Frankfurt schlägt Mainz auswärts 3:1 und gewinnt das Derby, Uzun erzielt Doppelpack
Eintracht Frankfurt sicherte sich einen 3:1-Auswärtssieg gegen den FSV Mainz 05 im Rhein-Main-Derby und bescherte den Gastgebern damit erst die zweite Bundesliga-Heimniederlage in diesem Duell.
Frankfurt übernimmt früh die Derbykontrolle
Eintracht Frankfurt sicherte sich einen 3:1-Sieg gegen den FSV Mainz 05 im Rhein-Main-Derby und bescherte der Heimmannschaft damit erst die zweite Bundesliga-Heimniederlage gegen Frankfurt in der Vereinsgeschichte. Das Ergebnis kehrte die Dynamik um, die sich in der vorherigen Bundesliga-Runde aufgebaut hatte. Mainz war nach einem viel gelobten 5:0-Auswärtssieg gegen Hamburg in das Derby gegangen, während Frankfurt nach einer 1:4-Heimniederlage gegen Augsburg von internen Unruhen begleitet nach Mainz reiste. Die Gäste gingen in der neunten Minute in Führung, als Can Uzun das erste Tor erzielte. Mainz verbrachte die Anfangsphase damit, sowohl dem Ball als auch den Gegnern hinterherzulaufen, und hatte Mühe, die Kontrolle zu erlangen oder Frankfurts Ballbesitz zu stören.
Uns fehlten die Tugenden, die man jede Woche in der Bundesliga auf den Platz bringen muss. Besonders in puncto Intensität und Aggressivität.
Gehaltener Elfmeter und Schock in der Nachspielzeit
Mainz hatte kurz vor der Halbzeitpause die Gelegenheit zum Ausgleich, nachdem es einen Elfmeter zugesprochen bekam. Der deutsche Nationalspieler Nadiem Amiri trat zum Strafstoß an, doch Frankfurts Torhüter Noah Atubolu parierte den Schuss und bewahrte seine Mannschaft so vor dem 1:0-Vorsprung. Amiri verwies später auf den vergebenen Elfmeter als den entscheidenden Moment, der Mainz daran hinderte, das Spiel auf 1:1 zu stellen. Frankfurt nutzte den psychologischen Umschwung in der ersten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45+1). Jonathan Burkardt traf zum 2:0 für die Gäste und bestrafte Mainz' Abwehrfehler kurz vor der Pause.
- Can Uzun eröffnet den Torreigen für Eintracht Frankfurt
- Noah Atubolu hält den Elfmeter von Nadiem Amiri
- Jonathan Burkardt erhöht Frankfurts Führung
- Can Uzun erzielt sein zweites Tor im Spiel
- Phillip Tietz trifft für Mainz zum 1:3
Uzun schnürt Doppelpack vor spätem Mainzer Trost
Frankfurt behielt auch in der zweiten Halbzeit die Oberhand und baute seine Führung in der 60. Minute aus. Uzun traf zum zweiten Mal im Spiel und stellte auf 3:0 für Frankfurt. Mainz' Torhüter Robin Zentner bemerkte nach dem Spiel, dass die gesamte Mannschaft von Beginn an müde gewirkt habe, und zeigte sich verärgert darüber, Frankfurt auf Mainzer Heimplatz feiern zu sehen. Den Gastgebern gelang spät im Spiel noch ein Tor, als der 29-jährige Stürmer Phillip Tietz kurz vor dem Schlusspfiff traf und den Endstand von 1:3 herstellte. Tietz beschrieb die Derby-Niederlage später als harte Landung und einen völlig verschenkten Nachmittag für die Mannschaft.
Frankfurt wollte es vielleicht ein bisschen mehr. Wir hatten zu viele Ballverluste, sie gewannen mehr 50-50-Zweikämpfe und waren bei zweiten Bällen schneller.
Fischer verteidigt Mannschaft trotz taktischer Frustration
Nach dem Schlusspfiff bemerkte Mainz' Sportdirektor Niko Bungert, dass jede Bundesliga-Niederlage unerwünscht sei, aber eine Niederlage gegen Eintracht Frankfurt noch schwerer zu akzeptieren sei. Mainz' Trainer Urs Fischer, der 60-jährige Schweizer Coach, bezeichnete die Heimniederlage als Ohrfeige, räumte aber ein, dass seine Mannschaft viel zu viele Fehler gemacht habe. Trotz der Abwehrschwächen, die Frankfurt klare Torchancen ermöglichten, verteidigte Fischer seine Spieler vor härterer persönlicher Kritik. Er betonte, dass Spieler Menschen und keine programmierten Roboter seien, und merkte an, dass Fehler ohne böse Absicht passieren, selbst wenn defensive Zusammenbrüche Gegner zum Torschuss einladen. Tietz erklärte zudem, dass wiederholte Ballverluste und verlorene Zweikämpfe während des Spiels eine negative psychologische Dynamik erzeugt hätten, die Mainz nicht überwinden konnte.


