
Frankreich legt überarbeitetes Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige der Europäischen Kommission vor
Die französische Regierung hat Brüssel einen überarbeiteten Vorschlag für ein Verbot sozialer Medien für Kinder unter 15 Jahren vorgelegt, der nach verfassungsrechtlichen Einwänden im August auf süchtig machende Plattformfunktionen abzielt.
Einreichung des überarbeiteten Entwurfs
Am 14. September 2026 gab der französische Präsident Emmanuel Macron bekannt, dass die Regierung der Europäischen Kommission einen neuen Gesetzesentwurf vorgelegt hat, um Minderjährigen unter 15 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken zu beschränken. Die Notifikation an Brüssel ist ein erforderlicher Schritt, um die Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen der Europäischen Union sicherzustellen, bevor der Text den nationalen Gesetzgebungsprozess durchläuft. Macron erklärte, er habe Premierminister Sébastien Lecornu beauftragt, einen tragfähigen rechtlichen Weg zu finden, nachdem ein früherer Gesetzesentwurf einen Monat zuvor abgelehnt worden war. Die französische Präsidentschaft strebt an, die Beschränkung noch vor dem Ende von Macrons zweiter Amtszeit im Frühjahr vollständig umzusetzen. Macron betonte, dass die technischen Anpassungen abgeschlossen seien, um der rechtlichen Prüfung durch die europäischen Behörden standzuhalten, während der ursprüngliche Umfang der Politik erhalten bleibe.
Nach intensiver technischer Arbeit notifiziert die Regierung heute der Europäischen Kommission einen neuen Wortlaut, einen Monat nach der Entscheidung des Rates.
Verfassungsrechtliche Überprüfung und rechtliche Änderungen
Die Gesetzesnovelle folgt einer Entscheidung des Verfassungsrates Mitte August, die die ursprüngliche, vom französischen Parlament verabschiedete Fassung beanstandete. In seiner Entscheidung stellte das Verfassungsorgan fest, dass das ursprüngliche pauschale Verbot einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Meinungs- und Kommunikationsfreiheit von Jugendlichen darstellte. Das Urteil erkannte jedoch ausdrücklich die verfassungsrechtliche Verpflichtung an, das Kindeswohl zu schützen, was die juristischen Teams der Exekutive dazu veranlasste, die Bestimmungen zu überarbeiten. Macron bekräftigte anschließend, dass die Regierung die Initiative zu Ende führen werde.
- Verfassungsrat kippt Gesetzesentwurf zum Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige
- Emmanuel Macron schreibt an Ursula von der Leyen und schlägt EU-weite Social-Media-Beschränkungen vor
- Frankreich notifiziert der Europäischen Kommission formell den überarbeiteten Gesetzesentwurf
Gezielte Funktionen und Ausnahmen
Um den Gesetzesentwurf sowohl mit der Verfassungsrechtsprechung als auch mit den europäischen Vorschriften in Einklang zu bringen, verlagerte die Exekutive ihren Ansatz von der direkten Nennung von Plattformen hin zur gezielten Regulierung bestimmter Softwaremechanismen. Nach dem Vorschlag, über den Le Figaro berichtete und der von einer Exekutivquelle bestätigt wurde, identifiziert das Gesetz rund zehn süchtig machende oder schädliche Funktionen. Zu diesen regulierten Mechanismen gehören die automatische Videowiedergabe, die Zustellung von Push-Benachrichtigungen während der Nachtstunden sowie direkte Kommunikationsfunktionen mit unbekannten Konten. Indem der Text sich strikt auf die Schnittstellengestaltung und nicht auf namentlich genannte Unternehmen konzentriert, soll er Verstöße gegen den europäischen Binnenmarkt vermeiden. Darüber hinaus erlaubt der neue Rahmen Jugendlichen zwischen 13 und 15 Jahren den Zugang zu Plattformen, wenn sie eine formelle Genehmigung ihrer Eltern oder Erziehungsberechtigten einholen.
Vorstoß zur Harmonisierung in der Europäischen Union
Neben den nationalen Gesetzesanpassungen strebt die französische Regierung EU-weite Standards für den digitalen Zugang von Jugendlichen an. Ende August sandte Macron ein formelles Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, in dem er sich für EU-Gesetze aussprach, die ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige in allen Mitgliedstaaten vorsehen. Die französische Exekutive hat den Schutz von Kindern im Internet als zentrale Priorität für die europäische Gesetzgebungsagenda positioniert. Macron erklärte, dass Frankreich beabsichtige, EU-Initiativen zu Plattformfunktionen und Kindersicherheit im Laufe des Herbstes entschlossen zu unterstützen.
Dieser Schutz muss auch für alle europäischen Kinder zur Norm werden. Deshalb habe ich der Präsidentin der Europäischen Kommission meine Entschlossenheit mitgeteilt, dass Europa schnell und streng vorankommen möge, um dieses Verbot in der Union zu harmonisieren und die Plattformfunktionen zu regulieren.


