
FIFA plant Minderheitsverkauf von WM-Kommerzrechten an Investoren – UEFA schlägt zurück
Die FIFA-Forward-Enterprise-Einheit, bewertet mit 20 Milliarden Dollar, soll Medien-, Sponsoring-, Ticket- und Lizenzrechte für die Männer- und Frauen-WM sowie die Klub-WM bündeln. Private Investoren unter Führung von Joshua Kushners Thrive Eternal könnten bis zu 20–30 Prozent erwerben und bis zu 4,2 Milliarden Dollar einbringen.
Die FIFA bestätigte am 28. Juli 2026, dass sie die Zustimmung für eine neue kommerzielle Tochtergesellschaft, FIFA Forward Enterprise (FFE), einholen wird, die die Turnierrechte des Verbandes bündeln und einen Minderheitsanteil an externe Investoren verkaufen soll.
Die FFE-Struktur
Im Rahmen des Plans soll FFE alle kommerziellen Aktivitäten – Medienrechte, Sponsoring, Ticketing und Lizenzierung – für die Männer-WM, Frauen-WM und Klub-WM konsolidieren. Die Einheit wird zunächst mit 20 Milliarden Dollar bewertet, die FIFA behält die Mehrheitsbeteiligung und die alleinige Kontrolle über den Spielkalender, die Wettbewerbsregularien und die Governance-Entscheidungen. Ein Anteil von 20 bis 30 Prozent soll einer Gruppe externer Investoren angeboten werden, mit dem Ziel, noch in diesem Jahr bis zu 4,2 Milliarden Dollar einzunehmen. Der Verband erklärte, dass die 211 Mitgliedsverbände jeweils einen kleinen Aktienanteil an FFE erhalten würden, den sie behalten oder verkaufen könnten.
Die Investorengruppe und Trump-Verbindungen
Das Investorenkonsortium wird voraussichtlich von Joshua Kushner angeführt, dem Technologieinvestor und Bruder von Jared Kushner, der mit der Tochter des ehemaligen Präsidenten Donald Trump, Ivanka, verheiratet ist. Kushners Fonds Thrive Eternal habe Gespräche geführt, um die Gruppe zu führen, so ein FIFA-Sprecher. Die Investmentbank JPMorgan berät die FIFA bei dem Prozess. Berichte in britischen Zeitungen unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen besagten, dass die US-Regierung von Donald Trump zu dem Plan konsultiert worden sei.
UEFA-Reaktion
Der europäische Verband UEFA gab kurz nach Bekanntwerden der Berichte eine ungewöhnlich scharfe Stellungnahme ab.
Eine Grenze wird überschritten, die die führenden Institutionen des Fußballs niemals überschreiten dürfen. Die UEFA nimmt diese Angelegenheit äußerst ernst. Das sollte auch für alle nationalen Fußballverbände gelten. Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine handelbaren Vermögenswerte – erst recht nicht, wenn völlige Intransparenz darüber herrscht, wer finanziell davon profitiert. Niemand von uns besitzt den Fußball. Es steht der FIFA nicht zu, ihn zu verkaufen.
Versprochene Finanzierung für Mitgliedsverbände
Um die Unterstützung ihrer 211 Mitgliedsverbände zu sichern, erklärte die FIFA, dass sie die Entwicklungszahlungen drastisch erhöhen werde. Das bestehende FIFA-Forward-Programm, das derzeit bis zu 8 Millionen Dollar pro Mitgliedsverband und Zyklus ausschüttet, soll für den Zyklus 2027–2030 auf 20 Millionen Dollar steigen und dann weiter wachsen. Eine neue Initiative, FIFA Fast Forward, soll jedem Verband einen einmaligen Zuschuss von bis zu 20 Millionen Dollar für Sonderprojekte wie Stadien oder nationale Trainingszentren gewähren. Insgesamt strebe die FIFA an, in den nächsten vier Jahren mehr als 10 Milliarden Dollar in die globale Fußballentwicklung zu investieren, teilweise finanziert durch die neue Investition.
- FFE-Bewertung
- 20 Mrd. $
- Angestrebte Investition (max.)
- 4.2 Mrd. $
- Entwicklungszusagen (4 Jahre)
- 10 Mrd. $
- FF-Zyklus pro Mitglied (alt)
- 0.008 Mrd. $
- FF-Zyklus pro Mitglied (neu)
- 0.02 Mrd. $
- Fast-Forward-Einmalzuschuss
- 0.02 Mrd. $
Nächste Schritte
Die FIFA betonte, dass der Plan genehmigt werden müsse. Er werde nur umgesetzt, wenn eine Mehrheit der Mitgliedsverbände ihn unterstütze und der FIFA-Rat die notwendigen regulatorischen Änderungen billige. Infantino, dessen Amtszeit nach den aktuellen Statuten auf 2031 begrenzt ist, könnte später nach seinem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt als Kommissar oder Geschäftsführer von FFE fungieren, obwohl ein Sprecher sagte, dass diese Möglichkeit noch nicht diskutiert worden sei. Britische Medien deuteten an, dass der Deal den Druck erhöhen könnte, das WM-Teilnehmerfeld zu erweitern oder die Turnierhäufigkeit zu erhöhen.

