Eramet ein, als der Konzern mit Aubert & Duval fusioniert
- Staat knapp über 27 Prozent, Familie Duval 37,22 Prozent, Nettoverlust von 477 Millionen Euro
- Der Élysée-Palast kündigt an, dass der Staat größter Aktionär von Eramet wird
- Geplante Kapitalerhöhung von 500 Millionen Euro
Verluste und Schulden als Hintergrund des Schritts
Eramet verbuchte 2025 einen Nettoverlust von 477 Millionen Euro und trägt laut Franceinfo eine hohe Schuldenlast. Der Konzern hatte bereits in diesem Jahr eine Kapitalerhöhung angekündigt, die er als "für den Konzern unerlässlich" bezeichnete und für das vierte Quartal ansetzte. Eramet produziert Mangan, Nickel und Lithium. France 24 berichtet, die Staatsbeteiligung solle die Versorgung mit kritischen Metallen sichern.
Wie es weitergeht
Die Kapitalerhöhung ist für das vierte Quartal 2026 geplant, und laut Le Figaro wird der Staat noch vor Jahresende Hauptaktionär werden. Der Élysée-Palast nannte am Montag keine finanzielle Größe der Transaktion. Der Portfoliowert des Staates von 229,6 Milliarden Euro bezieht sich auf den 30. Juni und spiegelt spätere Börsenbewegungen nicht wider.


