
Fidschi erklärt nationalen HIV-Notstand, da einer von 60 Erwachsenen infiziert ist
Die Regierung Fidschis hat einen nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen, nachdem im Jahr 2025 2.016 neue HIV-Fälle registriert wurden. Sie weitet Test- und Schadensminderungsprogramme aus, um den Ausbruch einzudämmen.
Notstandserklärung und Infektionsanstieg
Fidschi hat am 16. September 2026 einen nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen, nachdem Gesundheitsdaten einen raschen Anstieg der HIV-Infektionen im gesamten Archipel zeigten. Der südpazifische Inselstaat mit über 900.000 Einwohnern verzeichnete im Jahr 2025 2.016 neue HIV-Diagnosen, was einem Anstieg von 27 % gegenüber dem Vorjahr und einem 16-fachen Anstieg im Vergleich zu 2019 entspricht. Schätzungsweise 9.100 Menschen im Land leben derzeit mit dem Virus, was die Erwachsenen-Infektionsrate auf einen von 60 Erwachsenen bringt, verglichen mit einem von 167 vor fünf Jahren. Gesundheitsbeamte bestätigten, dass UNAIDS Fidschi zu den Ländern mit den am schnellsten wachsenden HIV-Infektionsraten weltweit zählt. Gesundheitsminister Atonio Lalabalavu gab die Notstandserklärung während einer Rede vor Journalisten bekannt.
Ich erkläre offiziell den nationalen HIV-Notstand in Fidschi. Diese Entscheidung erkennt die Ernsthaftigkeit der Epidemie an und die dringende und koordinierte Reaktion, die unser Land jetzt braucht.
Übertragungsfaktoren und illegaler Drogenhandel
Daten zu bekannten Übertragungswegen zeigen, dass sexuelle Kontakte für über die Hälfte aller Fälle verantwortlich sind, während mehr als 42 % auf verunreinigte Nadeln beim Drogenkonsum zurückgehen. Der Anstieg der Fälle folgt auf die Ausweitung illegaler Drogentransitrouten durch den Pazifik. Fidschi dient als Umschlagplatz, der Drogenlieferanten aus Lateinamerika und Asien mit den Verbrauchermärkten in Australien und Neuseeland verbindet. Schmugglerbanden entschädigen lokale Vermittler zunehmend mit illegalen Drogen statt mit Bargeld, was die einheimische Bevölkerung mit Methamphetamin überschwemmt. Die UNAIDS-Vertreterin für Fidschi, Renata Ram, stellte fest, dass der Aufwärtstrend bei den Infektionen etwa 2019 begann, angetrieben durch eine neu entstehende Hochrisikogruppe von Drogenkonsumenten, die sich auf Sexarbeiter konzentriert.
- HIV-Übertragungsraten beginnen zu steigen, da risikoreicher Drogenkonsum auftritt
- Fidschi verzeichnet 2.016 neue HIV-Diagnosen in einem einzigen Jahr, ein Anstieg von 27 % gegenüber 2024
- Gesundheitsminister Atonio Lalabalavu erklärt den nationalen Gesundheitsnotstand
Lücken bei Tests und Müttergesundheit
Die öffentlichen Gesundheitskennzahlen zeigen niedrige Diagnose- und Behandlungsraten im Inselstaat. UNAIDS-Daten zeigen, dass nur 39 % der Menschen mit HIV in Fidschi ihren positiven Status kennen und nur 22 % eine antiretrovirale Behandlung erhalten. Auch die vertikale Übertragung von Mutter zu Kind hat zugenommen: Zwei von 100 schwangeren Frauen in Fidschi tragen das Virus. Im Jahr 2025 wurden 59 Säuglinge mit HIV geboren, 18 von ihnen starben vor ihrem ersten Geburtstag. Eine wirksame antiretrovirale Therapie senkt die Viruslast auf nicht nachweisbare Werte, was die Übertragung beim Geschlechtsverkehr und bei der Geburt verhindert.
- Patienten, die ihren HIV-Status kennen
- 39 %
- Patienten, die eine antiretrovirale Therapie erhalten
- 22 %
Regierungsreaktion und internationale Unterstützung
Als Reaktion auf die Krise hat die Regierung Fidschis ein fünfköpfiges Kabinettskomitee gebildet, das institutionelle Hindernisse für die Gesundheitsversorgung beseitigen soll. Die Regierung plant, im Parlament Gesetzesänderungen einzubringen, um Schadensminderungsinitiativen zu unterstützen, darunter kostenlose Nadel- und Spritzenaustauschprogramme für Drogenkonsumenten. Die nationale Strategie erweitert auch den Zugang zu freiwilligen vertraulichen Schnelltests, Präventionsmedikamenten für Risikopersonen und kostenloser antiretroviraler Behandlung für alle bestätigten Fälle. Finanzielle und logistische Unterstützung wird von Australien, Neuseeland, Indien, dem Globalen Fonds und UN-Organisationen bereitgestellt. Der UNAIDS-Regionaldirektor Eamonn Murphy rief zu koordinierter regionaler Solidarität auf, um die nationale Einführung zu unterstützen.
Fidschi hat immer noch die Chance, das Blatt dieser Epidemie zu wenden.


