
Frankreich beschleunigt Raketenlieferungen an die Ukraine und stimmt Produktionslizenzen zu
Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte der Ukraine in einem zweistündigen Telefonat mit Wolodymyr Selenskyj nach einem tödlichen Angriff auf Krywyj Rih Abfangraketen und Waffenproduktionslizenzen zu.
Bilaterale Verteidigungsabkommen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der französische Präsident Emmanuel Macron führten am Samstag, den 22. August 2026, ein fast zweistündiges Telefonat. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen sofortige Maßnahmen zur Verstärkung des ukrainischen Luftraumschutzes gegen russische Drohnen- und Raketenangriffe. Die beiden Staatschefs vereinbarten, die Lieferungen moderner französischer Militärausrüstung und Raketen zu beschleunigen, während Macron bestätigte, dass Paris bereit sei, der Ukraine Produktionslizenzen für die Raketenherstellung zu erteilen. Selenskyj berichtete, dass die bilateralen Gespräche auch die französischen Luftverteidigungsfähigkeiten und Vereinbarungen umfassten, die eine beschleunigte Umsetzung erfordern. Darüber hinaus sagte Macron zu, Kiew bei der diplomatischen Kontaktaufnahme zu internationalen Partnern zu unterstützen, die über Abfangraketen verfügen, die mit Patriot-Luftabwehrbatterien kompatibel sind. Beide Präsidenten erörterten außerdem den langfristigen Finanzierungsbedarf für das Militär und koordinierten Finanzierungsrahmen, die für die ukrainischen Verteidigungsausgaben 2026 und 2027 vorgesehen sind.
Sehr gutes Gespräch mit Emmanuel, dem Präsidenten Frankreichs. Heute haben wir fast zwei Stunden über alle wichtigen Fragen gesprochen. Dabei ging es vor allem um die Notwendigkeit, die Luftverteidigung zu stärken.
Der Angriff auf Krywyj Rih und die zivilen Opfer
Das hochrangige Gespräch folgte auf einen russischen Angriff auf ein Einkaufszentrum in Krywyj Rih, der Heimatstadt von Wolodymyr Selenskyj in der Zentralukraine, am Freitagabend, den 21. August 2026. Russische Streitkräfte setzten Angriffsdrohnen gegen die gewerbliche Einrichtung ein und leiteten einen Doppelschlag ein, bei dem ein zweiter Angriff Rettungskräfte, Feuerwehrleute und medizinisches Personal traf, die Opfern in den Trümmern halfen. Oleksandr Wilkul, Leiter des Verteidigungsrates von Krywyj Rih, gab am Samstagmorgen bekannt, dass bei dem Bombardement mindestens 16 Menschen getötet, 130 verletzt und mehrere Personen vermisst wurden. Frühere Berichte hatten von mindestens 14 Toten und über 100 Verletzten bei den ersten Einschätzungen gesprochen. Ukrainische und französische Beamte stellten fest, dass der Angriff mit verstärkten Bombardierungen auf die Hauptstadt Kiew Anfang der Woche zusammenfiel.
Durch diese Angriffe und die, die diese Woche in Kiew stattfanden, setzt Russland das Verbrechen seiner Aggression fort und verschärft es. Indem es systematisch die Zivilbevölkerung angreift und auf Einschüchterung und Eskalation setzt, versucht Russland wohl Stärke zu zeigen, gibt aber in Wirklichkeit nur seine Schwäche zu.
- Russische Drohnen greifen ein Einkaufszentrum in Krywyj Rih mit einem Doppelschlag an, der auf Rettungskräfte abzielt.
- Verteidigungsratschef Oleksandr Wilkul bestätigt mindestens 16 Tote und 130 Verwundete durch den Angriff auf Krywyj Rih.
- Emmanuel Macron und Wolodymyr Selenskyj führen ein zweistündiges Telefonat, in dem sie sich auf Raketenlieferungen und Herstellungslizenzen einigen.
- Emmanuel Macron, Andy Burnham und Friedrich Merz leiten gemeinsam den Gipfel der Koalition der Willigen.
Diplomatische Kontakte und Koalitionsplanung
Neben bilateralen Konsultationen mit Paris führte die ukrainische Führung am Samstag in Kiew Gespräche mit westlichen Sicherheitsvertretern. Präsident Selenskyj sprach mit dem pensionierten US-General Keith Kellogg, einem ehemaligen Gesandten von Donald Trump, der in die Hauptstadt zum jährlichen Veteranentreffen gekommen war. Ihr Treffen konzentrierte sich auf diplomatische Wege mit der US-Administration und eine anhaltende Sicherheitskooperation. Westliche Verbündete planen für Montag, den 24. August 2026, multilaterale Gespräche, bei denen ein Gipfeltreffen der Koalition der Willigen zur Unterstützung der Ukraine stattfindet. Die Konferenz wird von Emmanuel Macron, dem britischen Premierminister Andy Burnham und dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz gemeinsam geleitet, um die Verteidigungsbeiträge zu koordinieren und den internationalen Druck auf Moskau aufrechtzuerhalten.


