
Frankreich warnt vor 300.000 mangelhaften und nicht zertifizierten Kondomen nach Rückrufen in Apotheken und Online-Shops
Französische Gesundheits- und Verbraucherschutzbehörden haben eine Warnung zu rund 300.000 Kondomen herausgegeben, 260.000 Einheiten im Einzelhandel wegen Riss- und Einstichgefahr zurückgerufen und nicht zertifizierte Online-Importe entfernt.
Gemeinsame Warnung vor mangelhaften und nicht zertifizierten Produkten
Die französischen Behörden für öffentliche Gesundheit und Verbraucherschutz haben am Freitag, den 21. August 2026, eine gemeinsame Warnung zu rund 300.000 Kondomen herausgegeben, die über Apotheken, Einzelhandelsgeschäfte und Online-Plattformen vertrieben wurden. Die Warnung der Generaldirektion für Gesundheit (DGS) und der Generaldirektion für Wettbewerbspolitik, Verbraucherangelegenheiten und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) betrifft sowohl physisch mangelhafte Artikel als auch nicht zertifizierte Importe. Die Behörden wiesen darauf hin, dass die beeinträchtigten Produkte keinen ausreichenden Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen und ungewollten Schwangerschaften bieten. Die Gesundheitsbehörden forderten alle Personen, die kürzlich die betroffenen Produkte verwendet haben, auf, sich medizinisch auf sexuell übertragbare Krankheiten untersuchen zu lassen. Die Behörden rieten den Nutzern zudem, einen Schwangerschaftstest durchzuführen, wenn sich der Menstruationszyklus verzögert.
Rückrufe im Einzelhandel und strukturelle Mängel
Inspektionen und Labortests von Beständen in stationären Apotheken und Einzelhandelsgeschäften führten zum Rückruf von rund 260.000 Kondomen aus zwei Produktlinien. Obwohl beide Linien die obligatorische europäische CE-Konformitätskennzeichnung trugen, ergaben Laboruntersuchungen schwerwiegende Herstellungsfehler, die die Produktintegrität beeinträchtigten. Die Tests zeigten, dass ein Produkt ein direktes Risiko des Platzens während der Anwendung aufwies, während ein anderes mikroskopisch kleine Perforationen aufwies. Die Behörden leiteten die Rückrufe der physischen Produkte in gestaffelten Aktionen ein, die Ende Mai 2026 und Anfang August 2026 begannen. Die zurückgerufenen Einzelhandelschargen umfassen Produkte, die unter den französischen Marken My Lubie und Friday Bae (Le Préservatif) verkauft werden, die beide dem Unternehmen Passage du Desir gehören.
- Aus dem Einzelhandel zurückgerufen (Platz- und Perforationsrisiken)
- 260000 Einheiten
- Ohne EU-CE-Konformitätskennzeichnung online verkauft
- 40000 Einheiten
Zunahme nicht zertifizierter Linien auf E-Commerce-Plattformen
Parallel zu den Einzelhandelskontrollen überprüften französische Ermittler E-Commerce-Marktplätze und identifizierten 30 verschiedene Kondomlinien, die ohne die erforderlichen behördlichen Zulassungen angeboten wurden. Die Behörden stellten fest, dass vor dem behördlichen Eingreifen bereits rund 1.000 Schachteln mit mehr als 40.000 einzelnen Kondomen von Verbrauchern gekauft worden waren. Die Artikel entbehrten der erforderlichen CE-Konformitätskennzeichnung, die eine Sicherheitsvalidierung durch Dritte gemäß den EU-Vorschriften bescheinigt, und sie enthielten keine obligatorischen Gebrauchshinweise in französischer Sprache. Die nicht autorisierte Ware wurde größtenteils von asiatischen Drittanbietern auf digitalen Plattformen wie Amazon vertrieben. Zu den identifizierten Linien gehörten Okamoto 002 und Okamoto 003, hergestellt von dem in Japan ansässigen Unternehmen Okamoto Industries, sowie Sagami Original 002 von Sagami, die beide ursprünglich für den japanischen Inlandsmarkt produziert wurden.
Löschungen von Marktplatzangeboten und behördliche Nachbereitung
Nach förmlichen Durchsetzungsbescheiden der DGCCRF erklärten sich die Betreiber von Online-Marktplätzen bereit, 36 nicht konforme Angebote zu entfernen und zusagten, ihre Händlerüberprüfungsprotokolle zu überarbeiten. Die Verbraucherschutzbehörde wies die digitalen Verkaufsplattformen zudem an, frühere Käufer direkt zu kontaktieren, um sie vor möglichen Sicherheitsmängeln zu warnen. Die behördliche Überprüfung findet in einem nationalen Markt statt, in dem Verbraucher nach französischen Marktdaten von 2024 jährlich etwa 115 Millionen Kondome kaufen. Die Gesundheitsbehörden betonten erneut, dass nicht geprüfte Barrieremethoden zur Empfängnisverhütung ernsthafte Gesundheitsrisiken darstellen, indem sie die Übertragung von Krankheitserregern und das Versagen der Empfängnisverhütung ermöglichen. Weder Passage du Desir noch Okamoto Industries reagierten umgehend auf Anfragen zur Stellungnahme bezüglich der Sicherheitshinweise.
- Französische Behörden leiten erste Einzelhandelsrückrufe für mangelhafte Kondomchargen ein
- Zweite Phase der Einzelhandelsrückrufe in Apotheken und Einzelhandelsketten gestartet
- DGCCRF und DGS veröffentlichen bundesweite Warnung zu 300.000 mangelhaften und nicht zertifizierten Kondomen


