
Tödlicher Schlafsaal-Brand an kenianischer Mädchenschule: Festnahmen und Sicherheitsversäumnisse
Die kenianische Polizei hat acht Schülerinnen festgenommen, die verdächtigt werden, einen Schlafsaal an der Utumishi Girls Academy in Gilgil in Brand gesteckt zu haben. Bei dem Feuer starben 16 Mitschülerinnen, 79 wurden verletzt – während die Kritik an Sicherheitsversäumnissen wächst.
Der Brand und die Festnahmen
In den frühen Morgenstunden des Donnerstags, 28. Mai, brach in einem Schlafsaal der Utumishi Girls Academy in Gilgil im zentralen Kenia ein Feuer aus, das 16 Schülerinnen das Leben kostete und 79 weitere verletzte. Der Brand brach gegen 1 Uhr Ortszeit aus und erfasste das Obergeschoss eines Gebäudes mit 135 Etagenbetten, wobei viele eingeschlossen wurden. Feuerwehr und Polizei brachten die Flammen schließlich unter Kontrolle und evakuierten andere Schülerinnen, die Verletzten wurden in nahegelegene Krankenhäuser gebracht. Nach umfangreichen Befragungen von 30 Schülerinnen und Mitarbeitern sowie einer forensischen Auswertung von CCTV-Aufnahmen nahm die Polizei am Freitag acht Schülerinnen wegen des Verdachts der Brandstiftung fest.
Die Ermittler nehmen weiterhin Aussagen auf und werten alle verfügbaren Beweise aus, um den Ablauf der Ereignisse zu rekonstruieren, die genauen Umstände des Vorfalls zu klären und das Motiv zu ermitteln.
Die Direktion für Kriminaluntersuchungen (DCI) bezeichnete die acht als „Personen von Interesse“ bei der Planung und Durchführung des mutmaßlich vorsätzlichen Feuers. Während das Motiv noch unbekannt ist, berichteten Eltern von Schülerinnen, dass sie nicht informiert wurden und frustriert über die mangelnde Kommunikation der Behörden seien.
- Ein Feuer bricht in den frühen Morgenstunden des Donnerstags in einem Schlafsaal der Utumishi Girls Academy in Gilgil, Kenia, aus.
- 16 Schülerinnen getötet, 79 verletzt; 30 Schülerinnen von der Polizei befragt.
- Acht Schülerinnen wegen des Verdachts auf Brandstiftung festgenommen; Schulvorstand aufgelöst, Nachlässigkeit von Lehrkräften aufgedeckt.
Sicherheitsverstöße und Reaktion der Behörden
Bildungsminister Julius Ogamba gab am Freitag bekannt, dass vorläufige Erkenntnisse darauf hindeuteten, dass zwei Lehrkräfte von dem angeblichen Plan der Schülerinnen gewusst, aber nicht eingegriffen hätten. Er verurteilte zudem die Missachtung der Sicherheitsvorschriften durch die Schule und verwies auf die starke Überbelegung der Schlafsäle und einen Notausgang, der zum Zeitpunkt des Brandes verschlossen war.
Die Schule hat die Sicherheitsregeln nicht eingehalten. Der Notausgang war während des Brandes verschlossen, und die Schlafsäle waren überfüllt.
Als Reaktion darauf löste die Regierung den Schulvorstand auf und kündigte rechtliche und disziplinarische Schritte gegen jedes Personal an, das sich als nachlässig erweisen sollte.
Eine sich wiederholende Tragödie an kenianischen Schulen
Die Katastrophe von Utumishi ist der jüngste in einer Reihe von tödlichen Schulbränden in Kenias Internaten. Kenias Internate, insbesondere in ländlichen Gebieten, sind oft die einzige Möglichkeit für eine weiterführende Bildung, da viele Schülerinnen weite Strecken zu Fuß zurücklegen müssen. Diese Abhängigkeit von Schlafsälen macht Sicherheitsstandards entscheidend, dennoch halten Überbelegung und lasche Durchsetzung an. Ein Brand im Jahr 2024 an einer Grundschule im Nyeri County tötete 21 Kinder, seine Ursache wurde jedoch nie ermittelt. Der verheerendste Vorfall der jüngeren Zeit ereignete sich im Jahr 2001, als 67 Jungen bei einem Brandanschlag an der Kyanguli Secondary School in der Nähe von Nairobi ums Leben kamen. Nach Angaben der kenianischen Regierung wurden allein im Jahr 2024 mehr als 100 Schulbrände registriert. Forscher und Behörden führen diese Brände oft auf Schülerproteste zurück, die durch strenge Disziplin, schlechte Lebensbedingungen und unzureichende Einrichtungen ausgelöst werden. In mehreren früheren Fällen verhinderten verschlossene Ausgänge und vergitterte Fenster die Flucht der Opfer.
- Kyanguli Secondary (2001)
- 67 fatalities
- Nyeri County (2024)
- 21 fatalities
- Utumishi Girls (2026)
- 16 fatalities
Nachwirkungen und offene Fragen
Während die Ermittlungen fortgesetzt werden, werden die Leichen der 16 Opfer DNA-Tests unterzogen, um ihre Identität zu bestätigen. Von den 79 Verletzten wurden 71 aus dem Krankenhaus entlassen, sieben befinden sich weiterhin in Behandlung. Die Schule, die über 800 Schülerinnen hat, bleibt geschlossen. Der Innenminister hat die Öffentlichkeit aufgefordert, nicht über das Motiv zu spekulieren, aber der Vorfall hat eine landesweite Debatte über das Wohlergehen der Schüler, die Überbelegung und die Notfallvorsorge in Kenias Internaten neu entfacht.

