
Fischerei in Schleswig-Holstein steht vor sich überschneidenden Krisen: sinkende Fänge, explodierende Treibstoffkosten und Windpark-Eingriffe
Vor dem Landesfischereitag sehen sich die Fischer in Schleswig-Holstein mit einer Dreifach-Krise konfrontiert: rückläufige Anlandungen, steigende Treibstoffrechnungen und schwindende Zugänge zu traditionellen Fanggründen durch Offshore-Windparks.
Drittes Jahr mit rückläufigen Anlandungen
Die kommerzielle Flotte des Landes landete 2025 26.530 Tonnen Fisch an, gegenüber 30.387 Tonnen im Jahr 2024 und 32.044 Tonnen im Jahr 2023. Trotz des Mengenrückgangs stieg der Gesamtwert der Anlandungen stark auf 77,4 Mio. € (2024: 55,3 Mio. €; 2023: 58,1 Mio. €), was auf höhere Fischpreise zurückzuführen ist. Die Zahl der Kutter im Haupterwerb blieb mit 153 (70 Ostsee, 83 Nordsee) nahezu stabil, nur einer weniger als 2024.
- 2023
- 32044 Tonnen
- 2024
- 30387 Tonnen
- 2025
- 26530 Tonnen
Energiekosten und der Engpass Hormus
Die Fischer nennen anhaltend hohe Treibstoffpreise, verschärft durch die Lage im Nahen Osten und die Schließung der Straße von Hormus, die die Ölversorgungsketten unterbrochen hat. Der Verband fordert eine finanzielle Unterstützung ähnlich der von 2022 nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs.
Jeder einzelne Windpark mag nur eine kleine Fläche darstellen, aber zusammengenommen ist es nun ein großer Gebietsverlust.
Verlust von Fanggründen durch Windparks
Sicherheitszonen um Offshore-Windparks, insbesondere in der Nordsee, sind für die Fischerei gesperrt. Die Fischer drängen auf Mitnutzungsregelungen; die Niederlande testen derzeit definierte Zonen innerhalb eines Windparks, in denen gefischt werden darf.
Ostsee: Verbote und schrumpfende Entschädigungen
In der Ostsee blieb die gezielte Fischerei auf Dorsch und Hering 2025 verboten, wie schon in den beiden Vorjahren. Es gab nur eine bescheidene Beifangquote, die nicht vollständig ausgeschöpft wurde. Die Fischer erhielten 2025 Entschädigungen für zusätzliche Ruhetage, diese Stilllegungsprämien sollen jedoch 2026 zum letzten Mal gezahlt werden.
Neue Schutzgebiete verschärfen die Lage
Neue Ostsee-Schutzgebiete werden ausgewiesen, wobei ein Bericht feststellt, dass 12,5 Prozent des Meeres betroffen sein werden, was die zugänglichen Fanggründe weiter reduziert. In Verbindung mit Treibstoffkosten und Fangbeschränkungen steht die Branche vor einer unsicheren Zukunft vor dem Landesfischereitag am Freitag.


