
Frankreich müht sich gegen Paraguay 1:0 ins Viertelfinale – Mbappé-Elfmeter entscheidet körperbetonte Partie
Ein Elfmeter von Kylian Mbappé in der 70. Minute reichte Frankreich, um eine körperlich starke paraguayische Mannschaft in Philadelphia mit 1:0 zu bezwingen und sich ein Viertelfinale gegen Marokko zu sichern.
Eine kräftezehrende Begegnung
Frankreich reiste als haushoher Favorit nach Philadelphia, verließ die Stadt aber, als hätte es den Nachmittag mit einem Kaktus gerungen, und mühte sich unter drückender Hitze zu einem knappen Sieg über Paraguay. Das Spiel war weniger eine Demonstration französischer Eleganz als eine Überlebensübung, bei der Mbappés Elfmeter schließlich eine gereizte Partie entschied, die Paraguay in ihr bevorzugtes Terrain der körperlichen Konfrontation und taktischen Störung gezogen hatte. Die erste Halbzeit sprach Bände: Frankreich gelang vor der Pause keine klare Torchance. Paraguays Torhüter Orlando Gill musste nur einen harmlosen Schuss von Adrien Rabiot parieren, während die starken Matias Galarza und Andres Cubas die zentralen Räume schlossen und Frankreich kaum zur Entfaltung kommen ließen.
- Das Spiel beginnt im Lincoln Financial Field in Philadelphia bei drückender Hitze.
- Frankreich gelingt keine klare Torchance; Paraguays 5-4-1 hält stand.
- Der eingewechselte Desire Doue holt einen Elfmeter heraus; Kylian Mbappé verwandelt zum 1:0.
- Paraguays Torhüter Orlando Gill pariert zweimal gegen Mbappé in schneller Folge.
- Frankreich zieht mit einem 1:0-Sieg ins Viertelfinale ein.
Paraguays Abwehrwall
Paraguays Trainer Gustavo Alfaro stellte auf ein 5-4-1-System um, das eine undurchdringliche Mauer bilden sollte und alle Räume gegen eine französische Mannschaft schloss, die zuvor durchschnittlich drei Tore pro Spiel erzielt hatte. Enges Manndeckung, Körper an den Flügelspielern und genügend Fouls, Nörgeleien und Provokationen ließen den Favoriten nervös werden. Miguel Almiron und Julio Enciso gaben Paraguay gerade genug Bedrohung, um Frankreichs Innenverteidiger William Saliba und Dayot Upamecano zu fordern, auch wenn diese Gefahr oft aus Einzelaktionen und nicht aus einer Struktur entstand. Doch Paraguays Plan hatte einen fatalen Fehler: Ihre Defensivstrategie beinhaltete fast keine Kontermechanismen jenseits von langen Bällen in die Tiefe, sodass Enciso hoffnungslosen Pässen hinterherjagte, während seine Mitspieler immer tiefer sanken.
- Gruppendurchschnitt
- 3 Tore pro Spiel
- Gegen Paraguay
- 1 Tore pro Spiel
Mbappé bricht den Bann
Gegen eine Mannschaft von Frankreichs Qualität erforderte die fast ständige Verteidigung unter extremer Hitze Perfektion, und ein Fehler reichte aus, um Paraguays Untergang zu besiegeln. Der eingewechselte Desire Doue holte in der 70. Minute einen Elfmeter heraus, den Mbappé verwandelte, indem er Gill in die falsche Ecke schickte. Paraguay war nach einem Sieg im Elfmeterschießen gegen Deutschland in der vorherigen Runde nach Philadelphia gekommen – ein so bedeutender Erfolg, dass der Präsident des Landes einen Nationalfeiertag ausgerufen hatte. Ihre Entschlossenheit machte das Leben für einen dekorierteren Gegner erneut zur Hölle, doch Widerstand ohne Druckablass erwies sich als nicht nachhaltig.
Reaktionen und nächste Schritte
Lizarazu, der 1998 mit Frankreich Weltmeister wurde, merkte an, dass die Hitze den französischen Angriff benachteiligte, und lobte Paraguays Defensivqualität. Paraguays Torhüter Orlando Gill, der in der Schlussphase eine Doppelparade gegen Mbappé zeigte, sagte, seine Mannschaft verlasse das Turnier mit erhobenem Haupt. Frankreich richtet nun den Blick auf das Viertelfinale gegen Marokko am Donnerstag, den 9. Juli, in Boston, bei dem es um den Einzug ins Halbfinale geht.Manchmal muss man wissen, wie man hässlich gewinnt. Es gibt Spiele, die man so gewinnen muss, unter Schmerzen, unter Anspannung, mit ganz wenig, und man muss wissen, wie man diese Phasen übersteht.

