
Italienischer Farbfotograf Franco Fontana in Modena im Alter von 92 Jahren gestorben
Franco Fontana, der italienische Fotograf, der für abstrakte Farblandschaften und Geometrie bekannt ist, starb am 29. August 2026 in Modena hinterließ Werke in über 50 Museen weltweit.
Tod in Modena
Der italienische Fotograf Franco Fontana starb am 29. August 2026 in Modena im Alter von 92 Jahren. Geboren am 9. Dezember 1933 in Cognento bei Modena, begann Fontana seine fotografische Laufbahn 1961 als autodidaktischer Amateur in lokalen Fotoclubs. Seinen internationalen Durchbruch erzielte er 1963 mit der Teilnahme an der Dritten Internationalen Farbbiennale in Wien. Popular Photography veröffentlichte sein Portfolio im darauffolgenden Jahr 1964. Seine ersten Einzelausstellungen hatte Fontana 1965 in Turin und 1968 in der Galleria della Sala di Cultura in Modena, eine Ausstellung, die seine Stellung unter italienischen Kunstkritikern und Sammlern festigte.
Entwicklung einer farbbasierten Bildsprache
Fontana trat in einer Zeit hervor, in der die künstlerische Fotografie vor allem durch Schwarz-Weiß-Abzüge bestimmt war, während Farbe weitgehend auf kommerzielle und Amateurarbeiten beschränkt blieb. Inspiriert von abstrakt-expressionistischen und minimalistischen Malern wie Mark Rothko, Barnett Newman und Ad Reinhardt entwickelte er einen abstrakten Bildstil, der sich auf geometrische Formen und gesättigte Farbflächen konzentrierte. Fontana behandelte Farbe als primäres Strukturelement eines Bildes und nicht als beschreibendes Detail. Sein Kamerasucher isolierte und vereinfachte Elemente der physischen Realität und verwandelte ländliche Hügel, blauen Himmel, Hausfassaden, Schatten, Schwimmbecken und menschliche Körper in flache, geometrische Ebenen. In den 1970er Jahren wurden seine in der Basilicata, Apulien, Emilia und entlang der Mittelmeerküste dokumentierten Landschaften zu weithin anerkannten Meilensteinen der italienischen Farbfotografie.
- Geboren in Cognento bei Modena, Italien
- Beginn der autodidaktischen Amateurfotografie
- Teilnahme an der Dritten Internationalen Farbbiennale in Wien
- Popular Photography veröffentlicht sein Portfolio
- Erste Einzelausstellung in Turin
- Einzelausstellung in der Galleria della Sala di Cultura in Modena
- Veröffentlichung der Monografie Skyline, internationale Anerkennung
- Unterrichtete Grundschüler in New York für CRAF und das Guggenheim Museum
- Ehrendoktorwürde im Design des Politecnico di Torino
- Retrospektive im Museo dell‘Ara Pacis in Rom, kuratiert von Jean-Luc Monterosso
- Gestorben in Modena im Alter von 92 Jahren
Monografie Skyline und globale Museumspräsenz
Fontana erlangte breite internationale Anerkennung nach der Veröffentlichung seiner Monografie Skyline im Jahr 1978. Die Publikation enthielt Kompositionen wie Puglia 1978, in denen weite Flächen gelben Weizens und blauen Himmels nahezu den gesamten fotografischen Rahmen ausfüllten. Im Laufe von mehr als sechzig Jahren widmeten sich über siebzig Bücher seinem Œuvre, herausgegeben von Verlagen in Italien, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Spanien, den USA und Japan. Sein Werk wurde in mehr als 400 Einzel- und Gruppenausstellungen auf vier Kontinenten gezeigt. Über fünfzig Museen weltweit bewahren seine Fotografien in ihren Dauerausstellungen, darunter das Museum of Modern Art in New York, das Victoria and Albert Museum in London, das Museum Ludwig in Köln und das Stedelijk Museum in Amsterdam. Zwischen 2024 und 2025 zeigte das Museo dell‘Ara Pacis in Rom eine von Jean-Luc Monterosso kuratierte Retrospektive seines Schaffens.
Kommerzielle Aufträge und pädagogische Arbeit
Neben den Ausstellungsgalerien produzierte Fontana Werbefotografie für internationale Unternehmen, darunter Fiat, Volkswagen, Ferrovie dello Stato, Sony, Volvo, Versace, Canon, Kodak, Snam und Robe di Kappa. Seine redaktionellen Arbeiten erschienen in Publikationen wie Time-Life, Vogue USA, Vogue France, The Times, Frankfurter Allgemeine, Il Venerdì di Repubblica und Sette del Corriere della Sera. 1999 arbeitete er mit dem CRAF und dem Solomon R. Guggenheim Museum in New York zusammen, um Fotografieworkshops für Grundschüler zu veranstalten. Er führte auch institutionelle Kooperationen mit dem Centre Georges Pompidou sowie den Kulturministerien Frankreichs und Japans durch. 2006 verlieh ihm das Politecnico di Torino die Ehrendoktorwürde im Design.


