
FIFA weist Norwegens Beschwerde über Bellingham-Tor zurück, England erreicht erstes WM-Halbfinale seit 2018
FIFA erklärt, die Sensordaten des Balls hätten keinen Kontakt mit einem Stadion-Kamerakabel gezeigt, nachdem Jude Bellinghams Ausgleichstreffer England mit einem 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen Norwegen in Miami ins WM-Halbfinale geführt hatte.
Der umstrittene Ausgleich
Norwegen ging nach 36 Minuten in Führung, als Andreas Schjelderup traf, und hielt diesen Vorsprung tief in die Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Dann kam der Moment, der die Debatte nach dem Spiel dominieren sollte. Von seinem eigenen Strafraum aus schickte Torhüter Ørjan Nyland einen Abstoß in Richtung Mittellinie. Der Ball wurde von Englands Anthony Gordon aufgenommen, und sein schneller Pass fand Jude Bellingham, der in der 45.+2 Minute den Ausgleich erzielte. Sofort protestierten Norwegens Spieler. Nyland rannte zum französischen Schiedsrichter Clément Turpin, zeigte nach oben und bestand darauf, dass der Ball ein über dem Spielfeld hängendes Spidercam-Kabel gestreift und die Richtung geändert hatte.
Das Tor hätte nicht zählen dürfen. Weder der Schiedsrichter noch der VAR haben es gesehen. Das Spiel hätte mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt werden müssen.
FIFA reagiert
Der Weltfußballverband gab eine Erklärung auf X ab, in der er erklärte, dass die ihm vorliegenden Daten keine Berührung des Kabels belegten. Der Sensor im Spielball, der beispielsweise zur Beurteilung von Handspielsituationen dient, registrierte im Moment des Kontakts keine Abweichung. Infolgedessen zählte das Tor und das Spiel wurde fortgesetzt.
Forderungen nach VAR-Eingriff
Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Mark Clattenburg sagte gegenüber Fox, dass der VAR den Vorfall hätte überprüfen sollen. Er bestand darauf, dass die Regeln bei einem Treffer des Balls auf ein externes Objekt einen Spielunterbruch und einen Schiedsrichterball vorschreiben, nicht einen Abstoß.
Wenn der Ball ein Objekt berührt, das nicht zum Spielfeld gehört, muss das Spiel unterbrochen werden.
Der Experte Mladen Petric schloss sich dieser Ansicht an und argumentierte, dass der Ausgleich hätte aberkannt werden müssen.
Bellingham vollendet die Wende
Die Gemüter beruhigten sich nicht. In der dritten Minute der Verlängerung traf Bellingham erneut und vollendete einen 2:1-Sieg, der England zum ersten Mal seit 2018 in ein WM-Halbfinale führt. Norwegen, das zum ersten Mal in seiner Geschichte das Viertelfinale erreicht hatte, wurde auf qualvolle Weise eliminiert.
- Andreas Schjelderup bringt Norwegen mit 1:0 in Führung
- Jude Bellingham gleicht aus; Norwegen protestiert wegen angeblichen Spidercam-Kontakts
- Bellingham erzielt das Siegtor und schickt England ins Halbfinale
Nachspiel und Frustration
Nach dem Spiel äußerte sich Alfie Haaland, Vater von Stürmer Erling Haaland, mit einem knappen Kommentar, der widerwilligen Respekt für den Torschützen mit Bitterkeit gegenüber den Schiedsrichtern vermischte.
Gut gemacht, Bellingham und Schiedsrichter.
Die Nachwirkungen garantieren, dass die Spidercam-Frage noch lange diskutiert wird, nachdem Englands Halbfinalteilnahme entschieden ist.

