
Fenerbahçe erreicht Champions League nach 2:1-Sieg in Lyon – Tunnel-Schlägerei bricht aus
Fenerbahçe sicherte sich mit einem 3:2-Gesamtsieg über Lyon den Einzug in die Champions League – zum ersten Mal seit 18 Jahren – bevor es im Stadiontunnel zu Auseinandersetzungen mit Beteiligung von Mattéo Guendouzi kam.
Fenerbahçe besiegelt die Rückkehr auf die europäische Bühne
Fenerbahçe sicherte sich am Mittwochabend den Einzug in die Hauptrunde der UEFA Champions League, nachdem man Olympique Lyon in Frankreich mit 2:1 besiegte. Nach einem 1:1-Unentschieden im Hinspiel zog der türkische Klub mit einem 3:2-Gesamtsieg gegen die französische Mannschaft weiter. Die Stürmer Vedat Muriqi und der Verteidiger Archie Brown erzielten die beiden Tore für die Gäste, sodass der Treffer von Malick Fofana in der zweiten Halbzeit für Lyon nicht ausreichte. Dieses Ergebnis bringt Fenerbahçe nach 18 Jahren Abstinenz zurück in den wichtigsten Vereinswettbewerb Europas – erstmals seit der Saison 2008/2009, und das am Vorabend der Auslosung für die Ligaphase am Donnerstag.
- Fenerbahçe
- 3 Tore
- Olympique Lyon
- 2 Tore
Auseinandersetzungen auf dem Platz und Schlägerei im Tunnel
Unmittelbar nach dem Schlusspfiff eskalierten die Feierlichkeiten und schlugen in handfeste Auseinandersetzungen auf dem gesamten Spielfeld um. Der französische Mittelfeldspieler Mattéo Guendouzi feierte zusammen mit seinem Teamkollegen Archie Brown vor den Heimfans, zeigte obszöne Handgesten, streckte den Lyon-Anhängern den Mittelfinger entgegen und rief dann in eine Kameraperspektive am Spielfeldrand „Allez l'OM“. Lyon-Spieler eilten herbei, um Guendouzi zu konfrontieren, woraufhin Fenerbahçe-Spieler einen schützenden Ring um ihren Mittelfeldspieler bildeten. Mehrere Zuschauer versuchten, die Absperrungen am Spielfeldrand zu durchbrechen; ein Fan gelangte auf den Rasen, bevor er im Gangbereich von türkischen Spielern zu Boden gebracht wurde. Als Guendouzi in Richtung der Kabinen ging, versuchte eine Person in Lyon-Teamkleidung, in der Nähe des Tunneleingangs einen fliegenden Tritt gegen ihn auszuführen, was eine handfeste Keilerei auslöste, an der sich Spieler, Betreuer und Sicherheitspersonal mit Schlägen und Ohrfeigen beteiligten. Der ehemalige Juventus-Stürmer Loïs Openda war einer derjenigen, die in die Auseinandersetzung verwickelt wurden.
- Fenerbahçe und Lyon trennen sich 1:1 im ersten Aufeinandertreffen
- Fenerbahçe besiegt Lyon 2:1 durch Tore von Muriqi und Brown
- Nach dem Schlusspfiff bricht auf dem Spielfeld und im Tunnel eine Schlägerei aus
Guendouzi verweist auf anhaltende Beleidigungen der Familie
Zu dem Vorfall in der Mixed Zone nach dem Spiel stellte Guendouzi klar, dass seine Handlungen nach dem Spiel eine Reaktion auf die unablässigen verbalen Beleidigungen gegenüber seiner Familie waren, die den gesamten Abend über von den Rängen zu vernehmen waren. Er erklärte, dass die Feindseligkeit bereits lange vor dem Anpfiff während des Aufwärmens begann, als 60.000 Zuschauer seine Angehörigen beleidigten, ohne dass die Schiedsrichter eingriffen.
Weißt du, wenn 60.000 Menschen deine Familie, deine Mutter, deine Kinder beleidigen, noch vor dem Spiel, und niemand vom Schiedsrichterteam sagt dem Stadion, es solle ruhig sein. Während 90 Minuten und noch mehr, wenn man das Aufwärmen dazuzählt, haben sie meine Familie beleidigt. Das beeinflusst dich.
Guendouzi argumentierte, dass die französischen Heimspiel-Protokolle für beleidigende Gesänge nicht eingehalten wurden, sodass er ohne Schutz des Schiedsrichtergespanns oder der Stadionverwaltung blieb. Er wies darauf hin, dass Schiedsrichter in nationalen Wettbewerben regelmäßig Stadiondurchsagen veranlassen oder das Spiel kurz unterbrechen, wenn es zu massiven Beleidigungen kommt.
Rivalitäts-Hintergrund und Disziplinarverfahren
Guendouzi spielte zuvor drei Saisons zwischen 2021 und 2024 für Lyons traditionellen Rivalen Olympique de Marseille, bevor er zu Lazio und später zu Fenerbahçe wechselte. Der Mittelfeldspieler gab an, dass seine Zugehörigkeit zu Marseille allgemein bekannt sei, und argumentierte, dass in früheren Begegnungen im Stade Velodrome Lyon-Spieler unter vergleichbaren Umständen vor rivalisierenden Fans gejubelt hätten.
Wenn sie provozieren, muss die Provokation in beide Richtungen funktionieren. Sie beleidigten meine Mutter und meine Familie, und das war für mich respektlos. Wenn wir nicht mehr so feiern können, wie wir wollen, finde ich das schade.
Videomaterial der Schlägerei im Tunnel und der Auseinandersetzungen auf dem Spielfeld verbreitete sich nach dem Spiel schnell auf sozialen Medien. Die Disziplinarbeauftragten der UEFA und die Schiedsrichter prüfen das Videomaterial, um mögliche Sperren und Geldstrafen für die beteiligten Spieler und Betreuer zu bestimmen.


