Frankreich übersteht Sturmlauf Paraguays und erreicht WM-Viertelfinale
Ein Elfmeter von Kylian Mbappé und eine disziplinierte Defensivleistung brachten Frankreich gegen eine kämpferische paraguayische Mannschaft ins Viertelfinale, doch das Spiel wird vor allem wegen des Versagens des Schiedsrichters in Erinnerung bleiben, der eine Flut von Fouls nicht unter Kontrolle brachte.
Ein hartes Aufeinandertreffen in Philadelphia
Frankreich zog mit einem 1:0-Sieg über Paraguay ins WM-Viertelfinale ein – eine Partie, die im Lincoln Financial Field zu einer körperbetonten Schlacht wurde. Die Südamerikaner, die Deutschland in der Gruppenphase ausgeschaltet hatten, setzten von Beginn an auf aggressive Taktik, begingen 13 Fouls und provozierten wiederholt französische Spieler. Die Hitze in Philadelphia verstärkte die Intensität; die Temperaturen verwandelten das Stadion in einen Glutofen.
Ich denke, es war wichtig für uns, ein solches Spiel zu erleben und zu sehen, wie wir damit umgehen. Wir haben gezeigt, dass wir mehr als nur Angriffsfußball spielen können.
Schiedsrichter verliert Kontrolle
Der usbekische Schiedsrichter Ilgiz Tantashev sah sich heftiger Kritik für seine Spielleitung ausgesetzt. Paraguay erhielt trotz zahlreicher harter Einsteiger keine gelbe Karte, während Frankreich drei sammelte. Ein Cotrainer Paraguays wurde nach dem Abpfiff verwarnt. Schiedsrichterexperte Patrick Ittrich nannte es „die schlechteste Leistung bei dieser WM“, und Kommentator Wolff-Christoph Fuss verglich das Spiel mit einer „Schlägerei in der Bar“. Zlatan Ibrahimovic, als Experte tätig, sagte, er habe vier rote Karten für Paraguay gesehen.
Die Spieler Paraguays gehen sehr energisch in Richtung unsportliches Verhalten. Der Schiedsrichter hat viel zu lange alles durchgehen lassen. In Sachen gelber und roter Karten war der Schiedsrichter in diesem Spiel überfordert.
Mbappés Elfmeter entscheidet
Der entscheidende Moment kam in der 70. Minute, als der VAR nach einem Foul von Diego Gomez an Einwechselspieler Désiré Doué eingriff. Tantashev gab Elfmeter, und Mbappé verwandelte souverän. Es war das erste Tor Frankreichs im Turnier, das nicht aus dem Spiel heraus erzielt wurde. Paraguays Matías Galarza, der Mbappé zuvor mit der Faust getroffen hatte, stand im Zentrum mehrerer Brennpunkte, darunter eine späte Auseinandersetzung mit Michael Olise, die dem Franzosen eine gelbe Karte einbrachte.
- Paraguay beginnt mit aggressiver, körperbetonter Spielweise in der Hitze von Philadelphia.
- VAR greift ein; Mbappé verwandelt Elfmeter nach Foul an Doué.
- Frankreich gewinnt 1:0, zieht ins Viertelfinale gegen Marokko ein.
Frankreich bleibt gefasst
Trotz der Provokationen vermied Didier Deschamps' Mannschaft Vergeltung, die zu Sperren hätte führen können. Mbappé sagte später, das Team sei bereit gewesen, „sich die Hände schmutzig zu machen“, sei aber die bessere Mannschaft geblieben. Rayan Cherki zeigte sich fassungslos über die Foulanzahl und fragte: „30, 40?“ und wies auf das Fehlen von Karten hin. Deschamps lobte die Einstellung seines Teams und nannte den Sieg „einen großen Meilenstein“ und hob die Fähigkeit hervor, mit einem unangenehmen südamerikanischen Gegner umzugehen.
Ich habe eine geschlossene Mannschaft mit einer hervorragenden Einstellung. Wir mussten mit einigen Schwierigkeiten umgehen – wie viele andere Teams auch –, aber wir haben das Nötige getan.
Viertelfinale gegen Marokko wartet
Frankreich trifft im Viertelfinale am 9. Juli um 22:00 Uhr auf Marokko. Die Partie verspricht nach dem körperbetonten Duell mit Paraguay eine andere Herausforderung. Auch bei der WM 1998 schaltete Frankreich Paraguay im Achtelfinale aus – mit Deschamps auf dem Platz. Dieses Mal könnte sich die Disziplin seines Teams unter Druck als ebenso wertvoll erweisen wie ihre Angriffsstärke.


