
Israelische Polizei verhaftet zwei Jugendliche nach Angriff auf palästinensischen Amputierten im Westjordanland
Die israelische Polizei nahm in Hebron zwei Jugendliche fest, nachdem ein Video gezeigt hatte, wie ein 60-jähriger behinderter Mann mit einem Stock geschlagen wurde; der Hauptverdächtige wurde einem Gericht vorgeführt.
Angriff bei Hebron
Israelische Sicherheitskräfte haben zwei Jugendliche festgenommen, nachdem Videoaufnahmen von einer Körperverletzung an einem behinderten Palästinenser im südlichen Westjordanland aufgetaucht waren. Bei dem Opfer handelt es sich um den 60-jährigen Said al Omur, der am 22. August 2026 in der Nähe von Hebron angegriffen wurde, als er versuchte, eine seiner Krücken aufzuheben. Das vom palästinensischen Quds News Network veröffentlichte Video zeigt einen Angreifer, der al Omur mit einem Holzstock auf den Rücken schlägt, während ein zweiter Jugendlicher den Vorfall filmt. Al Omur hatte 2025 sein rechtes Bein verloren, nachdem er von einem israelischen Siedler angeschossen worden war. Nach dem Angriff wurde al Omur zur Behandlung von Rücken- und Körperverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Er schilderte die Konfrontation, nachdem er den Jugendlichen in der Nähe seines Grundstücks begegnet war.
Der Siedler kam wie ein Traktor. Ich ging hinaus und schrie sie an, dann drehte er sich um, stieß mich und ich fiel zu Boden. Er schlug mich mit dem Rohr auf die linke Seite meines Rückens.
Polizeigewahrsam und Gerichtsverfahren
Die israelische Polizei gab am 23. August 2026 bekannt, dass beide Verdächtigen nach der Veröffentlichung des Videos bei nächtlichen Einsätzen festgenommen wurden. Der Hauptverdächtige, ein 16-jähriger Bewohner des Siedlungsvorpostens Avigail, wurde in einer Untersuchungshaftzelle in Hebron festgesetzt, um sich am Sonntag einer gerichtlichen Anhörung zu stellen. Der zweite Jugendliche, ein 17-jähriger Bewohner Jerusalems, der den Angriff mit seinem Mobiltelefon gefilmt hatte, wurde nach dem Verhör unter restriktiven Auflagen unter Hausarrest gestellt. Die Polizei beschlagnahmte außerdem ein nicht zugelassenes Ranger-Geländefahrzeug, das die Jugendlichen ohne Führerschein gefahren hatten. Die offizielle Mitteilung der Polizei schilderte die unterschiedlichen Ergebnisse der Untersuchungshaft für die beiden Teenager.
Am Ende ihrer Vernehmung wurde der Angriffsverdächtige, ein 16-jähriger Bewohner von Avigail, inhaftiert, und sein Komplize wurde unter restriktiven Auflagen unter Hausarrest gestellt.
- Said al Omur verliert sein rechtes Bein, nachdem er von einem israelischen Siedler angeschossen wurde
- Zwei israelische Jugendliche greifen al Omur südlich von Hebron an und filmen die Tat
- Die israelische Polizei verhaftet beide Verdächtigen, beschlagnahmt ihr Fahrzeug und nimmt den Haupttäter in Untersuchungshaft
Historische Entwicklung der Siedlergewalt
Die Prügelattacke südlich von Hebron ereignete sich vor dem Hintergrund anhaltender Auseinandersetzungen zwischen israelischen Siedlern und palästinensischen Gemeinden im gesamten Westjordanland. Zu den im gesamten Gebiet gemeldeten Vorfällen gehören unbefugte Landnahmen, Viehdiebstahl, Zerstörung landwirtschaftlicher Kulturen und Körperverletzungen. Laut einer Langzeitbeobachtung der israelischen Menschenrechtsorganisation Yesh Din wurden seit 2005 rund 94 % der polizeilichen Ermittlungen zu Siedlergewalt gegen Palästinenser im Westjordanland (ohne Ostjerusalem) ohne Anklage eingestellt. Auch tödliche Gewalt im Gebiet hielt 2026 an: Seit Jahresbeginn töteten israelische Siedler und Soldaten mindestens 87 Palästinenser in der gesamten Region.
Siedlungsausbau und diplomatische Reaktionen
Der Vorfall fiel mit Regierungsankündigungen zum Wohnungsbau unter Ministerpräsident Benjamin Netanyahu zusammen. Der israelische Finanzminister kündigte Pläne zum Bau von 200.000 Wohneinheiten östlich von Jerusalem an, was von der Europäischen Union offiziell verurteilt wurde, da dies ein Hindernis für einen künftigen palästinensischen Staat darstelle. Trotz wiederholter Gewalt und seiner früheren Schussverletzung erklärten Anwohner ihre Absicht, in ihren Gemeinden zu bleiben. Al Omur bekräftigte seinen Entschluss, auf seinem Land in der Nähe von Hebron zu bleiben.
Egal was passiert, ich werde auf meinem Land standhaft bleiben.


