Kurz gefasst
Am 15. Oktober 2026 übergab der FIFA-Rat in Zürich die Frage des Preises an den 22-köpfigen Ausschuss für soziale Verantwortung im Fußball, der vor der Ratssitzung am 16. Dezember in Doha Bericht erstattet.
Medienberichte stimmten darin überein, dass mehrere Ratsmitglieder den Preis abschaffen wollten, während andere ihn entpolitisieren wollten, und ein Ratsmitglied sagte dem Guardian, eine auf den Fußball beschränkte Neugestaltung sei die wahrscheinlichste Option.
Der Preis wurde am 5. November 2025 angekündigt und Trump bei der WM-Auslosung im Dezember 2025 in Washington überreicht, obwohl der FIFA-Rat ihn laut New York Times nie gebilligt hat.
Kritiker warten weiterhin auf Erklärungen zu Infantinos Rolle im zurückgezogenen FFE-Plan und in der aufgehobenen Sperre von Balogun; der Rechtsausschuss der FIFA wird die Disziplinarverfahren überprüfen.
- 5.11.Die FIFA kündigt den Friedenspreis an
- Dezember 2025Trump erhält den ersten Preis bei der WM-Auslosung in Washington
- 15.10.Der Rat überweist den Preis in Zürich an den Ausschuss für soziale Verantwortung
- 16.12.Ratssitzung in Doha, auf der die Zukunft des Preises entschieden werden soll
Rat überweist den Preis an ein Komitee
Der FIFA-Rat tagte am 15. Oktober 2026 in Zürich, und mehrere Mitglieder drängten Präsident Gianni Infantino, den Friedenspreis entweder grundlegend umzugestalten oder abzuschaffen. Der Rat übergab die Frage an den Ausschuss für soziale Verantwortung im Fußball, ein 22-köpfiges Gremium, dessen stellvertretender Vorsitzender Javier Zanetti ist, der frühere Verteidiger von Inter und Argentinien. Der Ausschuss soll prüfen, ob die Auszeichnung fortgeführt werden soll und, falls ja, in welcher Form. Er könnte entscheiden, dass der Preis nicht mehr an Politiker gehen soll, oder er könnte empfehlen, ihn ganz abzuschaffen. Bislang ist nichts entschieden, und der Preis wurde auf der Sitzung nicht abgeschafft, wenngleich Fragen dazu aufgeworfen wurden. Der Ausschuss soll vor der nächsten Ratssitzung am 16. Dezember in Doha Bericht erstatten.
Mitglieder gespalten zwischen Abschaffung und Entpolitisierung
Medienberichte stimmten darin überein, dass mehrere Ratsmitglieder die Abschaffung des Preises forderten, während andere seine Entpolitisierung verlangten. Ein Ratsmitglied sagte dem Guardian, die wahrscheinlichste diskutierte Option sei eine Neugestaltung, die den Preis auf Persönlichkeiten aus dem Fußball beschränke, mit einem ausdrücklichen Ausschluss von Politikern. Einige Mitglieder sorgten sich zudem, Trump könnte scharf reagieren und womöglich einen diplomatischen Zwischenfall auslösen, falls ihm die für eine künftige Auszeichnung ausgewählte Person nicht passe. Debbie Hewitt, FIFA-Vizepräsidentin und Präsidentin des englischen Fußballverbands, beschrieb das Verfahren nach der Sitzung.
„Es wurde entschieden, den Friedenspreis zu prüfen und das durch den Sozialausschuss zu bringen“
Hewitt sagte, es seien weitere Fragen aufgeworfen worden, darunter, ob es überhaupt einen Preis hätte geben sollen, wie die Auszeichnung entschieden wurde und ob es einen Ersatz geben sollte. Der Sozialausschuss werde sie beantworten.
Wie der Preis entstand und verliehen wurde
Die FIFA kündigte den Friedenspreis am 5. November 2025 als jährliche Auszeichnung für Menschen an, die Außergewöhnliches für den Frieden leisten, und N-tv berichtete, die Organisation habe Fans oder nationale Verbände zuvor nicht konsultiert. Einen Monat später, bei der WM-Auslosung im Dezember 2025 in Washington, überreichte Infantino Trump die Trophäe und eine Medaille. Die New York Times berichtet, der FIFA-Rat habe die Auszeichnung nie gebilligt, obwohl er das wichtigste Entscheidungsgremium des Verbands ist. Die FIFA begründete die Wahl mit Trumps Rolle beim Waffenstillstand und Gefangenenaustausch vom Oktober 2025, auf den sich Israel und die Hamas verständigten, sowie mit seinen Friedensbemühungen in anderen Regionen. Infantino sagte, Trump habe den Preis "definitiv verdient", und diese Äußerung führte zu Vorwürfen, er habe die Regeln der FIFA zur politischen Neutralität verletzt. Monate nach der Auszeichnung startete Trump Luftangriffe im Iran, und dieser Konflikt dauert noch an.
Breitere Kritik und weitere Streitpunkte
Minky Worden, Direktorin für globale Initiativen bei Human Rights Watch, sagte vor der WM 2026 gegenüber ntv.de, der Preis komme einer Form von Korruption gleich, und verwies darauf, dass es keine Nominierten, keine Jury und keine Kriterien gebe. Infantino entschuldigte sich am 15. Oktober in Zürich bei den Ratsmitgliedern für Fehler im Zusammenhang mit dem zurückgezogenen FIFA-Forward-Enterprise-Plan. Kritiker bemängeln, sie hätten weiterhin keine vollständigen Erklärungen zu seiner Rolle in diesem Plan, in der aufgehobenen Sperre von Folarin Balogun bei der WM und beim Friedenspreis. Die FIFA erklärte, eine Überprüfung ihrer Disziplinarverfahren werde von ihrem Rechtsausschuss vorgenommen, nachdem Baloguns Sperre nach einem Anruf Trumps bei Infantino aufgehoben worden war. Nach der Streichung des FFE-Plans gab es Rücktrittsforderungen gegen Infantino, doch er tritt im März 2027 zur Wiederwahl an.
Wie es weitergeht
Die Empfehlung des Ausschusses für soziale Verantwortung soll vor der Ratssitzung am 16. Dezember in Doha vorliegen, wo die FIFA nach eigenen Angaben eine Entscheidung über den Preis treffen will. Bis dahin bleibt die Zukunft der Auszeichnung offen, und Trump ist weiterhin der einzige Empfänger.