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Klima·vorgestern

Historische Hitzewelle erfasst Frankreich: Über 1.000 Temperaturrekorde gebrochen, orangefarbene Warnung auf 17 Départements ausgeweitet

Eine beispiellose Hitzekuppe Ende Mai hat in Frankreich über 1.000 Temperaturrekorde gebrochen. Météo-France hat die orangefarbene Hitzewarnung auf 17 Départements, einschließlich Paris, ausgeweitet. Bei Temperaturen von bis zu 37 °C bereitet die Regierung ein dringendes interministerielles Treffen vor, während die öffentliche Sorge um die Bereitschaft wächst.

Rekordverdächtige Temperaturen

Frankreich erlebt eine außergewöhnliche und frühe Hitzewelle, die seit Montag, dem 25. Mai, mehr als 1.000 lokale Temperaturrekorde gebrochen hat. Am Dienstag erreichte der nationale Thermomessindex (ITN) 24,9 °C – der höchste Mai-Durchschnittswert seit Beginn der Aufzeichnungen – und sank am Mittwoch auf 24,4 °C. Die Thermometer zeigten 36,9 °C in Angoulême, 36,4 °C in Carcassonne, 35,7 °C in Nort-sur-Erdre und 32,6 °C in Saint-Brieuc, wo der Rekord vom Vortag gebrochen wurde. In Bordeaux fiel ein 104 Jahre alter Rekord, als die Stadt 36,2 °C erreichte – mehr als die 35,4 °C vom Mai 1922.

Der Klimatologe Matthieu Sorel von Météo-France betonte die Anomalie:

Es ist mit historischen Episoden nicht vergleichbar. Bei dieser liegen die Temperaturen sehr weit darüber.

Die Behörde weist darauf hin, dass die Episode streng genommen noch keine „Hitzewelle“ ist – dafür wären drei aufeinanderfolgende Tage mit ITN ≥ 23,4 °C und ein Tag ≥ 25,3 °C nötig –, bezeichnet das Ereignis aber dennoch als „historisch und beispiellos“ für einen Mai.

Hitzewellenverlauf und wichtige Ereignisse
  1. Beginn der Episode; nationaler Thermomessindex erreicht 24,6 °C, Tagesrekorde gebrochen.
  2. ITN erreicht mit 24,9 °C den höchsten Mai-Wert. Über 1.000 lokale Rekorde fallen.
  3. 13 Départements in Alarmbereitschaft; Premierminister kündigt Krisentreffen für Donnerstag an. Höhepunkt der Hitze steht noch bevor.
  4. Warnung auf 17 Départements ausgeweitet. Premierminister leitet interministerielles Treffen. Weitere Temperaturspitzen erwartet.

Offizielle Reaktion und Warnstufe

Angesichts der zunehmenden Hitze hat Météo-France die orangefarbene „Canicule“-Warnung (Hitzewelle) für 13 Départements von der Normandie bis Nouvelle-Aquitaine aufrechterhalten und wird sie ab Donnerstagmittag auf 17 ausweiten, darunter Paris und die inneren Vororte. Die Warnstufe spiegelt nicht nur die reinen Thermometerwerte wider, sondern auch Gesundheitsrisiken und die Dauer der extremen Hitze. Premierminister Sébastien Lecornu kündigte an, am Donnerstag ein interministerielles Treffen zu leiten, um Themen wie Grundwasserspiegel, Waldbrandrisiko und die Einsatzbereitschaft öffentlicher Dienste zu erörtern.

Besorgnis und Vorbereitung der Bevölkerung

Eine Umfrage von BFMTV und Elabe zeigt, dass nur 8 % der Franzosen glauben, das Land sei vollständig auf solche Hitzewellen vorbereitet, während 35 % meinen, es sei „gar nicht bereit“ und 56 % denken, es „könnte besser sein“. 94 % erwarten, dass solche Perioden in den kommenden Jahren häufiger und intensiver werden. Über 70 % berichten von Auswirkungen auf ihren Schlaf oder ihre Arbeitsfähigkeit, und 77 % befürworten die Absage oder Verschiebung von Outdoor-Sport bei extremer Hitze.

Schutz von älteren und gefährdeten Menschen

Die lokalen Behörden handeln frühzeitig. In Rennes hat die Stadt ihren Hitzewellenplan aktiviert, obwohl dieser normalerweise vom 15. Juni bis 15. August läuft. Bürgermeisterin Nathalie Appéré erklärte:

Normalerweise gilt er vom 15. Juni bis 15. August, also ist nicht unbedingt alles kalibriert, wenn er im Mai ausgelöst werden muss.

Die Mitarbeiter rufen die 600 gefährdeten Einwohner an, die im kommunalen Sozialhilfezentrum registriert sind, und erinnern sie daran, täglich mindestens 1,5 Liter Wasser zu trinken, während der Spitzenzeiten nicht auszugehen und einen Hut zu tragen, wenn sie das Haus verlassen müssen.

Gesundheitsempfehlungen bei Hitze

Der Arzt und Gesundheitsjournalist Damien Mascret warnt vor Sport im Freien während der heißesten Stunden:

Es ist extrem gefährlich. Der Körper vervielfacht seine innere Wärmeproduktion um das 20-fache, während er bereits gegen die äußere Hitze ankämpft.

Er empfiehlt, Sport auf vor 7 Uhr oder nach 20 Uhr zu verlegen. Experten raten auch von schweren, fettigen Speisen ab, die die Körpertemperatur erhöhen und den Schlaf stören, sowie von kalten Duschen, die eine Gefäßverengung auslösen und die Herzfrequenz beschleunigen können. Stattdessen empfehlen sie leichte, wasserreiche Lebensmittel und konsequente Flüssigkeitszufuhr.

Paris · Bordeaux · Rennes

8 Quellen

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