
Fox übernimmt Roku für 22 Milliarden US-Dollar und will Streaming dominieren, während Zuschauer das Kabelfernsehen verlassen
Fox Corp hat eine 22 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme von Roku, der größten Smart-TV-Streaming-Plattform, bekannt gegeben. Der Deal in bar und Aktien soll die Zukunft des Unternehmens sichern, während das Publikum ins Internet abwandert – durch die Kombination von Sport- und Nachrichteninhalten mit den über 100 Millionen Roku-Haushalten.
Die Konditionen
Fox Corp wird 160 US-Dollar pro Aktie in bar und Aktien zahlen, ein Aufschlag von 11,4 % auf den letzten Schlusskurs von Roku, was die Streaming-Plattform mit rund 22 Milliarden US-Dollar bewertet. Der am Montag, dem 15. Juni, angekündigte Deal soll in der ersten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen werden. Fox-Aktionäre werden rund 73 % des fusionierten Unternehmens besitzen, Roku-Investoren die restlichen 27 %. Die Fox-Aktie gab im vorbörslichen Handel um 8 % nach, während die Roku-Aktie ausgesetzt wurde.
Dies ist ein entscheidender Moment für Fox und eine natürliche Weiterentwicklung der gezielten und fokussierten Strategie, die wir seit fast einem Jahrzehnt verfolgen.
Strategischer Vorstoß ins Streaming
Die Übernahme verschafft Fox direkten Zugang zu mehr als 100 Millionen Roku-Streaming-Haushalten weltweit, bietet eine massive Werbeplattform und verringert die Abhängigkeit vom traditionellen Kabelvertrieb. Rokus Werbeeinnahmen erreichten im ersten Quartal 613 Millionen US-Dollar, ein Plus von 27 % im Jahresvergleich. Fox betreibt bereits Tubi, einen werbefinanzierten Streamingdienst, und Roku betreibt seinen eigenen Kanal; die Führungskräfte betonten, dass beide getrennt, aber komplementär bleiben werden. Das kombinierte Unternehmen will gemessen am Zuschaueranteil zum drittgrößten Player im US-Fernsehen werden.
Die meisten Elemente auf dem Startbildschirm sind personalisiert in dem Sinne, dass wir entscheiden, was wir einem Kunden basierend auf dem, was er am wahrscheinlichsten sehen wird, zeigen. Mehr Eigenschaften, die mehr Einnahmen generieren, werden insgesamt zu mehr Einnahmen führen, die durch den Startbildschirm generiert werden.
Programm und Technologie
Für die von CEO Rob Wade geführte Content-Sparte von Fox könnte die Fusion die Werbung für Sendungen wie Die Simpsons, The Masked Singer und Animal Control auf dem prominenten Roku-Startbildschirm ankurbeln. Der Deal bringt auch Roku Media President Charlie Collier mit Fox zusammen; er leitete zuvor die Unterhaltungssparte des Senders, bevor er 2022 ging – unter anderem, weil er nicht die Aufsicht über Tubi erhielt. Fox-Führungskräfte erhalten umfangreiche Daten über das Sehverhalten bei eigenen und lizenzierten Programmen, was die Werbeausrichtung und Inhaltsentscheidungen verbessert.
Politische Prüfung
Die Fusion bündelt weitere Medienmacht in der Familie Murdoch, zu deren Medien bereits Fox News, das Wall Street Journal und News Corp gehören. Lachlan Murdoch übernahm im vergangenen Jahr nach einem Nachfolgekampf die alleinige Aufsicht über Fox. Verbraucherschützer warnen vor den politischen Implikationen der Verknüpfung eines großen Streaming-Portals mit einem Sender, der für seine Trump-freundliche Haltung bekannt ist.
Im Trump-Zeitalter haben diese Deals enorme politische Implikationen, die wirklich beachtet werden müssen. Vielleicht bekommen die Leute die Botschaft, dass dies nicht nur ein Mediendeal ist, sondern die weitere politische Ausrichtung von US-Medien auf MAGA-freundliche Hände.
Werbung und Konsolidierung
Der Deal kommt zu einer Zeit, in der die Mediengiganten um die Vorherrschaft im Streaming kämpfen. Paramount hat kürzlich die Übernahme von Warner Bros gewonnen, und Analysten prognostizieren bis 2029 Werbeausgaben von 20 Milliarden US-Dollar für Streaming in den USA. Die gemeinsame Größe von Fox und Roku könnte bedeutende Werbebudgets anziehen, aber die Geschichte zeigt, dass Fusionen oft zu Preiserhöhungen für die Verbraucher führen. Sollten die beiden Plattformen jemals fusionieren, legt eine Analyse des Barron's nahe, dass eine Abonnementerhöhung wahrscheinlich ist, ähnlich wie bei Disneys Hulu-Disney+-Integration. Analysten von MoffettNathanson merkten an, dass eine Netflix-Warner-Fusion die Kinoveröffentlichungen beeinträchtigt hätte, während das tatsächliche Ergebnis einen ausgewogeneren Markt hinterlässt. Michael Nathanson sagte, dass, hätte Netflix Warner Bros übernommen, "die Filmbranche härter getroffen worden wäre."


