
Frankreich kämpft gegen mehrere Waldbrände – 60.000 Evakuierte, EU schickt Flugzeuge nach Tod von zwei Feuerwehrleuten
Waldbrände im Südwesten Frankreichs haben die Evakuierung von mehr als 60.000 Menschen aus der Region Bordeaux erzwungen, bei Temperaturen nahe 40 °C und starkem Wind, der die Flammen anfacht. Zwei Feuerwehrleute sind ums Leben gekommen. Die EU hat ihren Zivilschutzmechanismus aktiviert; Portugal, Kroatien, Tschechien und die Slowakei entsenden Flugzeuge.
Brände in Südfrankreich
In Südwest- und Südostfrankreich wüten mehrere Waldbrände, angefacht durch Temperaturen um die 40 °C und Windböen über 50 km/h. Das schwerste Feuer im Wald von Landes de Gascogne nahe dem Becken von Arcachon brach am Nachmittag des 22. Juli aus und hatte bis Donnerstagabend 3.400 Hektar vernichtet. Ein zweiter großer Brand auf der Halbinsel Cap Ferret, 70 Kilometer von Bordeaux entfernt, schnitt die Landwege ab und erzwang am Freitagmorgen eine großangelegte Evakuierung auf dem Seeweg. Ein separates Feuer im Département Var, das am 21. Juli begann, hat 2.500 Hektar verbrannt, wurde aber von Präfekt Simon Fabre als stabil beschrieben, sodass 400 Evakuierte in ihre Häuser zurückkehren konnten.
Evakuierungen und Schäden
Die Behörden ordneten am Donnerstag die vorsorgliche Evakuierung von mehr als 20.000 Menschen aus dem Gebiet Landes de Gascogne an. Am Freitag wurden weitere 40.000 Einwohner und Touristen von Cap Ferret evakuiert, einige mit Booten, da die Flammen die Straßen blockierten. Nach Angaben der Behörden gab es unter der Zivilbevölkerung keine Todesopfer, aber zwei Feuerwehrleute starben beim Einsatz. Bisher sind die Sachschäden begrenzt: Ein isoliertes Haus wurde zerstört, drei weitere teilweise beschädigt und ein Wohnwagen verbrannt, so die jüngste offizielle Bilanz.
Die Wächter klopften an jede Tür. Das Feuer war etwa 500 Meter entfernt. Wir haben ein bisschen Angst und können es kaum glauben! Es ist surreal. Als wir vor sechs Jahren hier kauften, dachten wir nicht an die Brandgefahr.
EU mobilisiert Hilfe
Frankreich aktivierte am Donnerstagabend den EU-Katastrophenschutzmechanismus. Präsident Emmanuel Macron kündigte die Unterstützung in den sozialen Medien an und nannte zwei Canadair-Löschflugzeuge aus Kroatien, zwei Air-Tractor-Flugzeuge aus Portugal und zwei Black-Hawk-Schwerlasthubschrauber aus Tschechien und der Slowakei. EU-Kommissarin Hadja Lahbib bestätigte kurz nach dem Antrag die Entsendung von drei Löschflugzeugen.
Wir werden bald auf Verstärkung durch zwei Canadair-Löschflugzeuge aus Kroatien, zwei portugiesische Air-Tractor-Flugzeuge sowie zwei Black-Hawk-Transporthubschrauber aus Tschechien und der Slowakei zählen können.
Portugals Beitrag
Portugal entsendet zwei Fire-Boss-Mittelstreckenlöschflugzeuge und ein siebenköpfiges Team (zwei ANEPC-Vertreter, drei Piloten und zwei Mechaniker) in das Gebiet von Saumos. Die Maschinen starteten am Freitag um 08:30 Uhr in Vila Real; die Ankunft auf dem Flughafen Bordeaux-Mérignac wird für 13:00 Uhr Ortszeit erwartet. Eine C-130 der portugiesischen Luftwaffe aus Montijo sorgt für den logistischen Transport von Personal und Wartungsausrüstung. Die ANEPC erklärte, der Einsatz erfolge aus der rescEU-Reserve und beeinträchtige nicht die nationale Einsatzfähigkeit.
- Brand im Wald von Landes de Gascogne bei Arcachon beginnt, vermutlich durch ein Gestrüppräumgerät
- 20.000 Menschen evakuiert; Feuer nördlich von Lège eingedämmt; Frankreich bittet EU um Zivilschutzhilfe
- Präsident Macron kündigt EU-Hilfe an: zwei Canadair aus Kroatien, zwei Air Tractor aus Portugal, zwei Black Hawk aus Tschechien und der Slowakei
- Portugiesische Fire-Boss-Flugzeuge und siebenköpfiges Team starten von Vila Real nach Bordeaux
- 40.000 Menschen von der Halbinsel Cap Ferret auf dem Seeweg evakuiert, da Landwege abgeschnitten sind
Größere europäische Brandkrise
Die Brände bei Bordeaux sind Teil einer breiteren südeuropäischen Waldbrandkrise. In Spanien brennt seit einer Woche ein Feuer in Guadalajara, das inzwischen als der zweitgrößte Brand des Landes in diesem Jahrhundert gilt – über 35.000 Hektar sind verkohlt. Feuerwehrleute haben es inzwischen unter Kontrolle gebracht. In Süditalien verursachen Dutzende von Vegetationsbränden, angefacht durch heiße Winde, Schäden, insbesondere auf Sizilien, wo rund 100 Einwohner und 22 Klinikpatienten evakuiert wurden. Als Ursache des Brandes in den Landes wird ein Unfall vermutet, ausgelöst durch ein Gestrüppräumgerät; die örtlichen Behörden haben im Département Gironde bis auf Weiteres alle Forstarbeiten mit Verbrennungsmotoren verboten.
- Landes de Gascogne (Frankreich)
- 3400 ha
- Var (Frankreich)
- 2500 ha
- Guadalajara (Spanien)
- 35000 ha


