
Französisches Parlament einigt sich auf Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige, endgültige Abstimmung am Dienstag
Ein parteiübergreifender Ausschuss französischer Abgeordneter und Senatoren hat sich am Montag auf einen Kompromiss geeinigt und damit den Weg für eine endgültige parlamentarische Abstimmung über ein Verbot des Zugangs zu sozialen Netzwerken für Kinder unter 15 Jahren freigemacht.
Der Kompromiss
Ein gemeinsamer Ausschuss französischer Abgeordneter und Senatoren, der hinter verschlossenen Türen als Commission Mixte Paritaire (CMP) tagte, hat am Montag, den 20. Juli, einen Kompromisstext gebilligt, der den Zugang zu sozialen Medien für Kinder unter 15 Jahren verbieten würde. Die Einigung ebnet den Weg für eine endgültige Abstimmung in beiden Kammern des Parlaments am Dienstag. Die Reform ist eine der wichtigsten Maßnahmen der Schlussphase von Emmanuel Macrons zweiter Amtszeit. Der Präsident hatte sich ursprünglich im April während einer Reise nach Zypern verpflichtet und einem jungen Studenten gesagt, das Verbot werde „ab dem 1. September“ in Kraft treten.
Zweistufige Einführung ab September
Der Text sieht eine schrittweise Einführung vor. Ab dem 1. September dürften keine neuen Konten mehr von Personen unter 15 Jahren erstellt werden. Bestehende Konten von unter 15-Jährigen würden nach einer Übergangsfrist von vier Monaten geschlossen, was bedeuten würde, dass sie bis zum 1. Januar 2027 nicht mehr funktionsfähig wären. In diesem Zeitraum, so erklärte Macron letzten Monat, „werden wir die bereits bestehenden Konten von unter 15-Jährigen schließen.“ Die Regierung möchte die Maßnahme auch zusammen mit einem separaten Handyverbot an Lycées in Kraft setzen, das im selben Gesetzespaket enthalten ist. Ein beschleunigter Zeitplan würde Frankreich zu einem der ersten EU-Länder machen, das derart pauschale Beschränkungen für Plattformen verhängt.
- Macron kündigt die Frist zum 1. September während eines Schulbesuchs in Zypern an.
- CMP billigt Kompromisstext vor der parlamentarischen Abstimmung.
- Endgültige Abstimmung in beiden Kammern des Parlaments geplant.
- Neue Kontoerstellung für unter 15-Jährige blockiert; Handyverbot an Lycées.
- Bestehende Konten von unter 15-Jährigen müssen nach einer viermonatigen Übergangsfrist geschlossen werden.
Version der Nationalversammlung setzt sich gegen Senat durch
In früheren Lesungen hatten die beiden Kammern deutlich unterschiedliche Ansätze verfolgt. Der Senat, der befürchtete, dass ein zu weitreichendes Verbot vom Verfassungsrat gekippt werden könnte, hatte ein zweistufiges System mit einer „schwarzen Liste“ von Plattformen, die einem totalen Verbot unterliegen, und anderen, die nur mit elterlicher Zustimmung zugänglich sind, vorgeschlagen. Die Version, die aus den CMP-Verhandlungen hervorgegangen ist, ist der breitere Text der Nationalversammlung. Er besagt schlicht, dass der „Zugang zu einem Online-Dienst eines sozialen Netzwerks“ für Minderjährige unter fünfzehn Jahren „verboten“ ist. Ausnahmen gibt es für „Online-Enzyklopädien“ und, nach einer kurzfristigen Ergänzung, für „digitale Projekte mit pädagogischem Zweck.“ Der Text muss mit dem EU-Recht vereinbar sein, da sonst die Durchsetzung von Brüssel blockiert werden könnte.
Wir werden die bereits bestehenden Konten von unter 15-Jährigen schließen.
Altersverifikation ist der schwierige Teil
Das hartnäckigste Hindernis, das während des Gesetzgebungsprozesses genannt wurde, ist die technische Herausforderung, das Alter der Nutzer zuverlässig zu überprüfen. Die Artikel beschreiben dies als die Schwierigkeit, die den Start noch verzögern könnte, wobei ein Abgeordneter mit den Worten zitiert wird: „Ehrlich gesagt, das ist noch nicht in trockenen Tüchern.“ Es wurde kein Durchsetzungsmechanismus vereinbart, der sowohl die Datenschutzanforderungen der europäischen Regulierung als auch den Ehrgeiz der Regierung nach einer wasserdichten Mauer erfüllen kann. Die Diskussionen mit der Europäischen Kommission, die einen früheren Senatsentwurf geprüft und Bedenken hinsichtlich seiner Vereinbarkeit mit dem digitalen Regelwerk der Union geäußert hatte, werden Berichten zufolge fortgesetzt.
Ehrlich gesagt, das ist noch nicht in trockenen Tüchern.
Was die Abstimmung am Dienstag bedeutet
Wenn beide Kammern den Text am Dienstag annehmen, bleiben der Regierung etwas mehr als fünf Wochen, um die Durchführungsverordnungen vor der Frist vom 1. September für die Blockierung neuer Registrierungen fertigzustellen. Selbst Befürworter räumen ein, dass der Zeitplan eng ist, und Le Parisien stellt fest, dass einige Parlamentarier weiterhin skeptisch sind, ob der Starttermin im September realistisch eingehalten werden kann.
